vergrößernverkleinern
Toni Elias ärgert sich, dass andere gute Bikes bekommen, er aber nicht © Bridgestone

Toni Elias holte in Brünn für Gresini den ersten Podiumsplatz des Jahres, steht aber 2010 noch auf der Straße - Allmählich frustriert ihn die dauernde Jobsuche

Ironie des Schicksals: Kurz nachdem offiziell feststand, dass bei Gresini im nächsten Jahr kein Platz mehr für Toni Elias ist, holte der Spanier in Brünn für das Team den ersten Podiumsplatz dieser Saison. Durch den Ausfall von Yamaha-Pilot Jorge Lorenzo war für Elias der Weg frei, sich hinter Valentino Rossi und Dani Pedrosa den dritten Rang zu holen.

"Ich freue mich für mich für mein Team, denn es arbeitet wirklich hart für mich und endlich haben es geschafft", sagt Elias, die richtige Begeisterung will dabei nicht herüberkommen. "An diesem Wochenende waren wir gut, wir sind auf dem Podium und ich bin glücklich und sehr zufrieden. Jorge hat uns ein Geschenk gemacht. Das Geschenk war das Podium."

Allerdings hatte auch Elias seinen Teil zum Erfolg beigetragen - indem er sich im Fight gegen Honda-Werkspilot Andrea Dovizioso behaupten konnte: "Ich habe versucht, an den Jungs vor mir dranzubleiben, aber es war zu riskant, deshalb bin ich dann meinen Rhythmus gefahren. Ich war vor Andrea - er hat mich überholt, doch dann habe ich gesehen, dass er langsamer war als ich und habe mich wieder vor ihn gesetzt. Ich habe ziemlich gepusht, aber er hat auch ganz schön Druck gemacht."

Und dann kommt Elias zu den Grund dafür, warum ihm nicht so ganz nach Jubeln zumute ist. Denn nachdem sich Gresini dazu entschieden hat, 2010 mit Marco Melandri und Marco Simoncelli zu fahren, steht der Spanier auf der Straße. "Für die nächste Saison habe ich noch nichts", seufzt er und fügt an: "Es macht mich ein bisschen wütend. Denn es gibt viele Fahrer, die in den vergangenen drei Jahren nicht auf dem Podium waren, aber trotzdem immer ein gutes Bike bekommen. Ich habe in den vergangenen drei Jahren mehrere Podestplätze geholt, bin aber immer wieder in der gleichen Situation. Das ist schon komisch."

Elias ist inzwischen ein bisschen frustriert darüber, dass er wieder einmal auf Jobsuche ist und die guten Angebote ausbleiben. Deshalb hofft er, weiter gute Leistungen bringen zu können und damit potenzielle Arbeitgeber auf sich aufmerksam zu machen. Allerdings ist das gar nicht so einfach.

"Ich bekomme keine Hilfe von Honda", klagt er. "Aber ich bekomme Hilfe von meinem Team. Wenn mein Team meine Maschine verbessert, dann bin ich auch näher an der Spitze dran. Vorn geht es sehr eng zu, die vier, fünf Jungs da vorn auf Werksmaschinen sind unglaublich gute Rennfahrer."

"Aber wir sind die Besten im Verfolgerfeld. Wenn das schlechte Ergebnisse sind, dann verstehe ich es nicht", so Elias. "Ich denke, dass ich in den letzten Rennen einen guten Job gemacht habe, auch wenn ich nicht immer Glück hatte. Doch jetzt bin ich endlich Dritter geworden. Und die nächsten drei Rennstrecken mag ich sehr, ich versuche so weiterzumachen."

Er dürfe einfach nicht zu viel an die Zukunft denken, sondern müsse sich wie in Brünn auf das eigentliche Rennen konzentrieren, so Elias. Und er hofft auf Angebote: "Wenn mich jemand haben will: Hier bin ich!"

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel