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Valentino Rossi sicherte sich nach dem Stoner-Abflug den Sieg in Katar © Yamaha

Casey Stoner wirft einen möglichen vierten Katar-Sieg in der fünften Runde in den Kies: Valentino Rossi siegt vor Jorge Lorenzo und Andrea Dovizioso.

Casey Stoner konnte sich nach dominanten Bestzeiten am Katar-Wochenende nur selbst schlagen - und genau das tat er! Der Australier warf einen möglichen vierten Doha-Sieg in Folge leichtfertig weg. Stoner hatte sich nach dem Start schnell in Führung gesetzt und mit schnellen Runden einen guten Vorsprung herausgefahren. Doch dann passierte es: Der Ducati-Star übertrieb es in Kurve vier, rutschte über das Vorderrad und musste das Rennen beenden.

Der Grand Prix war in Runde fünf also wieder auf Null gestellt, es baute sich große Spannung auf. Valentino Rossi übernahm nach dem Stoner-Crash die Spitze, dahinter geigte Nicky Hayden groß auf, von hinten rückte Andrea Dovizioso ganz nahe. Zur Halbzeit schob sich der Honda-Werkspilot auf den zweiten Platz und folgte dem amtierenden Weltmeister scheinbar recht mühelos. Auch Hayden hielt immer bestens mit.

Hinter dem führenden Trio kämpfte Dani Pedrosa gegen Jorge Lorenzo, Ben Spies und Randy de Puniet - vergeblich. Der Rossi-Teamkollege konnte sich anschließend aus der Gruppe befreien, Tech-3-Neuling Spies zog an Pedrosa vorbei, auch de Puniet konnte seine Kunden-RC121V am spanischen Werkspiloten vorbeischieben.

Vorne bekam unterdessen Nicky Hayden neue Luft. Der Amerikaner kämpfte zunächst Dovizioso nieder und eröffenete die Jagd auf Rossi. Genau auf diesen Moment hatte der italienische Supertaktiker aber gewartet. Rossi konterte die Hayden-Versuche mit schnellen Runden und zermürbte dem Weltmeister von 2006 damit. Hayden fiel wieder hinter Dovizioso zurück, während der Champion vorne etwas Abstand gewann.

Drei Runden vor Schluss zahlten Hayden und Dovizioso den Preis für ihre hartes Duell um Platz zwei. Jorge Lorenzo rückte mit Siebenmeilenstiefeln von hinten näher. Der Spanier hatte über lange Zeit seine Reifen schonen können und ging mit guten Pneus ins große Finale: Drei Kandidaten für die zwei Podestplätze hinter Rossi.

In der vorletzten Runde zog Lorenzo zunächst an Hayden vorbei, wenig später drückte er sich konsequent an Dovizioso vorbei. Doch der Italiener gab sich nicht geschlagen, er versuchte immer wieder, den guten Topspeed seiner Honda auszuspielen. Aber Dovizioso kam nicht mehr an Lorenzo vorbei. Im Gegenteil: Hayden überrumpelte den Honda-Werkspiloten in der letzten Runde, erst auf der Zielgeraden konnte sich Dovizioso doch noch um 0,011 Sekunden am Amerikaner vorbeischieben.

"Ich bin enttäuscht", gibt Hayden offen zu. "Wenn man nach solch langer Zeit mal wieder nahe am Podium ist, dann tut es weh, wenn es gerade so nicht klappt. Aber auf der anderen Seite: Wenn mir vor dem Start jemand Rang vier versprochen hätte, dann wäre ich damit sehr glücklich gewesen. Ich blicke nun nach vorne und freue mich auf Japan."

Hinter dem unglücklichen Vierten fuhr Ben Spies einen starken fünften Rang ins Ziel. Der Superbike-Weltmeister hatte seinen Tech-3-Teamkollegen sicher im Griff. Colin Edwards kam hinter dem überzeugenden Randy de Puniet und dem schwächelnden Dani Pedrosa nur auf Rang acht. Suzuki-Pilot Loris Capirossi (mit Startnummer 300) fuhr beim großen Jubiläum solide. Im 300. Grand Prix gab es Rang neun für den Italiener.

Suzuki-Teamkollege Álvaro Bautista hatte indes Pech. Der Rookie lieferte sich in der Schlussphase ein hartes Duell mit Marco Simoncelli (Gresini-Honda) um Rang elf und flog in der letzten Runde ab. Hiroshi Aoyama freute sich am Ende über einen guten zehnten Rang beim Debüt für Interwetten-Honda, Hector Barbera (Aspar-Ducati) holte auf Platz zwölf mehr Punkte als Gresini-Routinier Marco Melandri, der 13. und Letzter wurde. Beide Pramac-Ducati-Piloten rutschten im Rennen aus.

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