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Marco Simoncelli wird am kommenden Wochenende auf dem Superbike sitzen © xpb.cc

Der amtierende 250er-Weltmeister Marco Simoncelli wird in Imola den Platz von Shinya Nakano bei Aprilia einnehmen - Alex Hofmann hat das Nachsehen

Aprilia hat passend zum anstehenden Heimspiel in Imola am kommenden Wochenende einen großen Coup gelandet. Die Italiener haben Marco Simoncelli für die beiden Rennen bestätigt. Der amtierende Champion der 250er-Klasse, der im kommenden Jahr mit Gresini-Honda in der MotoGP debütieren wird, darf in Imola den Platz neben Max Biaggi einnehmen, da Shinya Nakano einerseits verletzungsbedingt ausfällt und andererseits wohl ohnehin auf dem Abstellgleis steht.

Simoncelli hat bei den noch verbleibenden WM-Läufen des aktuellen Jahres kaum noch Aussichten auf eine erfolgreiche Titelverteidigung, daher hat er das Geschenk von Aprilia dankend angenommen. Bei den Testfahrten in Mugello konnte sich der Lockenkopf 91 Runden lang an die RSV4 gewöhnen und beeindruckte die italienische Mannschaft mit guten Zeiten und brauchbarem Feedback. Mit seiner Bestmarke von 1:53.5 Minuten lag Simoncelli nur knapp zwei Zehntelsekunden hinter Biaggi zurück.

"Ich bin mit dem Test sehr zufrieden", erklärt der künftige MotoGP-Pilot nach den Probefahrten. "Ich war sofort schnell und konnte mich und das Bike konsequent verbessern. Wir haben am Basissetup für Imola gearbeitet, damit wir schnell eine gute Einstellung auf der Strecke parat haben. Das macht uns das Leben leichter. Ich danke Aprilia für die großartige Gelegenheit."

Simoncelli war schon am Ende des vergangenen Jahres mit der Superbike-Weltmeisterschaft in Verbindung gebracht worden. Im Spätherbst durfte er in Valencia schon einmal auf die Maschine steigen. "Jetzt gebe ich mein Debüt in einer mir unbekannten Rennserie und dazu auf einer unbekannten Strecke", sagt der Italiener, der sich in Imola allerdings auskennen sollte. "Die Konkurrenz ist sehr stark, daher wird es sicherlich nicht einfach, auf Anhieb ein gutes Resultat zu bringen."

Die Simoncelli-Verpflichtung war bereits in den vergangenen Tagen als Gerücht durch den italienischen Medienwald geflattert, nun herrscht Gewissheit. Die Entscheidung dürfte Alex Hofmann nicht gerade gefallen. Der Deutsche ist offizieller Test- und Ersatzpilot von Aprilia und hatte sich nach dem Nakano-Ausfall bestimmt Hoffnungen auf ein Comeback gemacht. "Mich freut es für Marco", wird Biaggi auf 'RomagnaOggi.it' zitiert.

"Simoncelli ist bei uns herzlich willkommen und es wird toll sein, ihn im Team zu haben", jubelt der erfahrene Biaggi über seinen jungen Landsmann. "Es ist für Marco eine tolle Gelegenheit. Ich hoffe, dass sich Nakano schnell von seiner Nackenverletzung erholt, die er sich in Deutschland zugezogen hat." Die Testzeiten der beiden Aprilia-Piloten waren in Mugello nur mäßig.

Mit seiner besten Runde in 1:53.4 Minuten konnte Biaggi zwar Ducati-Pilot Michel Fabrizio in Schach halten, aber der Abstand zu dessen Teamkollegen Noriyuki Haga (1:52.3 Minuten) war schon recht deutlich. "Es lief gut", so der Japaner, der noch Hoffnungen auf den Titel hat. "Wir werden am Freitag etwas ausprobieren, was beim Test gut funktioniert hat." Fabrizio meinte trotz des Rückstandes von über einer Sekunde ganz gelassen: "Es lief alles gut. Wir sind zufrieden mit den Fortschritten und auch mit den Rundenzeiten."

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