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Casey Stoner wurde im Jahr 2007 MotorGP-Weltmeister auf seiner Ducati © getty

Seine Gesundheitsprobleme machen Casey Stoner ratlos. Nun bleibt der Ex-Weltmeister in den USA, um sich untersuchen zu lassen.

Von Marc Ellerich

München - Seit Wochen schon wird Casey Stoner von einer sonderbaren Krankheit geplagt.

Rennwochenende für Rennwochenende bestreitet der australische Ex-Weltmeister nur mit allergrößtem Kraftaufwand.

Am schlimmsten waren bisher die 25 Rennrunden beim MotoGP in Barcelona: Von üblen Magenkrämpfen gepeinigt absolvierte der Ducati-Pilot das Rennen und kämpfte sich sogar auf das Podium.

Doch wie schlecht es ging, erfuhren die Journalisten und das Publikum erst anschließend.

"Ich musste mich auf der Strecke zwei Mal in meinen Helm übergeben", schilderte Stoner seine Qualen.

Als er sich völlig am Ende zur Siegerehrung schleppte, wurde ihm gesagt, er solle sich den Mund auswaschen und das Erbrochene auf den Boden spucken.

Schwindel, Übelkeit, Schwäche

Auch sein Wunsch, sich hinzusetzen wurde dem Champion von 2007 verwehrt. Nur mit Mühe stand Stoner die Prozedur durch. "Wenn ich stand, war mein Magen ein einziger Knoten."

Auch in den folgenden beiden Rennen wurde der Australier von rätselhaften Krankheitssymptomen geplagt: Schwindel, Übelkeit, Schwäche und Konzentrationsverlust.

Beim vergangenen Grand Prix am Wochenende in Laguna Seca/USA, wo er trotz der Probleme sensationeller Vierter wurde (Rossi attackiert zu spät! Sieg für Pedrosa), kamen weitere Symptome hinzu. "Mein linker Arm fühlte sich am Ende müde an, weil es hier so oft links herum ging und ich mein Gelenk nach einer OP nicht voll bewegen kann", schilderte er der "BBC".

"Ziemlich seltsam"

Was ihm fehlt, darüber rätselt der Motorrad-Star. "Die Situation ist ziemlich seltsam und nur schwer zu erklären", sagte er der "Gazzetta dello Sport".

In Laguna Seca sei es zwar nicht so schlimm gewesen, wie in Barcelona und Assen, aber eben auch nicht hundertprozentig gut: "Ich fühlte mich zwar nicht so schlecht, wie in den beiden Rennen davor, trotzdem bin ich immer noch nicht der Alte", meinte Stoner zu "Motogp.com".

Nun bleibt der Australier erst einmal in Amerika, um sich von den Ärzten unter die Lupe nehmen zu lassen.

Drüsenfieber als Ursache?

"Er wird in den USA bleiben, um die Symptome der chronischen Ermüdung zu behandeln, die ihn in den vergangenen drei Rennen beeinflusst haben", erklärte ein Arzt der "Clinica Mobile" gegenüber "Mediaset".

Stoner vermutet inzwischen, dass er am Epstein-Barr-Syndrom, auch als Pfeiffer'sches Drüsenfieber bekannt, erkrankt ist.

"Ich habe keine Ahnung, warum ich die Ermüdung habe. Wir wissen nicht, warum das passiert, und es gibt keinen Grund dafür", sagte er: "Ich fühle mich während der Woche gut, und sobald etwas passiert, bin ich erledigt."

Nüchterne Devise

Sein Landsmann, Superbike-Pilot Mat Mladin habe das Epstein-Barr-Syndrom seit 2003, berichtete Stoner über seine neuesten Erkenntnisse. Die Schwierigkeit: Man könne nur die Symptome behandeln, nicht die Krankheit selbst.

Er werde dem Problem weiter nachgehen: "Es braucht lange bis zu einer Diagnose, also können wir mit vielen verschiedenen Ideen, die es gibt, die richtigen Tests machen und herausfinden, was es ist. Denn momentan haben wir echte Probleme."

Solange gelte für ihn die nüchterne Devise: "Ich sitze einfach da und versuche durchzukommen."

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