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Marc Marquez und KTM bestreiten in Valencia ihr letztes gemeinsames Rennen © xpb.cc

KTM-Teamchef Harald Bartol hat vor dem letzten WM-Einsatz der KTM FRR125 nochmals an der Optimierung des Ansprechverhaltens gefeilt

Nachdem Marc Marquez am vergangenen Sonntag von der Pole-Position in den Grand Prix von Malaysia gestartet war und sieben Runden vor dem Fallen der Zielflagge wegen eines Motordefekts ausrollte, berichtete der 16 Jahre alte Spanier später in seiner Box auch von Problemen mit der Gasannahme in der Anfangsphase des Rennens am Sepang International Circuit.

Unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Südostasien nahm sich Harald Bartol im eigenen Workshop den Schilderungen seines Schützlings Marquez an und versuchte, neben der Ursachenforschung auch das Ansprechverhalten des 125er-Motors weiter zu verbessern. "In der vergangenen Woche haben wir sehr viele Tests am Prüfstand durchgeführt, um das Ansprechverhaltens unseres Membran-Motors zu optimieren", sagt der erfahrene Zweitakt-Techniker.

"Ein Membran-Motor reagiert viel sensibler auf äußere Umstände, wie zum Beispiel Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit, als ein Drehschieber-Motor", fährt Bartol fort. "Daher ist es ungemein schwierig, ein optimales Ansprechverhalten zu erarbeiten. Beim Bau eines Membran-Motors liegen hauptsächlich darin die Herausforderungen für einen Techniker."

Noch vor Ort in Sepang war man bei der Ergründung der Ausfallursache, die durch einen fehlerhaften Schnellverschluss schnell lokalisiert werden konnte, jedoch auch auf ein weiteres Mysterium gestoßen. "Als wir den Motor auseinander genommen hatten, nachdem das Motorrad in die Box zurückgebracht worden war, fanden wir einen Stein in der Membran", so Bartol.

"Bis jetzt ist aber noch unklar, wie dieser dorthin gelangen konnte. Normalerweise kann so etwas bei einem Sturz vorkommen, aber Marc ist ja nach dem Defekt ausgerollt und dabei nicht zu Sturz gekommen", so der KTM-Techniker weiter. Dem Saisonabschluss in Valencia und dem zugleich letzten WM-Auftritt der orangefarbenen Werksrenner aus Mattighofen blickt Bartol zuversichtlich entgegen.

"Bei den Vorsaison-Tests im Winter waren wir in Valencia recht schnell", hält Bartol abschließend fest. "Diese Tatsache und auch die zufriedenstellenden Testergebnisse vom Prüfstand stimmen mich sehr zuversichtlich. Vielleicht können wir im letzten Grand Prix mit unseren Motorrädern noch einmal auftrumpften. Vor allem Marc wäre es zu gönnen!"

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