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"Es war eine großartige Saison und wir nehmen ein gutes Gesamtergebnis mit" © Yamaha

Die Begrenzung auf sieben Motoren nach den ersten zwei Saisondritteln hat Yamaha aus Sicht von Weltmeister Valentino Rossi benachteiligt

Im August hatten vor dem Großen Preis von Tschechien der Weltverband FIM, die Teamvereinigung IRTA und der MotoGP-Vermarkter Dorna beschlossen, dass allen Piloten in den verbleibenden sieben Rennen der Saison 2009 nur noch jeweils sieben Motoren zur Verfügung stehen. Dadurch sollten Kosten gesenkt und mehr Wert auf die Haltbarkeit von Motoren gelegt werden. Weltmeister Valentino Rossi hat nach dem Saisonfinale in Valencia behauptet, dass diese Regel sein Yamaha-Team von allen Herstellern am meisten eingeschränkt habe.

"Seit Brünn hatten wir häufiger zu kämpfen", sagte Rossi gegenüber 'Autosport'. "Davor war unser Motorrad am besten ausbalanciert, aber auch auf den Geraden sehr schnell. Seit dem Rennen in Brünn hatte unser Bike zwar weiterhin eine gute Balance, aber wir haben gegenüber Ducati und Honda sechs oder sieben Stundenkilometer verloren."

Deshalb ist der Weltmeister der Meinung, dass Yamaha am stärksten benachteiligt worden sei. "Wir haben seit Brünn viel seltener gewonnen. Wir wissen aber, worauf wir uns im kommenden Jahr konzentrieren müssen, wenn wir über noch weniger Motoren verfügen." In der kommenden Saison muss jeder Fahrer bei den 18 Rennwochenenden mit insgesamt lediglich sechs Motoren auskommen. Der Faktor Zuverlässigkeit gewinnt also weiter an Bedeutung.

Im Gespräch mit Motorsport-Total.com äußerte Rossi kürzlich Kritik an der neuen Regel: "Sechs Motoren für eine Saison sind viel zu wenig. Diese Anzahl birgt sehr viele Risiken in sich. Ich würde sogar sagen, dass es viel zu gefährlich ist. Ein Beispiel: In einem Training an einem Grand-Prix-Wochenende passiert ein harmloser Ausrutscher ins Kiesbett. Auf die Schnelle kann nicht geklärt werden, wie viel Schmutz oder Steine in den Motor gelangt sind. Und danach mit diesem Motor weiter zu fahren wäre viel zu gefährlich."

"Nur" sechs Siege

Rückblickend misst Rossi seinem Titelgewinn 2009 aufgrund der eingeführten Motorenbegrenzung eine noch größere Bedeutung bei. Zudem hätten sein Yamaha-Teamkollege Jorge Lorenzo, Hondas Dani Pedrosa und Ducatis Casey Stoner viel Druck auf ihn ausgeübt. "Letztendlich habe ich 'nur' sechs Rennen gewonnen, da wir vier die Siege unter uns aufgeteilt haben." Seinen Landsmann Andrea Dovizioso, gegen den Rossi im Regen von Donington den Kürzeren zog, hat er bei dieser Aufzählung offensichtlich vergessen.

Trotzdem hat Rossi auch dieser Saison seinen Stempel aufgedrückt. "Ich habe sechs Rennen gewonnen - mehr als jeder andere. Ich hatte sieben Pole-Positions - mehr als jeder andere. Und ich habe die 300-Punkte-Marke übersprungen. Also war es eine großartige Saison und wir nehmen ein gutes Gesamtergebnis mit nach Hause", so Rossi.

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