vergrößernverkleinern
Stefan Bradl fuhr 2008 auf dem Sachsenring auf den zweiten Platz © getty

Seit 38 Jahren warten die Deutschen auf den Sieg beim Heimrennen auf dem Sachsenring. Drei Youngster hoffen auf den großen Wurf.

Hohenstein-Ernstthal - Ein Teenager-Trio will am Wochenende die deutschen Motorrad-Fans erlösen und bei der großen Zweirad-Party auf dem Sachsenring für den ersten Heimsieg seit 38 Jahren sorgen.

"Es wird langsam mal wieder Zeit. Jeder von uns könnte es an einem guten Tag schaffen", sagt der 19-Jährige Stefan Bradl.

Entweder er selbst, der gleichaltrige Sandro Cortese (Berkheim) oder der 15 Jahre alte Shootingstar Jonas Folger (Schwindegg) wollen am Sonntag vor mehr als 100.000 Zuschauern als erster Deutscher seit Dieter Braun 1971 einen WM-Lauf auf dem Traditionskurs in der Nähe von Hohenstein-Ernstthal gewinnen.

Youngsters hoffen

Und obwohl es in bisher sieben WM-Läufen 2009 noch keinen deutschen Sieg zu verzeichnen gab, macht jeder der Youngster auf seine Art und Weise Hoffnung.

Cortese deutete beim letzten Rennen in Assen mit der ersten deutschen Pole Position seit fünf Jahren sein Potenzial an, ehe er im Rennen stürzte (Historische Pole für Cortese).

Folger sorgte als Zweiter in Le Mans für ein absolutes Highlight und kann unbeschwert fahren (Jonas Folger im Interview).

Die Formkurve des nach zwei Siegen im Vorjahr WM-Vierter gewordenen Bradl zeigte nach schwachem Saisonstart zuletzt deutlich nach oben, zudem ist er nach zwei Verletzungen an der rechten Hand endlich schmerzfrei.

Bradls "schönstes Erlebnis"

2008 schnupperte der Sohn des früheren Vize-Weltmeisters Helmut Bradl in Sachsen als Zweiter am Sieg.

So nahe war ihm seit dem legendären Erfolg Brauns, dem vor 38 Jahren die westdeutsche Hymne vom Band verweigert wurde, ehe die Fans sie sangen - niemand mehr.

"Dieser zweite Platz im Vorjahr war das bisher schönste Erlebnis meiner Karriere", sagt Bradl: "Schöner als die beiden Siege. Das Heimrennen unter dem Jubel der Fans anzuführen und dann auf dem Podium zu stehen, das war ein unvergessliches Erlebnis."

"Bringt nichts"

Alles riskieren will der Bayer für ein solches Highlight aber nicht.

"Es bringt nichts, beim Heimrennen auf Teufel komm raus ein Ergebnis zu erzielen und danach wieder dieselben Probleme zu haben wie vorher", sagte er.

Auch die anderen beiden Hoffnungsträger wirken sichtlich entschlossen, wollen öffentlich aber keine vollmundigen Prognosen wagen.

Folger vorsichtig

Cortese ist vorsichtig geworden.

Mehr noch als in anderen Jahren stand er 2009 schon mehrfach dicht vor dem großen Coup, ehe Pech oder Übermut ihn verhinderten.

"Eigentlich fehlt nichts", sagt er: "Außer manchmal ein bisschen Glück."

Der auf der Rennstrecke wohltuend unbekümmerte, abseits aber umso schüchterner auftretende Folger verweist auf seine Unerfahrenheit. "Ich bin erst ein paar Mal in meinem Leben auf dem Sachsenring gefahren", sagte er: "Ich kenne ihn nicht besonders gut, deshalb machen große Ankündigungen keinen Sinn."

Quartett mit Wildcard

Neben dem Stamm-Trio werden in Sachsen in Toni Finsterbusch (Krostitz), dem vom fünfmaligen Weltmeister Toni Mang betreuten Marcel Schrötter (Pflugdorf), Daniel Kartheininger (Boos) und Marcel Becker (Chemnitz) mindestens vier weitere Deutsche mit einer Wildcard starten.

Die lokalen Hoffnungsträger und der Vierkampf in der MotoGP mit Superstar Valentino Rossi (Italien) und Ex-Weltmeister Casey Stoner (Australien) an der Spitze mobilisiert die Massen (Rennbericht: Rossi schreibt Geschichte - Cortese stürzt).

Fast 200.000 Tickets sind schon verkauft.

Nachdem der Regen am Renntag 2008 den elften Rekord in Folge verhinderte, könnte die Zahl von Insgesamt 226.944 Besuchern aus dem Jahr 2007 diesmal wackeln.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel