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Ben Spies (m.) und Max Biaggi (l.) machten in der WM viel Boden gut © Ducati

Während sich Ben Spies und Noriyuki Haga bei ihren Ärzten bedanken, nimmt sich Michel Fabrizio vor, in Zukunft ruhiger zu werden

Ben Spies hat in Brünn den Abstand auf Noriyuki Haga weiter verkürzen können. Nach seinem Sieg im zweiten Lauf beträgt der Rückstand des US-Amerikaners auf den Japaner nur noch sieben Punkte. Dabei lief es für Spies zunächst überhaupt nicht nach Wunsch - im ersten Rennen wurde er von Michel Fabrizio abgeschossen und schied aus.

"Das erste Rennen war für uns ganz offensichtlich nicht so gut. Aber wir erholten uns gut, denn Lauf zwei war ein hartes Rennen", sagte der Yamaha-Pilot anschließend. "Fabrizio war am Start direkt mit dabei, also musste ich alles geben und gute Rundenzeiten fahren, um mich abzusetzen. Dann sah ich, dass Max hinter mir war. Er holte sehr schnell auf."

Spies ändert daraufhin seinen Fahrstil und fuhr Kampflinie. "Ich musste sehr spät bremsen, kam in der Kurvenmitte beinahe zum Stehen und beschleunigte dann gut raus. So konnte er nicht an mir vorbeigehen. Es war ein großartiges Rennen", freute sich Spies, der sich zudem bei den Ärzten der Clinica Mobile bedankte, die sich das ganze Wochenende um den nicht hundertprozentig fitten US-Boy kümmerten.

Der nach wie vor führende Haga bedankte sich nach den Plätzen acht und sechs ebenfalls bei den Ärzten, schließlich leidet der Japaner nach wie vor an einem gebrochenen Schulterblatt. "Ich habe heute wertvolle Punkte gesammelt. Unter diesen Umständen ist das ein gutes Ergebnis. Jetzt kann ich mit einem Lächeln im Gesicht nach Japan fliegen und mich für das Rennen auf dem Nürburgring in Topform bringen."

Der große Sieger des Wochenendes heißt dagegen Max Biaggi. Dem Italiener gelang in Lauf eins der erste Superbike-Sieg auf einer Aprilia seit Regis Laconi 2001. "Es ist großartig! Was soll ich sagen? Als ich über die Ziellinie fuhr, war ich so glücklich", jubelte Biaggi. "Natürlich will ich nichts gegen Spies und Fabrizio sagen, denn sie waren beide sehr schnell. Aber ich erinnere mich an Barry Sheene, der sagte: 'To finish first, you have to finish first.' Das gehört einfach dazu."

Der so gescholtene Fabrizio kam nach dem Unfall im ersten Lauf im zweiten Rennen immerhin als Dritter ins Ziel. Doch sein Fauxpas in Lauf eins war ihm sichtlich unangenehm. "Was im ersten Rennen passiert ist tut mir sehr leid. Es war mein Fehler. Ich muss einfach ruhiger werden", gestand der Ducati-Pilot. "Vor dem Crash sah ich, dass an der Stelle immer sehr früh bremste, also dachte ich, dass ich ihn da überholen könnte."

Die Tatsache, das Biaggi danach das Rennen gewinnen konnte und auch in Lauf zwei vor ihm ins Ziel kam, gibt Fabrizio zusätzlich zu denken: "Das Tempo der Aprilia, die ja immer noch in der Entwicklungsphase ist, macht einen in Hinblick auf die kommende Saison etwas Angst. Wie auch immer, ich bin immer noch Dritter der Gesamtwertung und nach der Sommerpause werde ich weiter um den Titel kämpfen."

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