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Nicky Hayden kämpft um den Anschluss nach vorn und verzeichnet Fortschritte © Ducati

Nicky Hayden fühlt sich auf seiner Ducati endlich wohl, freut sich auf die zweite Saisonhälfte und würde gern auch 2010 für die "Roten" fahren

Nicky Hayden war gewarnt und wusste, auf welches Abenteuer er sich bei Ducati einließ. Die Desmosedici scheint eine so spezielle Maschine zu sein, dass nur Casey Stoner damit zurechtkommt. Alle anderen Ducati-Piloten der vergangenen Jahre scheiterten, zuletzt Marco Melandri. In diesem Jahr versucht Hayden sein Glück - und auch er musste zunächst einen Rückschlag nach dem anderen hinnehmen.

Vor allem am Anfang habe er massive Probleme mit der Umstellung gehabt, räumt Hayden in einem Interview mit 'Autosport' ein: "Ich war zehn Jahre bei Honda, dann kam ich zu Ducati und alles war anders - das Team, das Bike. Die Ergebnisse waren ziemlich schlecht und es hat nicht viel Spaß gemacht, da hinten rum zu fahren."

"Ich war darauf vorbereitet, dass es schwierig werden könnte, aber ich habe natürlich gehofft, dass es nicht ganz so hart ist", erklärt der Amerikaner. "Es war bisher ein schwieriges Jahr, aber ich werde jetzt nicht heulend herumsitzen und mich von allen bedauern lassen."

"Ich hatte gehofft, dass es irgendwann 'Klick' macht, aber das war nicht der Fall. Ja, ich hatte ein paar heftige Stürze und einige richtig besch... Ergebnisse, aber so läuft es eben manchmal. Aber ich bin immer noch hier, ich bin gesund, wir nähern uns der Spitze und wir haben noch viele Rennen vor uns."

Da es einfach nicht "Klick" machen wollte, machte sich der Weltmeister von 2006 mit harter Arbeit auf den Weg nach vorn. Und die Fortschritte kamen: Platz zwölf, Platz zehn, Platz acht, Platz fünf - so lautet Haydens Bilanz der jüngsten Rennen.

Die Maschine wurde seinen Bedürfnissen besser angepasst, "keine größeren Änderungen, nur Kleinigkeiten", so Hayden. Zudem wurde die Kommunikation im Team verbessert. Auch an der Elektronik wurde gefeilt, der Amerikaner kann nun besser aus Kurven herausbeschleunigen und höheren Topspeed fahren.

Die Arbeit geht weiter

Doch Hayden räumt ein, dass weiter in allen Bereichen gearbeitet werden muss: "Wir sind an den Top 5 dran, aber wir haben wesentlich höhere Ziele. Je näher man an die Spitze kommt, umso schwieriger wird es. Die Jungs an der Spitze habe ich noch nicht auf meinen Radar, das ist noch ein anderes Level."

Der Aufwärtstrend ist aber zumindest da und deshalb geht Hayden motiviert in die zweite Saisonhälfte: "Ich habe wieder Spaß! Ich nähere mich der Spitze, was gut für mich und für das Team ist. Und wir haben noch viele Rennen vor uns, auf Strecken, die ich liebe. Ich bin gespannt, was wir noch erreichen können."

Auch wenn das Jahr so gar nicht nach Plan verlief, wirft Hayden die Flinte nicht ins Korn sondern hofft, 2010 auch noch bei Ducati bleiben zu können. Er hat einen Zwei-Jahres-Vertrag, doch Ducati hat die Option, sich bereits nach diesem Jahr von dem Amerikaner zu trennen. "Ich habe das von Anfang an als Herausforderung betrachtet und ich will nicht aufgeben", betont er.

"Ich will sagen können: 'Hey, ich habe es gepackt, ich war in der Lage, das Bike zu fahren, ich habe es geschafft!' Es wird sich zeigen, ob sie mich weiter haben wollen", so Hayden. Er wisse, dass er Ergebnisse liefern muss und dass sich Ducati und Sponsor Marlboro wohl nicht mit achten oder fünften Plätzen zufrieden geben: "Vielleicht wollen sie es mit jemand anderem versuchen. Natürlich macht man sich da Gedanken, aber ich denke, dass wir weiter zusammenarbeiten können. Ich glaube sehr an mich."

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