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Julian Simon ist auf dem sicheren Weg zum Weltmeistertitel © xpb.cc

Was für ein Finish beim 125er-Rennen in Misano: Andrea Iannone räumt Pol Espargaro in der letzten Kurve ab - Julian Simon siegt, die Deutschen stark

Was für ein Finale des 125er-Rennens in Misano. Auf den letzten Metern erbte WM-Leader Julian Simon einen Sieg, den Indianapolis-Triumphator Pol Espargaro eindeutig verdient gehabt hätte. Der Spanier war von weit hinten in unglaublicher Manier an die Spitze gestürmt, doch der übermütige Andrea Iannone ging bei seinem wilden Kampf um einen Heimsieg zu weit: Der Italiener räumte Espargaro in der letzten Kurve von der Bahn, Simon staubte ab.

Während Espargaro völlig entsetzt mit Fäusten auf Iannone losging, jubelte Simon über seinen Sieg. Dahinter freuten sich Nicolas Terol und Bradley Smith über völlig unerwartete Podestränge. Hinter Marc Marquez konnten Sandro Cortese und Stefan Bradl auf den Plätzen fünf und sechs gute Ergebnisse holen, auch Jonas Folger zeigte sich als Neunter in verbesserter Form.

Beim Start schoss sich zunächst Terol in Front, dahinter reihten sich Iannone, Simone Corsi und Julian Simon ein. Polemann Bradley Smith hatte Pech mit seinem Motorrad, das anfangs einfach nicht recht Gas annehmen wollte. Aspar-Pilot Sergio Gadea war schnell aus dem Rennen. Der Spanier stürzte im Getummel der ersten Kurve und hatte viel Glück, dass er nicht von einer folgenden Maschine erwischt wurde.

Vorne tobte zunächst ein Vierkampf, dahinter hatten sich Stefan Bvradl und Sandro Cortese in der Verfolgergruppe in eine gute Position gebracht. "Ich hoffe, dass ich der Führungsgruppe folgen kann. Aber es schwierig, weil der Wind viel heftiger geworden ist", hatte Bradl vor dem Start prognostiziert. Es lief dann aber doch bestens. Folger hatte sich beim Start von Platz 25 auf Rang zehn nach vorne torpediert.

In der Führungsgruppe hielt sich Julian Simon lange Zeit zurück und überließ Iannone die Arbeit an der Spitze. Nur selten steckte der WM-Führende mal sein Vorderrad in den Fahrtwind. Nicolas Terol musste nach einigen Runden vorne abreissen lassen, später verlor Corsi den Anschluss. Im Hintergrund legte allerdings Espargaro die schnellsten Runden auf den heißen Misano-Asphalt. Nach zwei Drittel des Rennens war Espargaro plötzlich vorne dran.

In Runde 20 zog der Spanier dann in Führung. Espargaro konnte zwar zunächst leicht wegziehen, doch der verbissene Iannone hängte sich voll rein und erkämpfte sich wieder das Hinterrad des Führenden. Julian Simon wollte kein Risiko eingehen und hielt sich klug aus dem drohenden Gemetzel heraus. Das sollte sich auszahlen: Als Iannone seine wilde Attacke in der letzen Kurve fuhr und damit Espargaro und sich selbst aus dem Rennen riss, konnte Simon gemütlich als Sieger ins Ziel rollen.

Einen starken Auftritt hatte auch Michael Ranseder. Der Österreicher, der am Vormittag im Warmup noch heftig gestürzt war, kämpfte sich konsequent nach vorne und holte letztlich auf Rang elf endlich wieder Punkte. Auch Dominique Aegerter darf sich für Platz 15 einen Zähler gutschreiben lassen.

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