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Der 22-jährige spanische Titelgewinner Julian Simon begann seine Karriere 2002 bei Honda © getty

Julian Simon feiert nach seinem Titel Wiedergutmachung. Ein deutscher Pilot hat den Aufstieg trotz seines Ausfalls sicher.

Phillip Island - Ein Gescheiterter weinte weltmeisterliche Tränen, Sandro Cortese erreichte im Kampf um seine Zukunft erneut das Podium und Stefan Bradl wird langsam aber sicher zum Bruchpiloten:

Die Motorrad-WM lieferte im drittletzten Saisonrennen noch einmal große Emotionen und die erste Titel-Entscheidung. Der Spanier Julian Simon gewann mit seinem fünften Saisonsieg die Krone in der Klasse bis 125 ccm.

Ausgerechnet auf Phillip Island/Australien, wo er im Vorjahr mitleidig belächelt als Absteiger aus der Viertelliterklasse einen Vertrag beim 125er-Team unterschrieb.

"Jetzt bin ich Weltmeister, das ist unglaublich und irgendwie verrückt. Ich bin einfach nur sehr, sehr glücklich", sagte der 22-Jährige mit feuchten Augen.

Bradl am Boden zerstört

Direkt neben dem neuen Champion stand Cortese (Berkheim/Derbi) als Drittplatzierter auf dem Podest. Auch der 19-jährige Schwabe genoss die Champagner-Dusche ausgiebig und war "sehr glücklich".

Mit dem zweiten Podiumsplatz in Folge nach Rang zwei in Estoril lieferte der WM-Siebte weiter gute Argumente für den noch nicht ganz sicheren Verbleib in der WM.

Der letztjährige WM-Vierte Bradl hat dagegen bereits den Aufstieg in die neue Moto2 sicher, war nach dem erneuten Ausfall aber am Boden zerstört.

Bereits fünf Ausfälle

"Das war mein Fehler, und deshalb tut mir es auch für mein Team leid", sagte der 19-Jährige nach dem Sturz in der dritten Runde sichtlich geknickt, versprach aber:

"Wir werden den Kopf nicht hängen lassen. In so einer Situation ist es nicht leicht, die Motivation oben zu halten, aber das Team steht hinter mir, und wir werden in den letzten Rennen alles tun, damit wir noch Erfolge feiern können."

Fünf Ausfälle hat Bradl als WM-Neunter nun schon zu verzeichnen, mehr als jeder andere Pilot in den Top Ten.

Rossi wohl mit Vorentscheidung

Abwärts zeigt auch die Formkurve von Jonas Folger. Der 16 Jahre alte Shootingstar der ersten Rennen wurde in Australien 14. Bei den letzten sieben Läufen fuhr er nur als Neunter in San Marino unter die ersten Zehn.

In der MotoGP könnte derweil eine Vorentscheidung zugunsten des achtmaligen Weltmeisters Valentino Rossi (Italien/Yamaha) gefallen sein.

Nachdem sein Teamkollege und Rivale Jorge Lorenzo (Spanien) ausgeschieden war, ging der Superstar der Szene kein Risiko ein und fuhr Rang zwei hinter dem Australier Casey Stoner (Ducati) sicher nach Hause.

4. Platz reicht zum Triumph

Bei 38 Punkten Vorsprung würde Rossi nächste Woche in Malaysia ein vierter Platz zum neunten Titel reichen, schlechter schnitt der Italiener nur in der drei der bisherigen 15 Rennen ab.

Stoner feierte im zweiten Rennen nach wochenlanger Pause wegen seiner Blutarmut den dritten Heimsieg in Folge.

Der Kampf um den letzten Titel der 250er-Klasse ist unterdessen spannender denn je.

Simoncelli macht Boden gut

Titelverteidiger Marco Simoncelli (Italien/Gilera) hat nach seinem sechsten Saisonsieg nur noch zwölf Punkte Rückstand auf den Japaner Hiroshi Aoyama (Honda), der in Australien nur Siebter wurde.

Simoncelli, der die ersten beiden Rennen verletzt verpasst hatte, wird in Italien schon als legitimer Nachfolger Rossis gepriesen.

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