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Marc Marquez stürzte in Donington in aussichtsreicher Position © xpb.cc

Red Bull KTM Teamchef Harald Bartol blickt ohne Groll auf Donington Park zurück, obwohl es für sein Team nur zu einem WM-Zähler gereicht hatte

Einmal mehr wurde der erst 16 Jahre alte Marc Marquez nicht für seinen Einsatz belohnt, als er im vorletzten Umlauf des Fünf-Runden-Sprints in Donington Park einen fast sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand geben musste. Der Spanier in Diensten des österreichischen Rennstalles Red-Bull-KTM kam kurz vor Schluss spektakulär zu Sturz, konnte jedoch das Rennen fortsetzen und noch einen WM-Punkt an Land ziehen.

Trotz des Missgeschicks des Piloten war bei Teamchef Harald Bartol keine Spur von Ärger über den entgangenen Triumph zu erkennen. "So etwas kann passieren", meinte Bartol. "Kann sein, dass es nach dem Rennabbruch Verständigungsprobleme zwischen Marc und uns gegeben hatte. Wir haben jedenfalls in der Pause bis zum Re-Start die Vergaser-Bedüsung geändert. Nach der Besichtigungsrunde hatte er am Startplatz jedoch ein Ruckeln beim Gasaufdrehen geschildert, doch es war bereits zu spät um noch etwas zu ändern."

Wegen der abrupten Gasannahme am Motor der KTM nimmt der erfahrene Techniker aus Straßwalchen einen gewissen Anteil der Schuld am Sturz auf sich. "Die abrupte Leistungsentfaltung war ihm bei diesen schwierigen Bedingungen sicherlich keine Hilfe. Es kann durchaus sein, dass diese zum Sturz geführt hatte."

Auf Marquez' Leistung am vergangenen Rennwochenende angesprochen, kommt der Teammanager ins Schwärmen. "Dass Julian Simon im Regen gut ist, weiß man. Aber am Sonntag hatte Marc bei allen Bedingungen alles im Griff", so Bartol. "Schon im ersten Rennen, als es noch trocken war, war er immer in der Spitzengruppe und dann im Nassen hat er alle ziemlich langsam aussehen lassen. Es dauert bestimmt nicht mehr lange bis er sein erstes Rennen gewinnen wird - bis sozusagen der Knoten platzt."

Bartol bedauert auch das Pech des zweiten Red-Bull-KTM-Piloten, Cameron Beaubier. "Zweimal ist bei Cameron der untere Teil eines Kolbens gebrochen. Einmal im Training, einmal im Rennen. Deswegen hatten wir auch wegen Marc etwas Bauchweh. Unser Material ist nicht mehr das jüngste, daher kann es zu Ermüdungserscheinungen kommen. Wegen all dem Pech ist Cameron nicht sehr viel zum Fahren gekommen. Schade, denn im Rennen hat er sich geschickt durch den Massensturz in der ersten Runde in der Schikane gemogelt." Bis zu seinem Ausfall hielt sich der 16-jährige US-Amerikaner in der Gruppe, die um Platz zehn kämpfte.

Neues Motorrad für 2010

Für den nächsten Grand Prix in Brünn will Bartol seinen beiden Piloten auf technischer Seite soweit wie nur möglich unter die Arme greifen. "Seit dem Sachsenring-Wochenende haben wir viele neue Teile zum Einsatz bereit." Wegen der wechselhaften Bedingungen bei den letzten zwei Rennen fehlte dem Team die Zeit sie zu testen. "In der Pause bis Brünn werden wir am Prüfstand eine bessere Abstimmung damit erarbeiten", so der Teamchef.

Für die weitere Zukunft sieht Bartol aber einen größeren Handlungsbedarf, sofern man Marquez bei der Stange halten und ihm ermöglichen will, in der Weltmeisterschaft ganz vorne mitmischen zu können. "Für die nächste Saison müssen wir ein neues Motorrad bauen. Was die Technik betrifft, so habe ich schon recht klare Vorstellungen. Vorerst müssen aber noch viele administrative Dinge umgesetzt werden."

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