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Stefan Bradl (l.) gewann in seiner Karriere bereits zwei Grands Prix © getty

Auch wenn ein anderer sich in Australien den Titel sichert: Stefan Bradl beweist, dass ihm die Zukunft gehört.

Phillip Island - Am Sonntag musste Stefan Bradl noch dem verdienten Weltmeister Mike di Meglio gratulieren, doch Deutschlands bester Motorrad-Fahrer hat wieder einmal bewiesen, dass ihm die Zukunft gehört.

Durch seinen zweiten Platz hinter dem 20 Jahre alten Derbi-Piloten di Meglio rückte Bradl auch auf Platz zwei in der WM-Wertung der Klasse bis 125 ccm vor.

Somit steht der 18-Jährige aus Zahling zwei Rennen vor dem Saisonende dicht vor der Vize-Weltmeisterschaft.

"Weltmeisterschaft nie das Ziel"

"Ich bin nicht enttäuscht, dass der Titel vergeben ist. Ich wollte dieses Jahr unter die ersten Zehn. Weltmeister zu werden, war nie mein Ziel, und di Meglio war einfach zu konstant", sagte der Aprilia-Pilot, nachdem er sich auf Phillip Island/Australien nur dem neuen Weltmeister geschlagen geben musste, der als jüngster Franzose aller Zeiten einen WM-Titel holte.

Damit bestätigte der Bayer seinen Aufwärtstrend eindrucksvoll, der dritte Platz Mitte Juli auf dem Sachsenring hat bei ihm offenbar endgültig alle Fesseln gelöst.

"In den letzten sechs Rennen stand ich fünfmal auf dem Podium, bei dem anderen Rennen hatte ich einen technischen Defekt", meinte der Youngster und ergänzte schmunzelnd: "Da darf sich niemand beschweren."

Wie der Vater, so der Sohn

Vize-Weltmeister zu werden, will er aber nicht als neues Ziel ausrufen. "Ich habe jetzt schon mehr erreicht als geplant", meinte Bradl: "Ich werde alles versuchen, aber wenn ich am Ende Vierter werde, war es trotzdem eine gute Saison."

Sollte er sie als Zweiter beenden, würde er früher als erwartet mit seinem Vater Helmut gleichziehen, der 1991 Vize-Weltmeister bei den 250ern wurde.

"An so was denke ich noch nicht, da ist auch nichts geplant", meint der Junior: "Aber wenn es wirklich so kommen sollte, dass wir zwei Vize-Weltmeister in der Familie haben, wird es sicher eine große Feier geben."

Cortese in Bradls Windschatten

Im Schatten von Bradl hat derweil auch das zweite deutsche Talent Sandro Cortese endlich zur Konstanz gefunden. In Australien wurde der 18-Jährige aus Berkheim Sechster.

Damit belegte der Honda-Pilot zum siebten Mal in Folge einen Platz unter den ersten Sieben, in der WM-Wertung ist er bereits auf Rang acht vorgerückt.

Bradl Teamkollege Robin Lässer (Isny) holte als 15. auf Phillip Island zum zweiten Mal in seiner Karriere einen WM-Punkt. Die zuletzt mit Wildcards gestarteten deutschen Nachwuchspiloten Jonas Folger (15, Schwindegg) und Toni Wirsing (18, Chemnitz) waren in Australien nicht am Start.

Stoner holt sich Trostpflaster

Noch nicht gefallen ist die Entscheidung in Wirsings Klasse bis 250 ccm, dem Italiener Marco Simoncelli (Gilera) scheint der erste Titel nach dem fünften Saisonsieg und 37 Punkten Vorsprung aber kaum noch zu nehmen.

Sein Landsmann Valentino Rossi steht in der Königsklasse MotoGP bereits als Weltmeister fest. Eine Woche nachdem er den achten Titel klar gemacht hat, begnügte sich der "Dottore" am Sonntag mit Rang zwei.

Der entthronte Weltmeister Casey Stoner (Ducati) tröstete sich mit seinem Sieg vor heimischem Publikum.

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