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Valentino Rossi kann sich bereits in Sepang seinen neunten Titel holen © Bridgestone

Valentino Rossi kann in Sepang vorzeitig seinen neunten Weltmeistertitel holen - Teamkollege Jorge Lorenzo hat den Titelkampf eigentlich auch schon abgehakt

Für Yamaha ist die Saison 2009 so schon die erfolgreichste der Teamgeschichte. Valentino Rossi oder Jorge Lorenzo holten in zehn der bisher 15 Rennen die Siege, nur einmal stand keiner der beiden Yamaha-Piloten auf dem Podium. In Sepang könnte zumindest Rossi am kommenden Wochenende noch mehr feiern: Der "Doktor" hat im Titelrennen seinen ersten Matchball und kann sich vorzeitig seinen ingesamt neunten Weltmeistertitel sichern.

Nach seinem zweiten Platz am vergangenen Sonntag auf Phillip Island hat Rossi nun 38 Punkte Vorsprung auf seinen Teamkollegen Lorenzo. Sollte der Italiener nach dem Malaysia-Rennen noch ein Polster von 25 Punkten haben, dann wäre er vorzeitig Weltmeister. Das heißt: Selbst wenn Lorenzo gewinnen sollte, würde Rossi ein vierter Platz reichen, um sich schon vor deme Finale in Valencia die Krone aufzusetzen. Doch vierte Plätze sind normalerweise nicht das, womit sich der italienische Superstar zufrieden gibt.

Zudem kann der 30-Jährige eine beeindruckende Sepang-Statistik vorweisen. Rossi hat auf der malaysischen Strecke bereits fünfmal gewonnen, unter anderem im vergangenen Jahr, kurz nachdem er sich in Japan schon vorzeitig seinen achten WM-Titel geholt hatte. 2005 durfte Rossi in Sepang den Gewinn seines zweiten Titels mit Yamaha feiern. Damals reichte ihm ein zweiter Platz. Das will er in diesem Jahr wieder so machen - denn auf einen Showdown gegen Teamkollege Lorenzo beim Finale in Valencia kann Rossi gut und gerne verzichten.

"Phillip Island war für uns in Sachen Gesamtwertung Gold wert. Nun geht es nach Malaysia, auf eine weitere meiner Lieblingsstrecken. Und dort habe ich den ersten Matchball", so Rossi. "Natürlich kann dort alles passieren, aber für mich lief es dort immer großartig, zudem liegt der Kurs der Yamaha. Von daher haben wir sehr gute Chancen."

Das Team habe in Phillip Island "brillant" gearbeitet, fährt der Italiener fort, "und wenn wir das auch in Sepang tun, dann werden wir ein hervorragendes Wochenende haben. Zurücklehnen dürfen wir uns aber nicht: Jeder ist konzentriert, motiviert und aufgeregt. Unser Hauptziel für dieses Wochenende ist, den Titel einzufahren. Wir werden unser Bestes geben und dann am Sonntagabend sehen, ob es gelungen ist."

"Wir sind fast am Ende der Saison angelangt und Sepang könnte für uns das wichtigste Rennen des Jahres werden", pflichtet Rossis Renningenieur Davide Brivio bei. "Auch wenn seit Phillip Island erst ein paar Tage vergangen sind, werden wir uns ab Mittwoch wieder voll konzentriert an die Arbeit machen. Das Ziel ist natürlich, unser Bestes zu geben und hoffentlich den Titel zu holen. Wir haben einen Vorsprung von 38 Punkten, doch unsere Taktik wird sein wie in Australien - mit einem Auge werden wir auf den Titel schielen, mit dem anderen Auge auf einen möglichen Rennsieg. Es wird für alle Beteiligten ein aufregendes Wochenende."

Lorenzo will Platz zwei sichern

Rossis Teamkollege Lorenzo räumt sich nach dem verkorksten Wochenende auf Phillip Island eigentlich auch keine Titelchancen mehr ein. Für den Mallorquiner endete ein schwieriges Australien-Wochenende im Kiesbett von Kurve eins. Den Titelkampf hat er danach abgehakt, jetzt will Lorenzo seinen zweiten Platz sichern.

"Nach der Enttäuschung von Australien bin ich froh, dass ich so schnell wieder auf die Maschine kann", erklärt der 22-Jährige. "Ich bin nicht verletzt und für das Rennen gut in Form. Ich denke jetzt nicht mehr an den Titel. Mein Ziel ist, Platz zwei in der Meisterschaft zu halten. In meiner erst zweiten Saison in der MotoGP wäre auch das ein großartiges Ergebnis und ich wäre sehr glücklich, wenn mir das gelingt."

Wie Rossi mag Lorenzo die Strecke in der Nähe von Kuala Lumpur: "Ich kenne sie vom Testen her sehr gut. Und ich habe einige schöne Erinnerungen an Sepang, zum Beispiel an 2007, als ich dort den 250er-Titel gewonnen habe. Diesmal konzentrieren ich und mein Team uns nur darauf, ein gutes Wochenende zu haben und so viele Punkte wie möglich zu sammeln, um unser Ziel zu erreichen."

Laut Lorenzos Chefingenieur Daniele Romagnoli hat in Malaysia oberste Priorität, sich nach dem Desaster von Australien wieder in Topform zurückzumelden: "Wir hatten dort im vergangenen Winter gute testfahrten und wir wissen, dass wir hier im Rennen stark sein können, das ist unser Hauptziel. Wir haben nur noch zwei Rennen vor uns und wir wollen Jorges zweiten Platz in der Meisterschaft festigen. Wir werden unser Maximum geben, um diese großartige Saison bestmöglich zu beenden."

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