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Paul Denning und Loris Capirossi werden noch ein Jahr lang zusammenarbeiten © Suzuki

Paul Denning im Exklusivinterview: Der Suzuki-Teamchef über hausgemachte Probleme, Testeinschränkungen und seine Hoffnung namens Alvaro Bautista

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"Unsere Entscheidung ist dennoch ganz einfach zu erklären. Alvaro ist einer der talentiertesten 250er-Fahrer der Gegenwart. Er kämpft erneut um die Weltmeisterschaft und zeigt auch viel Begeisterung für den Rennsport. Die momentane Situation mit den 800ern für einen Wechsel in die MotoGP ist bestimmt nicht einfach, aber sicherlich der einfachste Weg für einen Fahrer das Umfeld zu verstehen. Alvaro ist schon sehr auf MotoGP fixiert und von unserer Seite wollten wir mit einem neuen Fahrer einen Neustart machen. Daher würde ich sagen, dass wir mit unserer Wahl Glück hatten. Was Loris betrifft, kann ich nur sagen, dass er selbst nicht länger als ein Jahr plant."

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"Es liegt aber nicht nur an unserem Motorrad, sondern es spielen auch das Vertrauen und der Glauben an das Material unserer Fahrer eine Rolle. Es wird daher noch eine geraume Zeit lang dauern, bis die Fahrer das Vertrauen erlangen, um ihr eigenes Level entsprechend steigern zu können. Aber auch von unserer Seite besteht Handlungsbedarf, indem wir den Piloten ein Motorrad zur Verfügung stellen, mit dem sie ans Limit gehen können. Das Motorrad braucht von allem ein wenig, um besser zu sein."

"Aber das gesamte Paket ist nicht so schlecht. Im Moment ist es sicher keine Sieger-Maschine, aber wir sind am Podium nahe dran. Dennoch ist es frustrierend, pro Runde ein halbe Sekunde zu verlieren. Dies bedeutet über die gesamte Renndistanz einen Rückstand von 15 Sekunden und mehr. Der Abstand zur Spitze ist nicht so groß und dennoch nicht zu übersehen, daher müssen wir noch hart und viel arbeiten."

Kein Verständnis für Testbeschränkung

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"Hinzu kommt auch, dass die Teststrecke in Japan gut ist, aber wegen des unbeständigen Wetters nicht sehr oft gefahren werden kann. Meiner Ansicht wurde daher mit der Streichung der Testtage nach einem Grand Prix der größte Fehler begangen. Billiger wären wir zu keinen Testmöglichkeiten gekommen. Die Rennstrecke ist bis einschließlich Dienstag nach einem Grand Prix von der Dorna bezahlt. Wir hätten dafür keinen Cent bezahlen müssen. Alles ist vor Ort. Die Fahrer, die Teams in voller Besetzung, usw. Von unserer Seite wären zusätzlich eine Nacht im Hotel aufzuwenden gewesen, das bisschen an Sprit und die Reifen. Billiger ginge es wirklich nicht, und dann wurden diese Tests doch gecancelt. Nach der Saison geht jedes der Teams an verschiedene Rennstrecke zum Testen. Ducati nach Jerez, usw. Für mich ist diese Regelung völliger Schwachsinn."

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"In Summe sind dies bestenfalls - denn wir können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht garantieren, dass er schon in Valencia auf unserem Bike sitzen wird - insgesamt sechs Testtage und zweimal kann er in der Nacht fahren; das ist nicht wirklich viel. Und wie soll ein junger Fahrer mit solchen Restriktionen auf das Level der Topleute kommen...? Andererseits übt Ducati immer sehr viel Druck aus, man könne nicht nach den Rennen testen. Dabei haben sie mit Mugello eine Einrichtung zur Verfügung, die Ducati fast gar nichts kostet. Erst vor Kurzem hat man dort mit zwei Fahrern drei Tage lang getestet! Für mich ist das Ganze unverständlich. Aber im Laufe einer Saison lässt sich dies sowieso nicht von einem auf den anderen Tag ändern."

MotoGP soll die Königsklasse bleiben

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"2010 werden wir mit Sicherheit auch ein hochkarätiges Starterfeld sehen. Für mich zählt die Qualität mehr als die Anzahl der Motorräder. Gleichzeitig ist auch klar, dass jeder mit 22 oder 24 Bikes einverstanden wäre. Aber unter dem momentanen technischen Reglement und der finanziellen Situation ist es schwer vorstellbar, wie man die Anzahl erhöhen könnte. Diesbezüglich müssen wir abwarten, was in nächster Zeit passieren wird."

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"Er hat seine Wahl mit einem ausgezeichneten Job bestätigt und somit verdient er auch seine Chance in MotoGP. Natürlich stehen wir nach wie vor in Kontakt, aber Yamaha hat ihm eine ausgezeichnete Möglichkeit gegeben, sich auf Weltebene zu bewähren. Aus unserer Sicht ist es natürlich bedauerlich, aber innerhalb von Suzuki, inklusive meiner Person, hatte niemand wirklich Zweifel an seinen Fähigkeiten. Aber wie gesagt, wir konnten ihm für dieses Jahr keine Möglichkeit bieten."

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