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Marco Melandri ist ziemlich sauer auf Stoner-Ersatzmann Mika Kallio © Bridgestone

Der 26-jährige Marco Melandri sieht die Schuld am Unfall in der vorletzten Runde in Brünn beim Finnen Mika Kallio

Zu einem heftigen Abflug kam es in Brünn in der Schlussphase des Rennens im Kampf um Platz acht, als Stoner-Ersatz Mika Kallio offensichtlich seinen Gegner Marco Melandri übersehen hatte. Beide Piloten mussten das Rennen nach diesem Unfall in aussichtsreicher Position aufgeben. Zum Glück blieben sowohl der Italiener Melandri als auch Ducati-Pilot Kallio bei diesem schlimm aussehenden Sturz unverletzt.

"Ich habe Kallio in der Schikane ganz normal überholt. Entweder hat er mich nicht gesehen oder weiß der Teufel was in ihn gefahren ist", wettert Hayate-Pilot Melandri. "Ich war jedenfalls klar vor ihm, als er mir in die Schwinge gefahren ist. Deswegen sind wir natürlich zu Sturz gekommen." Der Italiener ist in jedem Fall von seiner Unschuld überzeugt: "Nach diesem sauberen Überholmanöver war ich schon deutlich vor ihm. Er konnte auch seine Linie halten; so gesehen habe ich nichts falsch gemacht. Der Crash daraufhin war von der heftigeren Sorte."

Obwohl Kallio als eher ruhiger Typ bekannt ist, kam es jedoch noch an der Unfallstelle zu einem lautstarken Wortwechsel. "Nach dem Sturz hat er mich wild beschimpft", so Melandri. "Daraufhin habe ich zu ihm gesagt, er solle sich nicht aufregen und vielleicht die TV-Aufzeichnungen anschauen. Danach soll er seine Meinung nochmals überdenken, denn schlussendlich war ich bereits vor ihm. Ich selbst bin dabei aber ganz ruhig geblieben, denn so etwas kann im Rennsport vorkommen. Erst im Nachhinein habe ich mich ziemlich geärgert!"

Angesprochen auf das Rennwochenende in Tschechien meint der Italiener: "Es war ein sehr, sehr schwieriges Wochenende. Schon das Training war eines der schlechtesten für uns. Aber das Team hat sehr gute Arbeit geleistet, denn im Rennen waren wir ziemlich stark. In der Anfangsphase taten wir uns noch recht schwer. Aber erst als der Hinterreifen etwas nachgelassen hatte, konnten wir uns deutlich verbessern. Auch das Gefühl für die Front wurde zusehends besser. Das ganze Rennen musste ich mich dennoch mächtig ins Zeug legen, um die Jungs vor mir einholen zu können. Und dann endet das Rennen mit so einem dummen Zwischenfall."

Melandris Kampfgeist ist nach wie vor ungebrochen: "Ich bin überzeugt, mit einem besseren Startplatz oder Start selbst, können wir jeden Sonntag das Rennen im Bereich der Top 5 beenden." Für den heutigen Test am Automotodrom Brünn wartet auf Melandri und sein Hayate Racing Team viel Arbeit. Bis auf eine Vordergabel hat man von den neuen Fahrwerksteilen an diesem Wochenende noch nicht sehr vieles erprobt. "Samstag haben wir eine neue Gabel getestet. Dabei haben wir uns aber ein wenig vertan und einiges an Zeit verloren. Jetzt werden wir uns all den neuen Teilen ausführlich widmen."

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