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Glückliches Trio auf dem Podium: Rossi, Sieger Pedrosa und Lorenzo © Bridgestone

Dani Pedrosa feierte in Laguna Seca einen Start-Ziel-Sieg vor Rossi und Lorenzo. Nur zwölf von 17 Fahrern kommen ins Ziel.

Laguna Seca - Fast alle Experten waren sich einig, dass der Sieger des Grand Prix der USA aus der ersten Startreihe kommen würde, aber am Ende triumphierte in Laguna Seca nicht Jorge Lorenzo, Valentino Rossi (beide FIAT-Yamaha) oder Casey Stoner (Marlboro-Ducati), sondern Dani Pedrosa (Repsol-Honda), der als Vierter ins Rennen gegangen war.

Pedrosa überwand damit seine mehr als einjährige Durststrecke seit Barcelona 2008 und bescherte Honda auf dem wichtigen US-Markt vor knapp 50.000 begeisterten Zuschauern einen wichtigen Erfolg.

Bis in die letzte Runde spulte er souverän sein Programm ab, in der Zielkurve musste er bei einer späten Attacke von Rossi aber noch einmal zittern. Doch Pedrosa behielt die Nerven und fuhr die 25 Punkte abgeklärt nach Hause.

Raketenstart von Pedrosa

Den Grundstein für die heutige Überraschung legte Pedrosa schon am Start, denn wie so oft katapultierte er sich mit seiner Repsol-Honda außen an den vor ihm losgefahrenen Konkurrenten vorbei, als hätte er einen Turbo gezündet.

Diesmal konnte er sich aber auch ein Weilchen an der Spitze behaupten - und als er sich ab der zehnten Runde sogar ein bisschen von den Verfolgern absetzen konnte, rückte die Sensation erstmals in Griffweite.

Heißes Teamduell

Hinter dem Spanier bildete sich eine Dreiergruppe mit Stoner, Rossi und Lorenzo. Letzterer hatte den schlechtesten Start der Topfahrer hingelegt und war zwischenzeitlich auf Platz fünf zurückgefallen.

Nachdem Stoner, der lange an zweiter Stelle lag, abreißen lassen musste, entwickelte sich zwischen den Yamaha-Stars ein heißes Teamduell - in der 28. Runde ging Lorenzo sogar kurz an Rossi vorbei, dafür kam er in der Zielkurve von der Linie ab und musste wieder zurückstecken.

Rossis Aufholjagd

Rossi konzentrierte sich von da an darauf, seinen ungefähr dreieinhalb Sekunden großen Rückstand auf Pedrosa zu verkürzen.

Zwei davon konnte er bis zur letzten Runde wegrasieren - und dann wurde ein vermeintlich bereits entschiedener Grand Prix plötzlich noch einmal spannend: Pedrosa ließ es vorne etwas zu locker angehen, sodass Rossi in der letzten Kurve formatfüllend im Rückspiegel auftauchte und sogar leicht ausscherte!

Für eine echte Attacke war er jedoch zu weit weg.

Tapferer Lorenzo mit Podium belohnt

Die heimlichen Helden des heutigen Nachmittags landeten auf den Positionen drei und vier: Lorenzo fightete 32 anstrengende Runden lang mit einem verletzten Schlüsselbein und hatte am Ende weniger als zwei Sekunden Rückstand, während der erneut blass aussehende Stoner im letzten Renndrittel noch zehn Sekunden auf die Yamahas einbüßte.

Der vierte Platz war ihm aber nicht mehr zu nehmen - und damit bleibt der Titelkampf vorerst weiterhin offen.

Nur 12 im Ziel

Die Zielflagge sahen in Laguna Seca nur zwölf von 17 Piloten, weil sich gleich in der Anfangsphase mehrere Teilnehmer verabschiedeten.

Erst stürzten der Reihe nach Gabor Talmacsi (Scot-Honda), der zu jenem Zeitpunkt viertplatzierte Andrea Dovizioso (Repsol-Honda) und Sete Gibernau (GFH-Ducati), dann schied Loris Capirossi (Rizla-Suzuki) mit technischen Problemen aus und schließlich wurde noch James Toseland (Tech-3-Yamaha) disqualifiziert.

Schwarze Flagge für Toseland

Der Brite sah die schwarze Flagge, weil er eine wegen Frühstarts kassierte Durchfahrstrafe nicht rechtzeitig angetreten hatte, und trug damit zu einem enttäuschenden Wochenende für seinen Rennstall bei.

Denn Lokalmatador Colin Edwards, der sich für sein Heimspiel viel ausgerechnet hatte, wurde ebenfalls nur Siebenter - einen Platz hinter Toni Elias (Gresini-Honda), der seine starke Performance aus den Trainings bestätigen konnte.

WM weiter offen

Chris Vermeulen (Rizla-Suzuki), Randy de Puniet (LCR-Honda) und Marco Melandri (Hayate-Kawasaki) komplettierten in einem nicht ganz so dramatischen Rennen wie 2008 die Top 10.

Melandri setzte sich dabei nach einem harten Zweikampf um 0,782 Sekunden vor Alex de Angelis (Gresini-Honda) durch. Zwölfter und Letzter wurde mit mehr als einer Minute Rückstand wenig überraschend Niccolò Canepa (Pramac-Ducati).

Für die Weltmeisterschaft bedeutet das heutige Ergebnis, dass nach acht von 17 Rennen weiterhin alles offen ist.

Rossi hat nun 151 Punkte auf seinem Konto und führt damit neun Zähler vor Lorenzo und 16 vor Stoner. Pedrosa verbesserte sich durch den Sieg vom fünften auf den vierten Platz, sein Rückstand auf das Spitzentrio ist aber vermutlich zu groß, um sich noch seriöse Chancen auf den WM-Titel ausrechnen zu dürfen.

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