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Hervé Poncharal ist als IRTA-Präsident Mitglied der Grand-Prix-Kommission © Yamaha

Die Grand-Prix-Kommission hat am Rande des Donington-Rennens Regeländerungen für die laufende und die kommende Saison beschlossen

Die Grand-Prix-Kommission, bestehend aus Carmelo Ezpeleta (Dorna), Claude Danis (FIM), Hervé Poncharal (IRTA) und Takano Tsubouchi (MSMA), hat am Samstag in Donington Präzisierungen und Änderungen der MotoGP-Regeln beschlossen. Sowohl im technischen als auch im organisatorischen Teil des Reglements wurden Änderungen vorgenommen.

So sind nun die Begriffe "Saison" und "Winterpause" genauer definiert. Die Saison beginnt offiziell 14 Tage vor dem ersten Rennen und endet zwei Tage nach dem letzten Rennen des Jahres. Die Winterpause umfasst die restliche Zeit des Jahres. Die exakte Definition dieser Begriffe war nötig geworden, um die künftigen Testregularien genauer bestimmen zu können.

Testfahrten sind außerhalb der Rennwochenenden während der Saison fortan nur noch auf drei Rennstrecken erlaubt, auf denen der jeweilige Grand Prix bereits stattgefunden hat. Eine dieser drei Testfahrten wird auf jeden Fall ein zweitägiger Test unmittelbar nach dem letzten Rennen einer Saison sein. Die beiden anderen Testfahrten gehen nur über jeweils einen Tag und müssen von der Grand-Prix-Kommission bis zum 31. Januar eines jeden Jahres vorab terminiert werden.

Während der Winterpause gibt es künftig maximal sechs offizielle Testtage, die gemeinsam von Dorna und IRTA organisiert werden. Diese Testfahrten finden ausschließlich auf Rennstrecken statt, die zumindest in der vorangegangenen oder der kommenden Saison Teil des Grand-Prix-Kalenders sind. Zwischen dem 1. Dezember und dem 31. Januar des folgenden Jahres finden grundsätzlich keine Testfahrten statt.

Ausnahmen für Testfahrer

Nicht ganz so streng sind hingegen die Regeln für die offiziellen Testfahrer der Teams. Testfahrer sind Piloten, die maximal acht Renneinsätze pro Saison absolvieren. Wer an neun oder mehr Rennen teilnimmt, gilt offiziell als so genannter Vertragspilot, also sozusagen als Stammfahrer. Testfahrer dürfen grundsätzlich zu jeder Zeit und auf jedem Kurs eingesetzt werden. Sie sind lediglich dem Reifenlimit unterworfen, das für alle Hersteller gilt. So darf jeder Hersteller pro Saison maximal 240 Reifen verbrauchen, die vom offiziellen Reifenhersteller der MotoGP zur Verfügung gestellt werden.

Aber auch für die Testfahrer gelten gewisse Ausnahmen. Auch sie dürfen während der Saison nicht testen wann und wo sie möchten, sondern nur auf zwei Kursen, die vom jeweiligen Hersteller vor der Saison bestimmt werden müssen. Zudem dürfen diese Tests nur dann stattfinden, wenn sie mindestens 15 Tage vor oder nach dem Grand Prix auf der jeweiligen Strecke abgehalten werden. Außerdem müssen solche Testfahrten wenigstens sieben Tage im Voraus angekündigt werden.

Des weiteren wurde nun exakt festgelegt, welche Fahrer künftig als Rookie anzusehen sind. Ein Rookie ist ein Fahrer, der von einem Team für eine komplette Saison gemeldet wird und zuvor kein Stammpilot in der selben Klasse war. Im Rahmen dieser Definition werden die alte 500er- und die MotoGP-Klasse als gleich angesehen, ebenso wie die 250er- und die künftige Moto2-Kategorie.

Motorenlimit gilt auch für Ersatzfahrer

Die Grand-Prix-Kommission hat sich in Donington aber nicht nur mit Begriffsdefinitionen befasst, sondern auch mit technischen Regelfragen. Die Regel, dass in den letzten sieben Rennen der Saison 2009 die MotoGP-Fahrer nur fünf Motoren einsetzen dürfen, ist bereits bekannt. Nun wurde aber auch festgelegt, was passieren soll, wenn ein Fahrer ersetzt wird. Die Antwort ist ganz einfach: Der Ersatzfahrer "erbt" die Motoren seines Vorgängers und wird von den Regelhütern diesbezüglich genauso betrachtet wie sie es bei seinem Vorgänger getan hätten.

Ein defekter Motor wird automatisch aus der Liste der zugelassenen Motoren entfernt. Sollte dieser repariert und wieder eingesetzt werden, gilt dies als Einsatz eines neuen Motors. In diesem Fall würde die Renndirektion über jeweilige die Strafe entscheiden, ebenso wie wenn ein ganz neuer Motor eingesetzt würde.

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