vergrößernverkleinern
Valentino Rossi holte sich in Malaysia seinen neunten Weltmeistertitel © getty

Dem italienischen Superstar genügt in Malaysia ein dritter Rang zum Titelgewinn. Die deutschen Fahrer enttäuschen hingegen.

Kuala Lumpur - Als Superstar Valentino Rossi nach seinem neunten WM-Titel im siebten Himmel schwebte, waren die deutschen Motorrad-Asse am Boden zerstört.

Stefan Bradl (Zahling/Aprilia) und Jonas Folger (Schwindegg/Aprilia) waren beim Großen Preis von Malaysia in Kuala Lumpur nach Stürzen ausgeschieden, Sandro Cortese (Berkheim/Derbi) hatte wegen technischer Probleme den dritten Podestplatz in Folge verpasst und wurde Sechster.

"Es ist zum Heulen", meinte Bradl nach seinem sechsten Ausfall im 15. und vorletzten Saisonrennen: "Ich bin einfach nur noch froh, dass ich nach Hause darf."

"Der alte Gockel gibt die beste Brühe"

Eine große Party feierte dagegen Rossi, der nach seinem dritten Platz im MotoGP-Rennen sofort von seinen Fans vereinnahmt wurde.

Sie drückten dem verdutzten "Dottore" einen Hahn in die Arme und überreichten ihm ein T-Shirt mit der Aufschrift "Der alte Gockel gibt die beste Brühe".

Seit Einführung der MotoGP hat Rossi sechs der acht möglichen Titel gewonnen.

Mit neun Triumphen ist der 30-Jährige nach Landsmann Giacomo Agostini (15) und dem Spanier Angel Nieto (13) schon der dritterfolgreichste Fahrer aller Zeiten.

Rossi lobt Lorenzo

"Das ist eine wirklich tolle Leistung", meinte der Italiener und umarmte sogar Teamkollege Jorge Lorenzo. Das spanische Ausnahmetalent, mit dem Rossi in inniger Ablehnung verbunden ist, hatte der Superstar 2008 auf eigenen Wunsch in sein Team geholt.

Nach zwei verpassten Titeln suchte Rossi neue Motivation. Der "Feind im eigenen Team", der sich im Saisonverlauf als unerbittlichster Rivale erwies, half.

"Er ist ein toller Rivale und wir hatten tolle Kämpfe", meinte Rossi schmunzelnd.

Simon siegt erneut

In der 125er-Klasse hatte sich der auch in Malaysia siegreiche Spanier Julian Simon (Aprilia) bereits in der Vorwoche den WM-Titel gesichert.

Somit fällt beim Saisonfinale am 8. November in Valencia nur noch eine Entscheidung. Hiroshi Aoyama feierte allerdings schon wie ein Weltmeister:

Der Japaner hatte an seinem 28. Geburtstag das Rennen der 250er-Klasse gewonnen und benötigt in Spanien nur noch einen 11. Platz.

Bradl hatte von Platz 19 einen hervorragenden Start erwischt, war aber schon in der ersten Kurve über die Maschine des gestürzten Briten Danny Webb geflogen.

"Ich hatte keine Chance"

"Ich konnte nicht mehr ausweichen, ich hatte keine Chance", meinte der WM-Vierte des Vorjahres frustriert. Folger, von Rang 10 ins Rennen gegangen, kämpfte um Platz drei, ehe ihn der Spanier Marc Marquez in der zehnten Runde abschoss.

Der 16 Jahre alte Deutsche erlitte leichte Verbrennungen an der Hand.

Für Cortese war nach Rang zwei und drei in den letzten beiden Rennen auch diesmal eine Podiumsplatzierung bis kurz vor Schluss greifbar.

"Leider hat der Motor überhitzt", meinte der Schwabe: "Ich habe versucht mitzuhalten, irgendwann ging es dann nicht mehr."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel