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Ben Spies startet als Tabellenführer in die Imola-Rennen © Yamaha

Ein heißer Titelkampf an der Spitze, Mrco Simoncelli als Ersatzmann und Zuschaueransturm schon am Donnerstag: Imola feiert ein Motorradfest

Der Superbike-Tross wurde in Imola von strahlendem Sonnenschein und unzähligen Fans willkommen geheißen. Erstmals seit 2006 wird auf der Strecke im Südosten Bolognas wieder ein WM-Lauf ausgetragen. Schon am gestrigen Donnerstag strömten tausende Fans zum "Tag der offenen Tür" im Fahrerlager, wo Autogrammstunden und die Pressekonferenz auf dem Programm standen.

Sieben Werksteams (Aprilia, BMW Motorrad, Ducati, Ten Kate Honda, Kawasaki, Suzuki Alstare und Yamaha World) waren bei der Pressekonferenz dabei, vertreten durch ihre Fahrer Max Biaggi, Troy Corser, Noriyuki Haga, Michel Fabrizio, Jonathan Rea, Broc Parkes, Karl Muggeridge und Gesamtleader Ben Spies. Sie alle blickten voraus auf das Rennwochenende, an dem der WM-Kampf im Mittelpunkt steht.

"Es ist noch nicht lange her, da lag ich 88 Punkte zurück, und nun führen wir drei Rennwochenende vor Schluss die Tabelle an", sagte Yamaha-Shootingstar Ben Spies. "Jetzt sind wir endlich wieder an der Rennstrecke und können uns auf die Arbeit konzentrieren. Wir wissen, was wir zu tun haben. Dies ist eines jener Wochenenden, an denen man die Meisterschaft zwar nicht gewinnen, aber verlieren kann. Wir hatten hier einen guten Test und die Maschine hat gut funktioniert. Schauen wir also, wo wir am Sonntag landen. Danach überlegen wir uns eine Strategie für die letzten Rennen."

Sein Rivale, Ducati-Pilot Noriyuki Haga, antwortete mit einer Kampfansage: "Obwohl ich am hiesigen Test nicht teilgenommen habe, weil ich noch verletzt war, kenne ich die Strecke sehrgut. Die Saison hat sehr gut angefangen, aber dann hatte ich einen Crash. Der Kampf ist aber noch lange nicht vorbei! Ich bin zwar erst zu 99 Prozent fit, aber an den letzten drei Rennwochenenden muss ich gewinnen, damit ich wieder an die Spitze der Meisterschaft komme!"

Ten-Kate-Pilot Jonathan Rea kommt voller Motivation nach Imola. Der Brite hat gerade seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert. Jetzt kann er sich wieder auf das Rennfahren konzentrieren - und er will weitere Erfolge holen. Zwei Siege konnte der Rookie schon einfahren, damit ist er Vierter der Gesamtwertung.

"Um ehrlich zu sein, habe ich am Aanfang des Jahres gedacht, dass Platz sechs oder sieben in der Gesamtwertung schon gut wären", so Rea. "Ich denke, wir sind ein bisschen über uns hinausgewachsen, denn die Maschine wurde immer besser und nun kämpfe ich an der Spitze gegen Leute wie Nori, Michel und Ben. Das gibt mir die Zuversicht, dass ich jetzt in jedem Rennen vorn mit dabei sein kann."

Aprilia: Italienischer geht es nicht

Wie eine Bombe schlug am gestrigen Donnerstag die Nachricht ein, dass Aprilia für die Imola-Rennen einen prominenten Ersatzfahrer gefunden hat. Der amtierende 250er-Weltmeister Marco Simoncelli wird an der Seite von Max Biaggi in die Rennen gehen und damit den verletzten Shinya Nakano vertreten. Damit treten in Italien für das italienische Team zwei Italiener an.

"Ich habe ein bisschen mit Aprilia getestet und es lief ganz gut. Ich hoffe, ich kann hier auch so schnell sein", sagte Simoncelli. "Es ist klar, dass es nicht einfach wird, aber ich muss mein Bestes versuchen, einen guten Job machen, das Bike richtig abstimmen und in den Rennen so schnell wie möglich fahren. Meine Gegner sind alle sehr stark, für mich wäre es ein tolles Ergebnis, wenn ich in die Top 5 fahren könnte. Das wäre für mich wie ein Sieg!"

Sein Teamkollege Biaggi ergänzte: "Es ist klasse, dass Jungs wie Simoncelli kommen und gelegentlich Superbike fahren. Sie können dabei Erfahrung sammeln und unserer Serie tut es sehr gut. Ich wäre allerdings weniger glücklich, wenn er schneller sein sollte als ich!"

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