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Ralf Waldmann hat sein Comeback in der Motorrad-WM sichtlich genossen © Kiefer

Ralf Waldmann ging als einziger Fahrer auf Slicks ins Rennen - "Hätte heute Geschichte schreiben können"

Es hätte die Sensation der Saison werden können. Ralf Waldmann ließ vor dem Start des 250er-Rennens in Donington als einziger Pilot Slicks aufziehen während alle anderen Piloten im Starterfeld aufgrund der wechselhaften Wetterbedingungen auf Regenreifen setzten. Doch der Asphalt trocknete ziemlich schnell ab und spätestens ab Rennmitte waren Slicks eindeutig die bessere Wahl.

"Wir haben am Start einen eigentlich genialen Schachzug gemacht", berichtete Waldmann nach dem Rennen. "Wie schon im Jahr 2000 hatte ich als Einziger einen anderen Reifen aufgezogen als das restliche Feld." Zur Erinnerung: Waldmanns letzter Grand-Prix-Sieg ereignete sich ebenfalls in Donington Park - und zwar als es in den letzten fünf Runden zu regnen begann und der Mann aus Ennepetal auf Regenreifen das komplette Feld überholte, welches auf Slicks gesetzt hatte.

Waldmann wäre beinahe vom damals Führenden des Rennens, Olivier Jacque, überrundet worden, als plötzlich der Regen einsetzte. Wenige Runden später hatte der der zweifache Vize-Weltmeister das komplette Feld überholt, ging sogar noch in der letzten Kurve an Jacque vorbei und gewann schließlich das Rennen. Doch heute hat sich die Geschichte nicht wiederholt, Waldmann kam nicht ins Ziel.

"Als es abtrocknete wurde ich immer schneller. Dann ging allerdings mein jugendlicher Leichtsinn mit mir durch", erzählte der 43-Jährige. "Ich kam im Bergaufstück mit dem Vorderrad ein wenig auf die weiße Linie und dann war es schon passiert. Das Motorrad lief dann nicht gleich wieder an und die Streckenposten ließen mich daher nicht weiterfahren."

Waldmann "hätte Geschichte schreiben können"

Wie tragisch dieser Sturz war, zeigte sich im weiteren Verlauf des Rennens, als immer mehr Fahrer große Mühe hatten ihre mit Regenreifen ausgestatteten Motorräder auf der inzwischen trockenen Strecke zu halten. Karel Abraham entschloss sich nach einem Sturz sogar zu einem Wechsel auf Slicks und kam am Ende trotzdem noch als 14. ins Ziel.

"Es ist schade. Ich hätte heute wahrscheinlich Geschichte schreiben können. Aber das ist Rennsport", ärgerte sich Waldmann. Trotzdem zog er ein ein positives Fazit: "Mir hat das Wochenende jedenfalls riesigen Spaß gemacht und dafür möchte ich mich bei meinen Jungs herzlich bedanken."

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