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Sandro Cortese beendete die Saison 2009 mit 130 Punkten als WM-Sechster © imago

Den deutschen Talenten soll im neu gestalteten WM-Zirkus der Durchbruch gelingen. Rückkehrer Waldmann ist mit "Feuereifer" dabei.

München - Junge Wilde und alte Hasen: Die Rückkehr der Idole Toni Mang, Ralf Waldmann und Martin Wimmer in den WM-Zirkus soll bei den deutschen Motorrad-Fans für eine Euphoriewelle sorgen, die auch die talentierten deutschen Piloten zum endgültigen Durchbruch tragen soll.

"Vielleicht haben wir mit den jungen Burschen und den alten Hasen eine Kombination, die in naher Zukunft zum Erfolg führt", sagt der fünfmalige Weltmeister Mang vor dem Saisonstart in Katar (ab Freitag, 19 Uhr LIVE im DSF und im LIVESTREAM).

Sandro Cortese (Berkheim/20) geht als Titelkandidat in die 125er-Klasse, wo der letztjährige Shooting-Star Jonas Folger (Schwindegg/16) auf eine weitere Verbesserung hofft und Mang-Schützling Marcel Schrötter (Vilgertshofen/17) nach überraschenden Wildcard-Ergebnissen 2009 als Fixstarter für Furore sorgen will.

Bradl steigt auf

Stefan Bradl (Zahling/20), Sohn des ehemaligen Vize-Weltmeisters Helmut Bradl und WM-Vierter von 2008, ist in die neu geschaffene Moto2-Klasse aufgestiegen.

In der Nachfolgeklasse der 250er, die mit Einheitsmotoren und einem fast 40 Fahrer starken Feld erheblich aufgewertet werden soll, gehen auch die vom zweimaligen Vize-Weltmeister Waldmann und dem dreimaligen Grand-Prix-Sieger Wimmer reanimierte Zweirad-Legende MZ und Einsteiger Arne Tode (Glauchau/24) für das Racing Team Germany an den Start.

Geführt wird das Team von Ex-WM-Starter Dirk Heidolf.

Cortese träumt vom Titel

Einzige echte Titelhoffnung ist jedoch Cortese. Der WM-Sechste des Vorjahres fährt für das vermeintlich stärkste Team des gesamten Feldes.

"Jeder träumt vom Titel, aber dafür muss alles passen", sagt der Schwabe, der nach 82 Grand-Prix-Starts noch auf einen Rennsieg wartet, dem SID. Offizielles Ziel ist "die Top 3 der Gesamtwertung".

Als Maß aller Dinge gilt allerorts ausgerechnet sein Teamkollege, der in den Tests überragende Spanier Marc Marquez. "Marc ist der Topfavorit", sagt Cortese: "Aber ich sehe mich auf gleicher Höhe. Wir fangen alle bei Null an und ich habe gar keine Bedenken, dass ich ihm nicht das Wasser reichen kann."

Alle neu bei Bradl

"Sandro wird richtig gut dabei sein", glaubt auch Mang und ergänzt nach seinen Test-Eindrücken: "Auch Stefan Bradl scheint gut drauf."

Der Bayer fährt zwar weiter fürs Idar-Obersteiner Kiefer-Team, ansonsten ist jedoch nahezu alles neu.

Sogar die Startnummer (von 4 auf 65) wechselte er auf Wunsch eines Sponsors so kurzfristig, dass die Maschine mit der alten Nummer nach Katar geflogen wurde.

"Die Konkurrenz ist stark, aber wir sollten auf jeden Fall regelmäßig Chancen auf vordere Plätze haben", meint der zweimalige Grand-Prix-Sieger, der unter anderem mit einem vierten Platz bei den letzten Tests in Jerez Hoffnungen weckte.

Extra-Motivation für Folger

Folger verbrachte zur Vorbereitung drei Monate am Stück mit einem Fitnesstraining in Italien und erhält durch ein Abmachung mit seinem Teamchef eine besondere Motivation.

"Wenn ich im Rennen unter den Top 5 ankomme, kann ich die anschließende Zeit zu Hause verbringen", erklärt er: "Wenn nicht, muss ich direkt wieder nach Imola zum Trainer."

Regen-Experte Schrötter

Schrötter, der außer auf Mang als Betreuer auch auf das Know-how und die Erfahrung von dessen "Weltmeister-Schrauber" Sepp Schlögl als Chef-Mechaniker bauen kann, sollte nach Meinung Mangs "öfter in die Punkteränge fahren und vor allem bei Regen sehr gut dabei sein".

Für Tode, 2008 IDM-Champion im Supersport, wäre "alles jenseits von Platz 15 eine Enttäuschung".

Waldmann und Wimmer wollen Achtungserfolge

Waldmann und Wimmer hoffen nach der Wiederbelebung des MZ-Kults durch das von ihnen selbst gebaute Motorrad mit dem erfahrenen Australier Anthony West (136 WM-Starts) ebenfalls auf Achtungserfolge.

"Wir sind mit Feuereifer und großer Motivation dabei", sagt Waldmann und hofft auf "Ergebnisse um Platz zehn herum". Für Mang war es "eine Freude zu sehen, wie die alten Hasen Waldi und Martin die Konkurrenz bei den Tests mit geringen Mitteln das Fürchten gelernt haben".

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