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Jonas Folger fährt für das Team AGR
Der 15-jährige Jonas Folger ist Siebter der 125er-WM © imago

Der Regen auf dem Sachsenring macht dem deutschen Shootingstar Hoffnung. Sandro Cortese ist beim Training ein wenig lustlos.

Hohenstein-Ernstthal - Als die schwarzen Wolken aufzogen und alle Fahrer vor den Wassermassen in die Box flüchteten, begann für Jonas Folger die Vorfreude auf sein Heimspiel in der Motorrad-WM erst richtig ("Jeder von uns könnte es schaffen") .

Während Sandro Cortese nur sechs Runden zur Präsentation seines speziellen Michael-Jackson-Helms blieben und Stefan Bradl "ein bisschen Rumrollen im Regen" praktizierte, nährte der Wolkenbruch im Training bei Folger die Hoffnung auf ein herausragendes Ergebnis auf dem Sachsenring.

"Ich glaube, dass ich im Nassen mehr Chancen habe", sagte der 15 Jahre alte Shootingstar und konkretisierte dies forsch: "Wenn's regnet, kann ich aufs Podest." Als Beweis hierfür wertete der WM-Siebte aus Schwindegg die Tatsache, dass er nach dem großen Regen "von Runde zu Runde schneller" wurde.

Muster ohne Wert

Der vier Jahre ältere Cortese hatte das erste freie Training der 125er-Klasse bis dahin schon beendet (Historische Pole für Cortese).

"Ich bin gar nicht erst wieder raus", erklärte der Berkheimer. Da nach der kollektiven Pause Zeitverbesserungen nahezu ausgeschlossen waren, blieb er mit seiner Zeit von 1:29,852 Minuten als Sechster bester Deutscher, wertete die erste Einheit aber als sportliches Muster ohne Wert.

Ich habe gerade mal sechs Runden absolviert. Nach zehn Minuten kann man noch nicht viel sagen", meinte er und hofft auf andere Bedingungen am Renntag: "Ich will immer im Trockenen fahren."

Bradl 10., Folger 15.

Der gleichaltrige Bradl ging wieder auf die Strecke, "weil man damit rechnen muss, dass es am gesamten Wochenende regnet. Deshalb sind wir einfach ein bisschen rumgerollt und haben versucht, ein paar Erkenntnisse für ein Rennen im Nassen zu bekommen".

Als es noch trocken war, war der Zahlinger schnell unterwegs gewesen, hatte zu Beginn gleich mit einer Bestzeit für Aufsehen gesorgt. Ob es am Sonntag regnet oder nicht, ist ihm aber "scheißegal".

Notiert wurde Bradl am Freitag letztlich auf Rang zehn, Folger auf Platz 15 (Jonas Folger im Interview).

Schneller Schrötter

Die Startaufstellungen werden in der Motorrad-WM seit dieser Saison aber ohnehin erst am zweiten Trainingstag ermittelt. Von den drei deutschen Wildcard-Fahrern war der vom fünfmaligen Weltmeister Toni Mang betreute Marcel Schrötter (Pflugdorf/1:30, 572) als 16. der Schnellste.

Daniel Kartheininger (Boos/1:30,999) reihte sich auf Platz 22, Toni Finsterbusch (Krostitz/1:32,773) auf Rang 29 ein. In der MotoGP sorgte Ex-Weltmeister Casey Stoner (Australien/Ducati/1:22,779) trotz in dieser Woche diagnostizierter Blutarmut für die erste Bestzeit.

In der MotoGP sorgte Ex-Weltmeister Casey Stoner (Australien/Ducati/1:22,779), bei dem in dieser Woche Blutarmut diagnostiziert wurde, für die erste Bestzeit.

Bei den 250ern war der aktuelle WM-Dritte Hector Barbera (Spanien/Aprilia/1:24,954) der Schnellste, der deutsche Wildcard-Starter Marcel Becker (Chemnitz/Honda/1:33,974) belegte unter 27 Fahrern Rang 26.

Tribut an Michael Jackson

Den schillerndsten Helm präsentierte am Freitag aber Cortese. Als "kleines Dankeschön" an den verstorbenen Popstar Jackson hatte er die Cover aller Alben des "King of Pop" darauf designt.

"Ich war ein Riesenfan von ihm, war schon als Achtjähriger auf einem Konzert", erzählte der 19-Jährige: "Ich hatte sogar schon Karten für den Auftritt der geplanten Comeback-Tournee in London. Und vor jedem Rennen höre ich 'Beat it', um mich einzustimmen. Als ich beim letzten Rennen in Assen von seinem Tod gehört habe, habe ich es zunächst gar nicht glauben können. Das war schon ein Schock für mich."

Viele Telefonate

Folger will sich in Sachsen vor allem auf sein Rennen konzentrieren. Was ihm im Vorfeld nicht leicht fiel, "weil dauernd Leute zu Hause angerufen haben".

Der Bayer ist innerhalb einer halben Saison ins Rampenlicht gefahren.

"Druck mache ich mir aber keinen", sagte er: "Das hier ist das Heimrennen. Das soll Spaß machen und keinen Druck. Alles was ich will, ist ein gutes Ergebnis. "

Dies, so Folger, fange bei Rang sieben an. Und wenn es regnen sollte, ist ja vielleicht sogar noch mehr drin.

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