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Michael Schumacher fuhr am 20. März 2008 in Ungarn sein erstes Motorrad-Rennen © getty

Der pensionierte Formel-1-Weltmeister kann es nicht lassen und will 2010 für KTM wieder ins Renngeschehen einsteigen.

München - Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher wird 2010 aller Voraussicht nach wieder Motorrad-Rennen fahren.

Im Gespräch ist nach Informationen der "Bild-Zeitung" ein Einsatz als Werksfahrer für den österreichischen Hersteller KTM.

"Wir wollten ihn sogar als Stammfahrer holen, er hat aber abgesagt", verriet KTM-Mitbesitzer Heinz Kinigadner der 'BamS': "Den Rennstress einer kompletten Saison will er sich nicht mehr antun."

Schumacher soll für KTM in der Internationalen Deutschen Meisterschaft mit einem 180 PS starken Superbike antreten.

Bislang fuhr er eine Honda Fireblade für den Rennstall von Jens Holzhauser. Mit dieser Maschine hatte er im Februar im spanischen Cartagena jenen schweren Unfall, dessen Folgen sein geplantes Formel-1-Comeback verhinderten.

Risiko "kalkulierbar"

Während Schumachers Manager Willi Weber die KTM-Pläne als "möglich" bezeichnete, wollte Schumacher selbst sich im Gespräch mit dem "Spiegel" nicht festlegen:

"Wenn, dann werde ich mir etwas engere Grenzen setzen. Ich war nicht immer der Vernünftigste. Das betrifft nicht nur das Motorradfahren." Nach wie vor hält der 40-Jährige das Risiko auf zwei Rädern für "kalkulierbar".

Formel 1 noch nicht abgehakt

Die Formel 1 hat Schumacher trotz seines in diesem Jahr gescheiterten Comebacks noch nicht abgehakt.

"Ich bereue meinen Rücktritt vor drei Jahren jetzt genauso wenig wie damals. Trotzdem gibt es keinen Grund, eine endgültige Aussage zu machen. Warum sollte ich mich festlegen?", sagte er.

Nachdem er Ende Juli sein Comeback angekündigt hatte, habe er "sehr viel Unterstützung und Sympathie erlebt. Das hat mich sehr gerührt".

Zu Beginn seiner Karriere sei er oft als Roboter dargestellt worden, als Unnahbarer, als der Unsympathische: "Der Imagewandel wundert mich. Ich frage mich schon, was da passiert ist."

"Sehne mich nicht nach Rummel"

Seine Rolle als deutsches Sportidol sieht er zwiespältig. "Der Rummel, die Prominenz, der Hype, danach habe ich mich nicht gesehnt", sagte er: "Ich habe damals eine Art Schutzschild mit mir getragen. Das kann ziemlich anstrengend sein."

Das sei auch ein Grund für das Karriereende nach 16 Jahren in der Formel 1 gewesen: "Es wurde immer schwieriger, sich und den anderen gerecht zu werden."

Neues Kapitel

Mit der Planung seiner Zukunft lässt sich Schumacher Zeit. "Ich muss nicht Rennleiter von Ferrari sein, um ein ausgefülltes Leben zu haben", sagte er:

"Aber mir ist auch klar geworden, dass irgendwann etwas Neues kommen wird, ein neues Kapitel."

Schumacher: Todt als FIA-Präsident der Richtige

Das will auch sein alter Freund und Wegbegleiter Jean Todt aufschlagen, der bei der Wahl des FIA-Präsidenten am 23. Oktober in Paris ebenso wie der ehemalige Rallye-Weltmeister Ari Vatanen für das Amt kandidiert und in diesem Ansinnen von Schumacher tatkräftig unterstützt wird.

"Ich bin absolut überzeugt davon, dass Jean Todt der richtige Mann für dieses Amt ist", schrieb Schumacher in einem offenen Brief an die Präsidenten der FIA-Mitgliedsverbände:

"Nachdem ich 15 Jahre lang eng mit ihm zusammengearbeitet habe, glaube ich, dass ich das sagen darf. Todts Führungsqualitäten, seine Loyalität, sein Wissen stünden außer Frage:

"Aber seine herausragende Eigenschaft ist meiner Meinung nach seine Teamfähigkeit."

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