vergrößernverkleinern
Jorge Lorenzo hat nun nur noch 25 Punkte Rückstand auf Valentino Rossi © IMS

Verkehrte Yamaha-Welt: Valentino Rossi scheidet nach Crash aus, Jorge Lorenzo siegt - Dani Pedrosa wirft alle Siegchancen nach drei Runden weg

Genau 100 Jahre nachdem die berühmte Indianapolis-Strecke mit einem Motorradrennen eingeweiht wurde, darf sich Jorge Lorenzo als Zweiradkönig im "Nudeltopf" feiern lassen. Der Spanier war der einzige des Favoriten-Trios, der eine fehlerlose Lestung zeigte und mit seinem Sieg nun sogar wieder im Titelkampf ganz neue Chancen hat. Lorenzo bejubelte seinen Erfolg gemeinsam mit 75.000 Zuschauern in IndyCar-Manier: Er kletterte den riesigen Schutzzaun an der Haupttribüne hoch.

Dabei hatte zum Start alles nach einem fabulösen Sonntag für den bisherigen Indianapolis-Dominator ausgesehen. Dani Pedrosa war - wie üblich - beim Start raketenartig weggekommen und hatte sich sofort ein paar Meter Abstand zu den Verfolgern Valentino Rossi und Lorenzo herausfahren können. Doch das Yamaha-Duo ließ nicht locker. Nach zwei Runden waren die beiden wieder an Pedrosas Hinterrad.

Dann in Runde vier der große Honda-Schock: Pedrosa verliert auf einem Asphaltübergang die Kontrolle über seine RC212V und fliegt ab! Der Spanier rappelt sich zwar wieder hoch, muss sich aber ganz hinten einreihen. Im weiteren Verlauf des Rennens zeigt Pedrosa, was möglich gewesen wäre. Mit einer unglaublichen Reihe von schnellen Runden kämpft er sich noch auf Platz zehn nach vorne. Vielleicht werden diese fünf Punkte nochmal wichtig...

Unterdessen zogen vorne die beiden Yamahas einsam ihre Runden. In Runde acht hatten Rossi und Lorenzo schon acht Sekunden Vorsprung auf den bärenstarken Gresini-Honda-Pilot Alex de Angelis. Doch dann das nächste Drama: Lorenzo legte vorne ein gutes Tempo vor, Rossi hielt den Anschluss, aber ihn hebelte es in Kurve eins heftig aus. Der "Doktor" versuchte noch, mit lädierter Maschine weiterzufahren, musste aber zwei Runden später aufgeben.

"Wir analysieren das gerade", gab sein Teamboss Davide Brivio zu Protokoll. "Es scheint so, als wäre er abseits der Ideallinie etwas auf den Dreck gekommen und deshalb abgeflogen. Gesundheitlich geht es Valentino bestens, aber er ist natürlich extrem enttäuscht." Zurecht, wie sich später zeigen sollte. Lorenzo konnte fortan kontrolliert zu seinem dritten Saisonsieg fahren und somit den Rückstand auf Rossi in der Gesamtwerung auf 25 Zähler halbieren.

Hinter dem Spanier wurde es nur kurz noch einmal spannend. Nicky Hayden hatte sich an Colin Edwards vorbeigeschoben und machte Jagd auf Alex de Angelis. Doch der Mann aus San Marino wehrte sich erfolgreich und konnte den Lokalmatador abschütteln. De Angelis feierte mit Rang zwei sensationell seinen ersten Podestplatz in der MotoGP. Was für eine Bewerbung um einen Job für 2010! Dahinter rettete sich Hayden knapp vor Andrea Dovizioso auf Rang drei ins Ziel.

Hinter dem Tech-3-Yamaha-Duo Edwards und James Toseland hatte Marco Melandri lange Zeit Rang sieben sicher, doch zwei Runden vor dem Ende flog auch der Italiener ab. Loris Capirossi, Mika Kallio, Toni Elias und der kämpfende Pedrosa rückten daher je einen Platz auf. Chris Vermeulen blieb als Elfter ebenso blass wie der verletzte Randy de Puniet auf Rang zwölf. Große Party gibt es sicherlich im Hause Espargaro: Jüngling Pol gewann das 125er-Rennen, Bruder Aleix beedente sein Debüt mit Paramc-Ducati auf Platz 13.

"Ich fahre hier mein erstes MotoGP-Rennen. Das ist natürlich nicht so einfach", meinte Aleix Espargaro vor seinem Renndebüt noch. "Aber heute morgen hat mein Bruder seinen ersten Grand Prix gewonnen. Das freut mich. Jetzt hoffe ich natürlich, dass ich dieses Rennen bis zum Ende fahren kann. Mal sehen, was dann drin ist." Zwei Punkte beim allerersten Auftritt sollten als gute Empfehlung für eine Weiterbeschäftigung dienen können. Gabor Talmacsi war als 14. wieder einmal chancenlos.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel