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Rossi gewann bereits als 11-Jähriger in seiner Heimat die regionale Go-Kart-Meisterschaft © getty

Nach seinem achten WM-Titel liegt Valentino Rossi die Motorrad-Welt zu Füßen. Die Tifosi wollen ihn jetzt im Ferrari sehen.

Rom - Egal, ob Giacomo Agostini, Wayne Rainey oder Mick Doohan: König Valentino stellt sie fast alle in den Schatten.

Nach seinem insgesamt achten WM-Titel verneigt sich nicht nur die Motorrad-Welt vor Valentino Rossi.

Der Italiener ist der Michael Schumacher auf zwei Rädern, er ist in seinem Sport in bis dahin unbekannte Dimensionen vorgestoßen, sportlich und finanziell.

Rossi verdient mit Werbung rund 40 Millionen Euro im Jahr, das ist mehr als die beiden Top-Verdiener der Formel 1, Fernando Alonso und Kimi Räikkönen, zusammen an Gehalt kassieren.

Tifosi träumen

Im Ferrari-Land träumen die Tifosi schon lange davon, dass "Dottore Rossi" irgendwann mal in einem roten Renner aus Maranello sitzt.

Schumi haben sie immer respektiert, Rossi aber würden sie vergöttern.

Den Ritterschlag erhielt Rossi einst vom großen Agostini. "Er hat unseren Sport unheimlich weit nach vorne gebracht", sagte der Italiener.

Bereit für weitere Großtaten

"Ago" gab seinem Landsmann den Rat mit auf den Weg: "Du kannst gerne weiter Weltmeister werden. Aber wenn du 14 Titel hast, musst du aufhören."

Agostini hat 15 Titel in seiner Karriere eingefahren. Doch mit erst 29 Jahren ist Rossi bereit für weitere Großtaten.

Rossi ist nicht nur der beste Motorrad-Pilot der Gegenwart, er ist auch ein perfekter Entertainer, der mit seiner Show und einigen schrägen Auftritten ein wenig Formel-1-Glamour in die Zweirad-Welt bringt.

Rossi-Show kommt an

Ob verrückte Perücken, bunte Kostüme, ob als Lausbub oder als Robin Hood verkleidet.

Die Rossi-Show kommt an. "Er ist ein großer Charakter und ein super Sportler, ohne Valentino wäre die Motorrad-Welt ärmer", sagt Formel-1-Boss Bernie Ecclestone.

Kein Wunder, dass Mister Ecclestone den Italiener liebend gern in seinem PS-Zirkus sehen würde, wo langweilige Fahrer wie Räikkönen oder weichgespülte PR-Maschinen wie Lewis Hamilton dominieren.

Testfahrten im Ferrari

Rossi hat bereits Formel-1-Testfahrten in einem Ferrari gemacht und sich dabei laut Schumacher "gar nicht schlecht angestellt".

Die Roten wollten Rossi daraufhin mit einem Mega-Angebot von 60 Millionen Euro in die Königsklasse locken, doch der blieb standhaft und verlängerte stattdessen bei Yamaha.

"Ich fühle mich auf zwei Rädern einfach wohler, meine Mission ist noch nicht erfüllt, ich habe noch viel vor", sagte Rossi.

Rausch der Geschwindigkeit

Der Rausch der Geschwindigkeit fasziniert den Superstar. Rossi liebt Rad-an-Rad-Duelle bei Tempo 330, für den Wochenend-Biker ist das wohl jenseits aller Vorstellungskraft.

"Dafür muss man geboren sein", sagt Ex-Weltmeister Kevin Schwantz, der einst mit 346 km/h auf der langen Waldgeraden in Hockenheim einen Weltrekord in der Motorrad-WM aufstellte.

Schon jetzt sind Rossis Statistiken beeindruckend. Sein Titel in diesem Jahr war der achte insgesamt und der sechste in der MotoGP.

57 Siege in sechs Jahren

Seit die MotoGP 2002 als neue Königsklasse eingeführt wurde, gewann Rossi 57 Rennen.

Nach Agostini und dem Australier Doohan ist er der dritte Fahrer, der mindestens fünf Titel in der größten Klasse holte.

Mit insgesamt 96 Grand-Prix-Siegen hat er in der ewigen Bestenliste nur noch Agostini (159) vor sich.

Rossi als Buch-Autor

Was Rossi auch anpackt, er hat Erfolg. Selbst als Buchautor. Seine Biographie "Ich, Valentino" stand über Wochen an der Spitze der italienischen Bestsellerlisten.

Jetzt ist es Zeit für ein Nachfolgewerk. Und der Titel? Frei nach James Bond könnte der heißen: "Die Welt ist nicht genug."

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