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Bradley Smith hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben: Der Titel ist noch drin © Aspar

Der 18-jährige Bradley Smith hat in der WM-Wertung 55,5 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Julian Simon, glaubt aber noch an seine Titelchancen

Durch Nullnummern am Sachsenring sowie in Donington und bei zwei Siegen seines Teamkollegen Julian Simon ist der Rückstand von Bradley Smith in der WM explosionsartig angewachsen. Der Aprilia-Pilot in Diensten des spanischen Bancaja-Aspar-Teams rechnet aber noch mit seiner Chance in der diesjährigen 125er-Weltmeisterschaft. "Ganz klar: Wir müssen jetzt einen Weg finden, wie wir den Rückstand wettmachen können", meint der Engländer gegenüber Motorsport-Total.com.

"Auch wenn ich nach den vergangenen zwei Rennen ohne Punkte dastehe, müssen wir dennoch unseren eingeschlagen Weg fortsetzen. Für die kommenden Grands Prix werden Punkte wichtiger sein als die Pole-Position. Wir müssen kontinuierlich in der Podiumsregion ins Ziel kommen. Vielleicht ergibt sich dann in den letzten zwei Saisonrennen noch eine Möglichkeit um die Weltmeisterschaft zu kämpfen", gibt Smith seinen Marschplan bekannt.

Die erste Rennphase im Fokus

Der britische Youngster beschäftigt sich aber auch mit Ursachenforschung und den Gründen, warum es in Deutschland und Großbritannien zu seinen Rennunfällen kam: "Am Sachsenring konnte ich gar nichts dafür. Jemand hat mich von hinten abgeschossen. In Donington glaube ich ebenfalls nichts falsch gemacht zu haben, als ich bei Vollgas abgeflogen bin. Jeder von uns kennt die Tücken dieser Rennstrecke. An manchen Stellen hat diese Grip, anderswo wiederum absolut keinen!"

Schon seit Jahren ist Smith für einzelne ultraschnelle Runden auf jeder Rennstrecke der Welt bekannt. Bei Tests und in den Trainings ist der durchtrainierte junge Mann immer an der Spitze der Zeitenlisten zu finden. Jedoch ist es ihm bis jetzt noch nicht wirklich gelungen, seine Grundschnelligkeit in mehr Rennsiege umzumünzen. "Vielleicht liegt es daran, dass wir uns bisher weniger um die erste Phase in einem Rennen gekümmert haben."

"Aber ab Rennmitte fahren wir jedes Mal sehr starke Zeiten und auch immer so schnell wie die Spitzengruppe", erwidert Smith. "Zu Beginn eines Rennens brauche ich etwas mehr Zeit, um das Gefühl zu bekommen. Aber wir arbeiten entschlossen daran, für die Anfangsphase im Qualifying und Rennen besser gerüstet zu sein. Wenn man 15 Kilogramm an Treibstoff im Motorrad hat, wirkt sich dies natürlich auf das Handling aus."

Die Moto2 lockt den Youngster

"Vielleicht sollte ich auch diesbezüglich meinen Fahrstil ändern. Wie gesagt, wir arbeiten in eine gute Richtung und verbessern uns ständig." Der redselige Engländer erkennt keinen Nachteil für sich selbst, in einem spanischen Team mit zwei Spaniern als Teamkollegen zu sein. "Das scheint überhaupt kein Problem zu sein", meint er sichtlich amüsiert und lacht. "Ich habe auch italienische Mechaniker und ein Team in dieser Größe ist meistens eine multikulturelle Truppe."

"Aber ein Aspar-Pilot zu sein, heißt letztendlich, dass jeder einhundert Prozent gibt und man herzlich in der Familie aufgenommen wird." So sehr Smith auch mit dem Verlauf der diesjährigen WM-Kampagne beschäftigt ist, macht sich der momentane WM-Dritte dennoch Gedanken über seine Zukunft in der Motorrad-Weltmeisterschaft: "Sicher wollen auch wir in die Moto2 aufsteigen!"

"Aber erst, wenn feststeht, welche Teams endgültig einen Startplatz bekommen werden. Ab dann können wir beginnen, Entscheidungen zu treffen. So sieht jedenfalls mein Plan aus", meint Smith. "Ganz ehrlich: Zuvor möchte ich aber die 125er-Klasse mit dem bestmöglichen Ergebnis beenden. Ich fahre bereits vier Jahre in dieser Kategorie und denke, dass es an der Zeit ist, in eine größere Klasse aufzusteigen, um meine Karriere weiter voran zu treiben."

Smith hat ein Auge auf den Nachwuchs

Dass Bradley Smith als die große Hoffnung der britischen MotoGP-Fangemeinde gilt, ist bekannt. Dass er aber mit nur 18 Jahren gewissermaßen in die Rolle eines Teammanagers schlüpft, soll als Paradebeispiel dienen. "Die Idee zu diesem Projekt wurde ganz kurzfristig umgesetzt und es ist vorerst einmal für drei Jahre geplant", so Smith. "Ich möchte hier auch gar nicht als Manager auftreten."

"Vielmehr möchte ich einfach nur jungen Leuten Möglichkeiten schaffen, zu denen sie selbst vielleicht nicht in der Lage sind - wie zum Beispiel bei der Beschaffung von Sponsoren oder Einsätzen für die kommende Saison. Ich möchte aber auch so oft wie nur möglich bei den Rennen dabei sein, um den Jungs mit meinen Erfahrungen weiter zu helfen." 2010 will Smith dieses Projekt ernsthafter betreiben und auf eine breitere Basis bringen.

"Nächstes Jahr wollen wir ein oder zwei Fahrer in der spanischen Meisterschaft fahren lassen und auch einige in der britischen 600er-Superstock. Wir haben kein großartiges Budget, können aber auch so das Potenzial der jungen Piloten erkennen. 2009 haben wir eigentlich mitten in der Saison damit begonnen, doch für 2010 möchte ich bei der Auswahl der Fahrer mit einbezogen werden. Im September oder Oktober werden wir mit den Planungen für 2010 beginnen."

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