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Jonathan Rea setzte bei den Testfahrten am Dienstag die deutliche Bestzeit © M. Thiesbürger

Bei den Superbike-Testfahrten in Portimão holt sich Jonathan Rea die Bestzeit am ersten Tag, sein neuer Teamkollege Max Neukirchner wird Achter

Die Saison 2010 in der Superbike-Weltmeisterschaft hat am Dienstag in Portugal bereits begonnen. Bei den offiziellen Testfahrten an der Algarve bekam man ein erstes Bild von den neuen Piloten in neuen Rennanzügen auf neuen Maschinen. Es war der Tag der großen Debüts. Max Neukircher testete erstmals nach seinem schnellen Abschied von Alstare-Suzuki für sein zukünftiges Team Ten-Kate-Honda, James Toseland konnte erste Erfahrungen mit der Yamaha sammeln.

Doch weder Neukirchner noch Toseland konnten mit besonders schnellen Rundenzeiten begeistern. Die meiste Anerkennung wurde vielmehr Toselands Teamkollegen Cal Crutchlow zuteil. Der Aufsteiger aus der Supersport-Serie machte gleich einmal mit Rang drei von sich reden. "Es war ein guter Tag", kommentiert der Neuling, der allerdings auch einen kräftigen Highsider fabrizierte. "Ich landete auf dem Helm. Kopfschmerzen habe ich, aber sonst nichts."

"Die Zeiten war schon okay, aber mal sehen, ob am Mittwoch noch mehr geht", so Crutchlow weiter. Allerdings hatte der junge Brite bereits über sechs Zehntelsekunden Rückstand auf die Fabelbestzeit von Jonathan Rea. Der Ten-Kate-Pilot fuhr am Dienstag die Tagesbestzeit in sensationellen 1:42.156 Minuten - drei Zehntelskunden schneller als die Bestzeit aus der Superpole am Wochenende von Ben Spies! Nach eigener Aussage war diese Steigerung allerdings in einem besonderen Reifen von Pirelli begründet. Reas neuer Teamkollege Max Neukirchner (1:43.809 Minuten) fuhr beim Debüt auf Rang acht.

"Das ist mehr, als ich erwartet habe", wird der Sachse in der 'Speedweek' zitiert. Er hatte es überhaupt nicht auf schnelle Runden angelegt. "Die Honda lässt sich herrlich einlenken. Wenn man einen Fahrfehler macht, kann man gut korrigieren. Das Handling und das Gefühl fürs Hinterrad sind ebenfalls gut", lobt Neukirchner sein neues Arbeitsgerät. Mit gemäßigten Runden war er nur knapp langsamer als sein Suzuki-Nachfolger Leon Haslam (6./1:43.512).

Ähnlich durchschnittlich präsentierte sich James Toseland (7./1:43.699), der direkt vom MotoGP-Auftritt in Malaysia nach Portugal geflogen war. "Das Bike fühlte sich natürlich nach zwei Jahren MotoGP erst einmal etwas komisch an", erklärt der Brite. "Wir haben schnell einige Änderungen am Setup ausprobiert und es ging sofort in die richtige Richtung. Wenn man bedenkt, dass mir sowohl Strecke als auch Bike unbekannt sind, waren die Rundenzeiten okay."

Bei Ducati ging Michel Fabrizio (2./1:42.362) als deutlicher teaminterner Sieger des Duells gegen Vizeweltmeister Noriyuki Haga (4./1:43.054) hervor. "Wir sind nach dem Rennwochenende alle noch etwas müde. Von daher war das Ergebnis ganz gut", kommentiert der Italiener, der sich den Test einiger Neuteile mit Haga aufteilte. "Ich habe eine neue Kupplung probiert. Das ging wirklich deutlich besser. Ich bin müde, aber glücklich."

"Ich habe am Hinterrad eine härtere Einstellung versucht. Damit war ich bestens zufrieden", freut sich Haga, der das WM-Duell in Portimão gegen Ben Spies verloren hatte. "Danach haben wir auch etwas an der Vorderradaufhängung probiert, doch das lief nicht besonders gut. Am Mittwoch setzen wir eine andere Gabel ein und dann schauen wir mal. Ich trotzdem zufrieden, denn die Rundenzeiten waren besser als am Rennwochenende."

Bei Aprilia stand nach vielen Monaten erstmals wieder Alex Hofmann im Aufgebot. Der Deutsche fuhr seine beste Runde in 1:46.759 Minuten und war auf Platz 16 weit weg von den besten Rängen im Testklassement. Aprilia-Speerspitze Max Biaggi (5./1:43.444) zeigte, was mit der RSV4 geht. Auch Neuzugang Leon Camier (12./1:44.013), der offenbar Shinya Nakano endgültig ablösen soll, kam recht gut mit der Maschine zurecht.

Die Testzeiten vom Dienstag in der Übersicht:

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