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Jonas Folger wechselte nach der vorigen Saison von KTM auf Aprilia © imago

Beim Qualifying am Sachsenring rast Wildcard-Pilot Schrötter bei Schmuddelwetter in die erste Reihe, Folger rechtfertigt sich.

Hohenstein-Ernstthal - Als Nobody Marcel Schrötter seinen Husarenritt in die erste Reihe in aller Ruhe Revue passieren ließ, stieß sein Förderer Toni Mang trotz "Sauwetters" mit einem Bier auf den Schützling an.

"Das ist ein Super-Ergebnis. Aber so Highlights braucht er. Denn unser Ziel ist es, dass er sich irgendwann in der Weltspitze etabliert", sagte der fünfmalige Motorrad-Weltmeister.

Als der 16-jährige Schrötter eine halbe Stunde später aus dem Wohnwagen kam, schien er seinen Coup noch gar nicht realisiert zu haben.

"Top Ten ist drin"

"Ich wurde einfach immer schneller und schneller", sagte der Schüler aus dem bayerischen Pflugdorf, nachdem er mit Platz vier im Qualifying zum WM-Lauf auf dem Sachsenring die gesamte Weltelite geschockt hatte.

"Mein Ziel bleibt ein Punkt", meinte der Honda-Pilot mit Blick auf das Rennen der 125er-Klasse am Sonntag (11 Uhr LIVE und live im DSF). "Wenn es gut läuft, ist die Top Ten drin. Ans Podium will ich noch gar nicht denken."

Ein dickes Lob gab es von Mang: "Im Vergleich zu den etablierten Fahrern fehlt ihm nur die Erfahrung. Vom Potenzial her kann ich keinen großen Unterschied erkennen."

Cortese und Bradl kommen nicht klar

Am Samstag war der Wildcard-Fahrer der einzige Deutsche, der mit den fast irregulären Bedingungen nach Dauerregen zurechtkam.

Sandro Cortese (Berkheim/Derbi) als 15. und Stefan Bradl (Zahling/Aprilia) als 16. hatten die befürchteten Probleme.

Der 15 Jahre alte Jonas Folger (Schwindegg/Aprilia) schien als Dritter auf einem guten Weg, ehe er stürzte und somit nur von Platz 21 aus ins Rennen geht. Der Traum vom Heimsieg ist damit für alle wohl schon vor dem Rennstart zu Ende.

Kampfansage von Cortese

"Bei diesem Wetter muss man sich an die Grenze herantasten. Das habe ich getan", sagte Folger: "Zum Glück habe ich mir nicht weh getan. Und wenn der Start okay ist, ist noch einiges möglich." (Folger hofft auf Platzregen)

Das sah auch Bradl so: "Mit Platz 16 kann ich nicht zufrieden sein. Aber für das Rennen bin ich guter Hoffnung."

Auch Cortese gab sich kämferisch. "Bei schönem Wetter kann ich vorne dabei sein. Ich bin schon von Platz 20 gestartet und noch Sechster geworden", meinte er und sagte Schrötter den Kampf an: "Es waren schwierige Bedingungen, wie man sie selten hat. Da landen dann plötzlich Fahrer vorne, die man normalerweise nicht da findet." ("Jeder von uns könnte es schaffen")

Simon auf der Pole Position

Bradl lobte den neuen Konkurrenten, der in dieser Saison noch Wildcards für die Rennen in Brünn, Misano und Valencia beantragt hat: "Ich habe mal mit ihm getestet, da war er schon sehr flott."

Für 2010 will Schrötter einen festen Startplatz ergattern. "Aber wir haben bestimmte Vorstellungen und die wurden bisher noch nicht erfüllt", meinte Mang.

Die Pole Position in der Achtelliterklasse holte der Spanier Julian Simon. Die beiden anderen deutschen Wildcard-Fahrer neben Schrötter schlugen sich im 36 Fahrer umfassenden Feld ebenfalls achtbar. Daniel Kartheininger (Boos) wurde 26., Toni Finsterbusch (Krostitz) belegte Rang 29.

Becker über dem Zeitlimit

Auch das Qualifying der MotoGP verlief chaotisch. Nachdem 10 der 17 Fahrer gestürzt waren, sicherte sich Titelverteidiger Valentino Rossi (Italien/Yamaha) letztlich die Pole.

Bei den 250ern war bei etwas verbesserten Bedingungen Weltmeister Marco Simoncelli (Italien/Gilera) der Schnellste, Wildcard-Fahrer Marcel Becker (Chemnitz/Honda) blieb als 27. und Letzter über dem Zeitlimit.

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