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"Rossi macht es einfach Spaß, Rennen zu fahren", sagt Burgess © Yamaha

Jeremy Burgess, der Chefmechaniker von Valentino Rossi, spricht über die besondere Beziehung zu seinem Fahrer und vergleicht ihn mit Mick Doohan

Burgess ist ein Urgestein der Motorrad-Weltmeisterschaft. Der Australier war bereits bei Randy Mamola und Freddie Spencer als Mechaniker tätig und betreute danach in leitender Funktion Wayne Gardner, Mick Doohan und eben Valentino Rossi. Mit allen drei Legenden gewann er als Chefingenieur den Fahrertitel in der Königsklasse.

Als Valentino Rossi 2004 von Honda zu Yamaha wechselte, begleitete ihn sein Chefmechaniker, der schwärmt: "Ich denke, dass der Motorradsport nie wieder derselbe sein wird, da Valentino Rossi gezeigt hat, dass er auf einer Honda gewinnen konnte, auf welcher kein anderer Fahrer gewinnen konnte und dass er dann einfach die Yamaha nehmen konnte, auf der auch kein anderer Fahrer konstant Leistung abrufen konnte, und er gewann auf ihr."

Burgess und Rossi ergänzen sich perfekt. Wenn der Australier auf die Anfangszeit bei Yamaha zurückblickt, erinnert er sich daran, dass zunächst vor allem diplomatisches Geschick gefragt war. "Ich konnte nicht zu Yamaha kommen und herumschreien und klagen und die Dinge ändern, die sie taten. Es war notwendig mit Valentino und den Yamaha-Ingenieuren zusammenzuarbeiten, um die Probleme zu lösen, die sie hatten. Wir mussten einen Schritt zurückgehen und analysieren, warum wir zu jener Zeit oder sie zu einer anderen Zeit nicht so konkurrenzfähig waren, wie der Gegner. Wir mussten die Richtung diplomatisch ändern ohne die anderen dastehen zu lassen, als hätten sie Fehler gemacht", erklärt Burgess.

Die Betonung liegt dabei auf "Wir", denn Burgess und sein Star-Fahrer arbeiten bei der Entwicklung der Maschine Hand in Hand. Von dieser Zusammenarbeit profitieren allerdings auch die anderen Fahrer der Yamaha wie WM-Konkurrent Jorge Lorenzo. Dieser profitiert von der Entwicklungsarbeit die Rossi mit seinem Chefmechaniker über die Jahre hinweg geleistet hat. "Natürlich ist es, aus Ingenieurssicht, mein Ziel, ein Bike zu bauen, welches alle Fahrer fahren können. Es ist ein sehr gut abgestimmtes Motorrad, welches von Valentino Rossi entwickelt wurde. Und jeder Fahrer, der hier ankommt, braucht sich über die Entwicklung keine Sorgen machen", erklärt Burgess und ergänzt: "Sie haben das Glück, dass sie die Informationen, die wir über viele Jahre zusammengetragen haben, einsehen können. Und außerdem haben wir in den letzten zwei Jahren - gerade auf den Bridgestone-Reifen - gute Setups zusammengestellt. Es ist also nicht so einfach, das Bike zu entwickeln, wie es zu fahren. Wir haben einen Fahrer, Valentino, der das Motorrad entwickelt und wir haben auf der anderen Seite Fahrer, die das Motorrad einfach nur zu fahren haben."

Der Vergleich zwischen Doohan und Rossi

Als alter Hase im Geschäft hat Burgess schon mit vielen großen Fahrern zusammenarbeiten können. Die größten unter ihnen sind unzweifelhaft Mick Doohan und Valentino Rossi. "Wenn Fahrer wie Mick oder Valentino eine Zahl an Weltmeistertitel aufreihen, dann ist es klar, dass sie in einer anderen Gruppe sind", beschreibt Burgess den Sonderstatus der beiden Superstars.

Von den Persönlichkeiten sind die beiden jedoch nicht zu vergleichen, wie Burgess erklärt: "Natürlich waren und sind sie in der Box sehr verschieden. Valentino ist ein bin-ich-glücklich-fahre-ich-gut-Typ, aber dennoch nimmt er seinen Job sehr ernst. Es macht ihm Spaß und er hat sehr viel Talent. Mick hingegen war in der Box sehr erbittert. Und ihm war es sehr ernst mit dem was er tat und erreichte sehr viel. Wenn man beide in einem Satz zusammenfassen soll, dann könnte man sagen, dass es Valentino Spaß macht, Rennen zu fahren, während es Mick Doohan Spaß machte, zu gewinnen."

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