vergrößernverkleinern
Valentino Rossi möchte gern wieder 1.000er-Motoren mit wenig Elektronik © xpb.cc

Die 800er-Formel in der MotoGP dürfte bald auslaufen: Ab 2012 soll die Königsklasse wieder mit Ein-Liter-Triebwerken fahren

Die schnelle Wendung kommt überraschend. Im Rahmen des Finalwochenendes der MotoGP in Valencia trat die Grand Prix Kommission zusammen. Erneut kam der Vorschlag zur Rückkehr zu den 1.000-ccm-Motoren auf den Tisch. Welch Wunder: Er fand plötzlich Zustimmung durch die Herstellervereinigung MSMA. Ducati, Suzuki, Honda und Yamaha waren zuletzt oft gegen eine Änderung der Motorenformel, auch wenn dies den Zugang neuer Teams aufgrund der hohen Kosten oft verhinderte.

Bei den neuen Triebwerken soll es sich allerdings keineswegs um Serientriebwerke handeln. Die Kosten dürften somit nur geringfügig sinken - wenn überhaupt. "Niemand spricht über Serienmotoren", sagt Tech-3-Teamchef Herve Poncharal. Der Franzose ist gleichzeitig Chef der Teamvereinigung. Nur zu gern hätte er kostengünstige Serientriebwerke in der MotoGP gesehen. "Man denkt jetzt mal über die 1.000-ccm-Motoren nach. Dieser Vorschlag wird von der Dorna mehr als unterstützt."

"Die MSMA hat erst einmal sehr positiv reagiert", schildert Poncharal gegenüber 'motogpmatters.com'. Erleichtert fügt der Tech-3-Boss hinzu: "Ich bin glücklich, sehr glücklich sogar. Endlich könnten wir einen Konsens finden. Für müssen nun jeden Tag weiter daran arbeiten." Die Motorenformel ist per Vertrag bis Ende 2011 festgeschrieben. Nur durch einstimmiges Votum aller Hersteller könnte man die Formel vorher ändern. Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.

"Wir alle wollen zusammen die Kosten herunterschrauben", sagt Poncharal. Allerdings ist sehr fraglich, wie die Preisspirale gestoppt werde sollte, wenn man beim Umstieg auf Ein-Liter-Motoren nicht auf Serientechnik zurückgreift. Eine teure Entwicklung würde anstehen, möglicherweise eine neue Runde im Wettrüsten. Auf die Frage, wo in dieser Veränderung Sparpotenziale liegen, erklärt Poncharal schulterzuckend: "Das ist die nächste Frage. Eines nach dem anderen!"

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel