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Valentino Rossi holte 1997 seinen ersten WM-Titel in der 125er-Klasse © getty

Wer macht in der neuen Moto-GP-Saison das Rennen? Yamaha-Überflieger Valentino Rossi geht als Favorit in seine 15. Saison.

Von Marc Ellerich

München - Wo soll das noch hinführen? Viel steiler kann es für Valentino Rossi und sein Yamaha-Team in der neuen Saison doch gar nicht mehr aufwärts gehen.

Im Vorjahr gewannen Rossi, Spitzname "The Doctor", und sein Kollege Jorge Lorenzo zehn von 17 Rennen der Moto-GP-Serie, Rossi holte seinen neunten Weltmeister-Titel, sein spanischer Kollege wurde Zweiter.

Rossi mit fünf Bestzeiten

Wo also soll das noch hinführen? Rossi sieht vor dem Start seiner 15. Saison am Wochenende offenbar immer noch Luft nach oben. Die Wintertests dominierte er mit fünf Bestzeiten in den sechs Testtagen. Nur beim letzten Übungslauf hatte der australische Ducati-Star Casey Stoner die Nase vorne.

"Die Form ist gut", hielt der 31 Jahre alte Italiener vier Tage vor dem Auftakt im Emirat fest: "Aber wir hatten nur sechs Tage zum Testen, deshalb wartet noch einige Arbeit auf uns, und wir müssen das noch Motorrad noch besser kennenlernen."

"Viele starke Fahrer"

Für den ersten Grand Prix des Jahres sieht sich der Yamaha-Fahrer nicht unbedingt als Favorit, zuletzt hatte Stoner beim Wüsten-Rennen dreimal die Nase vorne. "Katar lag uns in den vergangenen Jahren nicht besonders", erinnerte sich der Champion: "Aber die Tests liefen gut, ich hoffe, das setzt sich auch im Rennen fort."

Um eine Sekunde unterbot der Mann aus Urbino im Winter seine Zeit vom Vorjahr, das sollte ihn ruhiger schlafen lassen.

Dennoch - trotz seiner fast makellosen Testbilanz rechnet Rossi 2010 mit einem intensiven Titelrennen: "Ich erwarte in dieser Saison einen großen Kampf mit vielen starken Fahrern."

Lorenzo wünscht sich mehr Zeit

Wen er auf der Rechnung hat, verriet er nicht, aber natürlich kommt der erste Gegner aus dem eigenen Stall.

Doch Jorge Lorenzo winkte ab. Bei einem Trainingssturz im Februar verletzte er sich an der Hand, die Blessur bereitet ihm nach wie vor Probleme. "Ich brauche noch mehr Zeit, um mich zu hundert Prozent zu erholen", sagte der Spanier: "Aber immerhin kann ich in Katar starten."

Vor zwei Jahren eroberte er in der Wüste sein erstes Moto-GP-Podium, diesmal backt er kleinere Brötchen: "Ich versuche da zu sein, wo die Post abgeht."

Pedrosa mit Problemen

Dani Pedrosa, 2009 WM-Dritter, hatte in den Tests Probleme mit dem neuen Fahrwerk seiner Honda, dennoch geht er einigermaßen zuversichtlich ins Auftaktrennen.

Anders als im Vorjahr, als er verletzt beim ersten Grand Prix des Jahres antrat, ist der Spanier diesmal gesund. "Die Situation ist viel besser als in der Vergangenheit, ich starte ohne körperliche Probleme."

Er will die Freien Trainings zur Abstimmung nutzen, um seine Probleme mit der Maschine in den Griff zu kriegen.

Und sein Teamkollege Andrea Dovizioso, beim Wintertest in Losail Dritter, glaubt: "Der Abstand auf die schnellsten Fahrer ist kleiner geworden. Aber wir sind noch nicht nah genug dran."

Stoner: Großen Schritt getan

Bleibt noch Casey Stoner. Der Australier war der Einzige, der Rossi im Winter eine Niederlage zufügte - ausgerechnet am letzten Tag in Katar ließ der Weltmeister von 2007 den Italiener hinter sich.

"Wir können nach diesem Test mit Stolz von uns behaupten, den größten Schritt getan zu haben", freute sich der Ducati-Fahrer über seinen Streich.

Aber ob das reicht, um den Weltmeister in die Knie zu zwingen? Auch Stoner gab die Favoritenrolle vor dem Saisonauftakt lieber weiter: "Mit Valentino muss man immer rechnen. In diesem Jahr ist er früh schon unglaublich schnell gewesen."

Rossi "zweifellos der Stärkste"

Der Titelverteidiger ist für ihn weiterhin das Maß aller Dinge in dem schnellen Sport: Rossi sei "zweifellos der Stärkste", fahrerisch wie mental. "Es fasziniert mich, wie er mit den Fans und den Medien umgeht", sagte der mit 24 Jahren sechs Jahre jüngere Australier: "Besonders faszinierend ist die Art und Weise, wie er unter Druck reagiert."

Dennoch macht er sich Hoffnungen: "Ich hatte in den letzten beiden Jahren schon alle Möglichkeiten zu gewinnen. Da ging es mir aber schlecht. Nun bin ich wieder gesund und will meine Chancen nutzen."

Lediglich Stoner und sein amerikanischer Teamkollege Nicky Hayden haben seit Einführung der MotoGP 2002 außer Rossi den Titel gewonnen.

Beeindruckt von Spies

Eindruck gemacht hat beim Australier ein weiterer schneller Kollege: Yamaha-Rookie Ben Spies. In seinem ersten Jahr in der Superbike-WM wurde Spies auf Anhieb Weltmeister. Seither begleitet ihn das Attribut "Wunderkind", und nicht nur Stoner ist gespannt, wie sich der Neuling gegen die Branchengrößen schlagen wird.

"Er geht es sehr clever an", lobte der Australier den US-Profi vor dem ersten Rennen: "Er hat uns alle beeindruckt und wird jede Woche besser. Er ist definitiv einer, auf den man achten sollte."

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