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Sergio Gadea will auch in seinem 100. Grand Prix auf dem Podest stehen © xpb.cc

Für Sergio Gadea wird das Rennwochenende auf Phillip Island zu einem ganz besonderes Ereignis: Zum 100. Mal in einen Grand Prix

Mit bisher 99 Grand-Prix-Starts zählt Sergio Gadea aus der ländlichen Gegend um Puzol im Norden Valencias längst zu den Urgesteinen der kleinen Klasse in der Weltmeisterschaft. Seit seinem WM-Debüt in der spanischen Runde im Jahr 2003 konnte er bisher lediglich drei Grand Prix für sich entscheiden und insgesamt stand der Spanier 15 Mal bei einer Siegerehrung nach einem Grand Prix auf dem Podium.

Die Karriere des Aspar-Piloten konnte kaum abwechslungsreicher verlaufen. Nach vier Wildcard-Einsätzen 2003 bestritt Gadea im Jahr darauf seine erste volle WM-Saison, die er als 19. der Gesamtwertung beendete. 2005 konnte er sich bis auf Rang 12 verbessern. In der nachfolgenden Saison war der Langzeit-Angestellte von Jorge Martinez "Aspar" bis zum letzten Saisondrittel ein ernstzunehmender Titelkandidat. Der fünfte Gesamtrang 2006 ist seine bisher beste Platzierung in einer WM-Kampagne.

Während Gadeas Teamkollegen Gabor Talmacsi und Hector Faubel 2007 den Titelkampf unter sich ausfochten, rutschte er im Endklassement auf Platz sieben ab. Noch schlimmer erging es dem Aprilia-Pilot in der vergangenen Saison, wo gar nur Platz zwölf am Ende herausschaute. Und dies obwohl er bei seiner Siegesfahrt im Nachtrennen in Katar mit gebrochenen Schlüsselbein fulminant in die Saison gestartet war.

"Trotz meiner Verletzung, die ich mir beim letzten Test eine Woche vor dem WM-Auftakt zugezogen hatte, verlief der Saisonstart 2007 recht vielversprechend", blickt Gadea zurück. "Doch schon mit dem nächsten Rennen wollte mir gar nichts mehr gelingen. 2008 war kein einfaches Jahr für mich. Viele hatten mich bereits abgeschrieben. Aber umso verbissener habe ich in den Wintermonaten an mir gearbeitet und bin mit gestärkter Mentalität zurück gekehrt."

"Es ist auch eine Frage des Glücks", fährt der momentane WM-Fünfte fort, der in dieser Saison wieder einen Aufschwung erlebt. "Um zu den Besten zu gehören, braucht man auch etwas Glück. Seit einigen Jahren fahre ich im besten Team, aber bis jetzt ist mir der ganz große Durchbruch noch nicht gelungen, während meine Teamkollegen hingegen Jahr für Jahr um den Titel kämpfen."

An Selbstkritik mangelt es Gadea keinesfalls: "Am Material scheitert es gewiss nicht, denn es unterscheidet sich kaum von dem meiner Kameraden. Auch meine Mannschaft erledigt einen guten Job und ich habe auch ein gutes Gefühl für meine Maschine. Also werde ich weiter hart an mir arbeiten." Dass er es kann, zeigten drei Podiumsplatzierungen am Stück zur Halbzeit dieser Weltmeisterschaft. Darunter auch Gadeas Triumph in Assen.

"Barcelona und Sachsenring waren meiner Meinung nach meine besten Rennen in dieser Saison soweit", meint Gadea. "Holland war natürlich fantastisch. Endlich durfte ich wieder einmal das Gefühl eines Sieges auskosten. Aber in den beiden anderen Rennen war meine Leistung besonders stark. Auch in Großbritannien fuhr ich bis zu meinem Sturz einen starken Grand Prix."

Auf seine Saisonziele angesprochen soll sogar noch eine Podiumsplatzierung in der Punktetabelle drin sein. "In erster Linie möchte ich noch weitere Rennen gewinnen und möglichst oft am Podium stehen. Jedenfalls werde ich in jedem Rennen mein Bestes geben. Vielleicht geht sich am Ende noch der dritte Gesamtrang aus", gibt Gadea an, bevor er auf seine Erwartungen für den Grand Prix von Australien zu sprechen kommt.

"Phillip Island ist eine Rennstrecke, die ich mag und von der ich weiß, dass ich dort sehr schnell bin", sagt der Spanier. "Meine Leistung zuletzt in Portugal zeigte, dass wir in der Lage sind, an der Spitze kämpfen zu können. Daher werde ich keineswegs das Handtuch zu früh werfen und noch alles versuchen um Dritter in der WM zu werden. Der zweite Platz ist wohl schon zu weit entfernt. Diesen Sonntag werde ich auch meinen 100. Grand Prix bestreiten. Natürlich wäre es schön, dieses Ereignis mit einem Sieg zu feiern."

Ebenso relaxt zeigt sich der stolze Spanier was seine Zukunft für 2010 betrifft. "Im Moment konzentriere ich mich darauf in den noch ausstehenden Rennen gute Resultate einzufahren", lautet seine Devise. "Mit guten Ergebnissen bringe ich mich bei den Teamchefs in eine gute Ausgangslage und es werden Angebote für 2010 kommen. Ob ich weiter in der 125er-Klasse bleiben werde oder in die neue Moto2 aufsteige, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch völlig offen."

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