vergrößernverkleinern
Bot im Qualifying eine überragende Leistung: Sandro Cortese © imago

Sandro Cortese holt sich für das Rennen in Indianapolis Startplatz zwei. Die anderen beiden deutschen Fahrer enttäuschen dagegen.

Indianapolis - Der deutsche Fahrer Sandro Cortese darf beim WM-Rennen auf der legendären Strecke in Indianapolis nach einer starken Vorstellung vom Sieg träumen.

Der Derbi-Pilot aus Berkheim belegte im Qualifying Rang zwei. Mit 1:49,387 Minuten war der derzeitige Siebte der WM-Wertung nur 50 Tausenstelsekunden langsamer als der spanische Gesamtführende Julian Simon (Aprilia).

Für die beiden anderen deutschen Piloten verlief das Qualifying dagegen frustrierend. Stefan Bradl (Zahling/Aprilia/1:50,530) geht nur von Platz 15 aus ins Rennen, Shootingstar Jonas Folger (Schwindegg/Aprilia/1:51,062) sogar nur von Rang 21.

Bradl mit Sturz

Bradl war zudem gestürzt. "Im ersten Moment dachte ich, das geht schon wieder. Aber in der Box habe ich dann gemerkt, was mir alles weh tut. Das Knie, die Hüfte, die Finger, halt überall ein wenig", meinte der WM-Vierte des Vorjahres.

Zum Rennen am Sonntag (ab 18 Uhr LIVE) sagte er: "Jetzt muss ich mir ein wenig Ruhe gönnen und dann schauen wir mal. Von Platz 15 ist es sicher nicht ganz einfach, aber ist noch immer alles möglich."

Größte Sportstätte des Planeten

Schon die nackten Zahlen verleihen "Indy" großen Glanz. Es ist nach Brooklands in England die zweitälteste Rennstrecke der Welt, mit 250.000 permanten Sitzplätzen und Kapazität für insgesamt bis zu 400.000 Besucher ist es die größte Sportstätte des Planeten.

Die dort seit 1911 ausgetragenen legendären 500 Meilen von Indianapolis sind die weltweit größten Eintages-Sportveranstaltung.

Fünf Tote beim ersten Rennen

Gigantismus alleine reicht nicht für einen Mythos. Aber über Indy schienen immer irgendwie Fluch und Segen gleichzeitig zu hängen. Hier wurden Helden geboren. Und hier ließ auch so mancher sein Leben.

Das erste Autorennen am 19. August 1909 forderte gleich fünf Todesopfer. Die notdürftig planierte Schotterpiste wurde daraufhin mit 3,2 Millionen Pflastersteinen befestigt.

Mit 350 über den "Brickyard"

Asphaltiert wurden erste Teile der Strecke erst nach 1935, als es in einem Rennen 15 Unfälle gegeben hatte. Erst 1960 wurde die Ziegelsteinoberfläche komplett geteert.

Bis auf einen ein Yard (etwa 90 Zentimeter) breiten Streifen an der Start- und Ziellinie. Dieser brachte dem Kurs den Namen Brickyard ein. Bei Geschwindigkeiten von über 350 km/h bildet dieser allerdings auch ein Risiko für Fahrer und Fahrzeuge.

In diesem Jahr zerstörte im Training zu den Indy 500 ein herausgerissener Stein die Radaufhängung des Brasilianers Mario Moraes.

Formel 1 außen vor

Dass die Formel 1 derzeit nicht - wie noch 1950 bis 1960 und 2000 und 2007 - im "Nudeltopf" gastiert, liegt jedoch an den Finanzen.

Als Formel-1-Boss Bernie Ecclestone die zehn Millionen Euro Lizenzgebühren nicht ausreichten, sprang im Vorjahr die Motorrad-WM ein.

Auch dies war ein geschichtsträchtiger Deal. Denn mit einem Motorradrennen hatte auf dem Oval 1909 alles begonnen.

Skandalrennen 2005

Ein Rennen für die Ewigkeit hat aber auch die Formel 1 hinterlassen. Sportlich schien nach der Rückkehr auf die um einen Straßenkurs erweiterten Strecke auch in Indy vieles wie andernorts; Michael Schumacher gewann in acht Jahren fünf Mal.

Doch 2005 musste er nur fünf Konkurrenten besiegen. Nach einem Unfall von Ralf Schumacher im Training fuhren im Rennen 14 Autos mit Michelin-Reifen nach der Aufwärmrunde aus Sicherheitsgründen wieder in die Box zurück.

Fans toben wie Ike

Der Grand Prix wurde zur Farce, die sechs Piloten auf der Strecke wurden von den 100.000 frustrierten Fans mit Bierbüchsen beworfen.

Genau wie die Motorradfahrer im Vorjahr. Nur da war es eben Ike.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel