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Sandro Cortese festigte mit nun 65 Punkten seine Position als bester Deutscher in der WM © imago

Nach dem 125er-Rennen von Brünn hakt Stefan Bradl die WM ab, Cortese verspielt seine Podestchancen. Jonas Folger mäht die Wiese.

Brünn - Die deutschen Piloten verlieren die Weltspitze in der Motorrad-WM immer mehr aus den Augen. Beim 10. Saison-Rennen in Brünn fuhr das deutsche Quartett geschlossen in die Punkteränge und holte 26 Zähler, die Spitzenplatzierungen blieben aber erneut aus.

Danach erklärte der als Titelkandidat in die Saison gestartete Stefan Bradl (Zahling/Aprilia) den Kampf um die WM-Spitze sechs Runden vor dem Saisonende auch öffentlich für beendet.

"Ich schaue nur noch von Rennen zu Rennen. Es geht nur noch um gute Platzierungen", sagte der WM-Vierte des Vorjahres, der nach Platz sieben in Brünn Zehnter der Gesamtwertung der 125er-Klasse ist.

Cortese verspielt Podiumsplatz

Sandro Cortese (Berkheim/Derbi) wurde in Tschechien nach hartem Duell mit Bradl Sechster, ein verpatzter Start kostete ihn die mögliche Podestplatzierung.

Jonas Folger (Schwindegg/Aprilia) belegte drei Tage nach seinem 16. Geburtstag Rang zwölf, einen beachtlichen 13. Platz erreichte der ebenfalls erst 16 Jahre alte Gaststarter Marcel Schrötter (Pflugdorf/Honda).

Der Schützling des fünfmaligen Weltmeisters Toni Mang hatte schon beim ersten Wildcard-Start mit Rang zwölf auf dem Sachsenring überrascht.

Rossi fährt neuntem Titel entgegen

In der WM-Wertung baute der spanische Aprilia-Pilot Julian Simon die Führung durch seinen zweiten Platz auf 55,5 Punkte aus, Landsmann und Markenkollege Nicolas Terol ist nach seinem Sieg in Brünn nun Zweiter. Cortese (65) belegt Platz sieben, Folger (58) Rang neun.

Dagegen scheint Superstar Valentino Rossi der neunte WM-Titel nicht mehr zu nehmen. Der Yamaha-Pilot aus Italien bereits fuhr seinen fünften Saisonsieg ein und hat nach dem Ausscheiden seines Teamkollegen und schärfsten Verfolgers Jorge Lorenzo (Spanien) 50 Punkte Vorsprung in der WM-Wertung.

"Wir haben einen erkennbaren Schritt gemacht", sagte Bradl, der schon über die gesamte Saison mit Problemen zu kämpfen hat: "Ich bin zufrieden, aber es ist ausbaufähig. Ich muss wieder meine Linie finden und darf, wie der Papa sagt, nicht mehr so weite Kurven fahren." Bradls Vater Helmut war 1991 Vize-Weltmeister bei den 250ern.

"Regelrecht stehen geblieben"

Cortese haderte mit dem Start. "Den habe ich total vermasselt", sagte der 19-Jährige: "Ich bin regelrecht stehen geblieben. Ab der zweiten Runde habe ich angegriffen und einige Plätze gutgemacht. Aber die Spitze war schon zu weit weg."

Shootingstar Folger kämpfte um Schadensbegrenzung. "Ich musste einmal in die Wiese fahren und habe einige Fehler gemacht", sagte er traurig: "Es ging nur noch darum, ein paar Punkte mitzunehmen."

Dabei setzte er sich im internen Duell gegen Schrötter durch. Der Youngster war mit Rang 13 aber zufrieden, "auch wenn es nicht ganz gereicht hat, an Jonas dranzubleiben".

Simoncelli setzt Aufholjagd fort

In der 250er-Klasse setzte Titelverteidiger Marco Simoncelli mit dem dritten Saisonsieg seine Aufholjagd fort.

Der Gilera-Pilot aus Italien, der den Saisonauftakt verletzt verpasst hatte, hat nach dem Erfolg in Brünn noch 32 Zähler Rückstand auf den WM-Führenden Hiroshi Aoyama. Der Honda-Pilot aus Japan wurde in Brünn Vierter.

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