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Auch beim Thema Reifen ist die Strecke in Laguna Seca besonders tückisch © xpb.cc

Am Wochenende hat sich gezeigt, wie schwer die optimale Arbeitstemperatur zu erreichen ist - Ursache für die Stürze von Lorenzo und Stoner

Die Techniker von Reifenlieferant Bridgestone sahen sich am vergangenen Wochenende in Laguna Seca mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Die kalifornische Berg- und Talbahn hat es in sich, auch was das Thema Reifen angeht. "Laguna Seca hat uns vor einzigartige Herausforderungen gestellt. Es ist eine kurze Strecke mit nur elf Kurven, deshalb war die Rundendistanz für die Reifen kürzer und sie haben mehr Runden gebraucht, um die optimale Temperatur zu erreichen. Das war vor allem während der Qualifikation ein entscheidender Faktor", bilanzierte Bridgestone-Entwicklungschef Tohru Ubukata.

Auch das Layout des Kurses sei eine Herausforderung gewesen, so Ubukata: "Manche Kurven führen bergauf, andere bergab. Deshalb war die Gewichtsbelastung der Maschinen unterschiedlich. Die Reifen entwickeln den besten Grip, wenn das optimale Gewicht auf ihnen lastet, aber vor allem in den Kurven drei und zehn war es fuhr die Piloten schwer, die richtige Last auf die Hinterreifen zu bekommen, da diese Kurven bergab führen. Damit verlagert sich das Gewicht nach vorn, weg von den Hinterreifen und man hat hinten weniger Grip."

Ein weiteres Problem war die unterschiedliche Belastung der Reifenschultern: "In Laguna gibt es weniger Rechtskurven, deshalb wurde die rechte Schulter des Reifens während der Runde nicht so abgenutzt. Zudem konnte die rechte Schulter zwischen den Rechtskurven abkühlen, vor allem weil die Lufttemperatur recht niedrig war. Deshalb war es für die Fahrer besonders wichtig, die Reifen richtig auf Temperatur zu bringen."

Das gelang nicht immer - wie sich vor allem in der Qualifikation dramatisch zeigte. Ubukata: "Jorge Lorenzo und Casey Stoner sind im Qualifying auf ihren ersten schnellen Runden auf neuen Hinterreifen gestürzt. Die Reifen waren nicht angewärmt genug, als sie attackiert haben. Das haben die beiden danach bei der Pressekonferenz berichtet. Ihre Reifen waren vor allem auf der rechten Seite noch recht kühl und das war die Hauptursache für ihre Stürze."

Deshalb wurde in Laguna Seca mehrfach der Ruf nach dem assymmetrischen Bridgestone-Reifen laut, bei dem die Schultern aus unterschiedlichen Mischungen bestehen, um die unterschiedlichen Temperaturen und Belastungen besser auszugleichen. "Aufgrund der Daten, die wir im vergangenen Jahr in Laguna Seca gesammelt haben, kamen wir zu dem Schluss, dass der Temperaturunterschied zwischen der linken und der rechten Schulter nur ein paar Grad beträgt", sagte Ubukata dazu.

"Unsere Compoundauswahl für dieses Wochenende basierte auf diesen Daten", fuhr der Japaner fort. "Die diesjährigen Reifen haben ein wesentlich größeres Temperaturfenster als die letztjährigen. Wir haben also beschlossen, den normalen Reifen mit nach Laguna zu bringen, weil wir dachten, dass er zu den dortigen Bedingungen passt."

Die Temperaturvorhersage habe sich als korrekt erwiesen, so Ubukata, "und der Unterschied zwischen den Schultern der Hinterreifen war ähnlich groß wie in Mugello und Assen, wo wir ebenfalls den Single-Compound dabei hatten. Ich stehe hinter unserer Reifenwahl für dieses Wochenende. Aber da wir uns kontinuierlich weiterentwickeln wollen, werden wir alle Daten von diesem Wochenende genaustens analysieren und in Erwägung ziehen, im kommenden Jahr assymmetrische Reifen mit nach Laguna zu bringen."

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