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Scott Redding landete beim Saisonauftakt nur auf dem 23. Platz © Marc VDS

Der belgische Rennstall Marc VDS erlebte ein durchwachsenes Katar-Wochenende und legte kurzerhand einen zweitägigen Test in Mugello ein

Mit der zweitschnellsten Rundenzeit im ersten Freien Training von Scott Redding hatte der Grand Prix von Katar für das Marc-VDS- Team recht verheißungsvoll begonnen. Doch am zweiten Tag schlitterte der junge Engländer mit seiner Crew zusehends in Schwierigkeiten, sodass beim Auftaktrennen nur Startplatz 17 heraussprang. Für Teamchef Michael Bartholemy war dies der Tiefpunkt des Wochenende s.

"Natürlich waren wir darüber sehr enttäuscht, dass Scott nicht in der Lage war einen Startplatz weiter vorne zu erobern", blickt der 41-jährige Belgier zurück. "Denn nach dem ersten Tag waren die Erwartungen sehr hoch. Er hat im Qualifying sicher alles gegeben, aber wegen einer Reihe von Problemen war es ihm nicht möglich, an die Zeiten von tags zuvor heranzukommen."

Im Rennen selbst änderten sich die Dinge für Redding, das hohe Verkehrsaufkommen in den ersten Kurven nach dem Start und ein Fehler seinerseits verhinderten allerdings eine bessere Platzierung als Rang 23. "Im Rennen musste er in der ersten Kurve einen sehr weiten Bogen fahren", so Bartholemy, "und zudem ist ihm auch noch in der Haarnadelkurve ein Fehler passiert."

"Aber mit Fortdauer des Rennens konnte Scott aber an seine Rundenzeiten vom Freitag anschließen. Daher sind wir auch überzeugt, dass er bald wieder in den Top-Platzierungen zu finden sein wird. Es ist nur eine Frage der Zeit bis das Motorrad wieder voll und ganz seinen Bedürfnissen entspricht."

Bartholemy von Faubels Leistung angetan

Der erfahrene Bartholemy zeigte sich von den Leistungen Héctor Faubels angetan, nachdem dieser erst eine Woche vor dem WM-Auftakt anstatt des Belgiers Vincent Lonbois als zweiter Fahrer ins Team geholt wurde. "Héctor hat mich an diesem Wochenende mit seiner Entschlossenheit und seinem Elan sehr beeindruckt."

"Vor dem Grand Prix in Katar konnte er keinen Meter mit unserer Maschine fahren. Nach dem Qualifikationstraining betrug sein Rückstand auf die Bestzeit 2,5 Sekunden. Aber im Rennen verkürzte er den Rückstand auf die Rundenzeiten der in Führung liegenden Fahrer auf weniger als eine Sekunde."

Test in Mugello

Dennoch veranlasst Faubels 22. Platz im Rennen Bartholemy zu einem nüchternen Gesamtresümee. "Unsere Erwartungen für das Katar-Wochenende waren sehr hoch, daher sind wir über dieses Ergebnis etwas enttäuscht. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir schon bald zurückschlagen werden." Um dies auch schnellstmöglich bewerkstelligen zu können, wurde in der vergangenen Woche zwei Tage lang am Autodromo Internazionale del Mugello in der Toskana getestet.

Für Scott Redding standen bei diesem Test am Mittwoch und Donnerstag eine Reihe von Aufgaben auf dem Programm. Unter anderem arbeitete man an der Dämpfung und man nahm auch Änderungen an der Chassis-Geometrie vor, um das Chattering zu eliminieren, das Redding in Katar zahlreiche Probleme bereitet hatte. "Wir haben viele verschiedene Dinge am Motorrad ausprobiert", so Redding, der sich in Italien mit seinem Teamkollegen die Ersatzmaschine, die mit dem getunten Supersport-Motor ausgestattet ist, geteilt hatte.

Abenteuerliche Heimreise

"Ich würde nicht behaupten, dass wir nichts gefunden haben, was uns auf Anhieb einen Vorteil verschaffen wird. Es sind aber dennoch einige Dinge darunter, die sicherlich Potenzial für Verbesserungen haben, sobald wir die Gelegenheit dazu haben werden, uns mit diesen eindringlich zu beschäftigen und weiter zu entwickeln. Es war auch schwierig abzuschätzen, ob wir mit dem Chattering, das wir in Katar hatten, weiter gekommen sind. Denn der Asphaltbelag in Mugello war unglaublich holprig. So etwas Schlimmes habe ich noch nie zuvor erlebt. Aber im Großen und Ganzen war es ein positiver Test."

Redding kann von einer abenteuerlichen Heimreise nach England erzählen. "Wie gesagt, der Test war gut, aber die Heimreise war dafür umso schrecklicher. Wegen der Aschewolke nach dem Vulkanausbruch war es unmöglich aus Italien wegzukommen. Wir waren gezwungen mit der Bahn zu reisen. Von Mugello fuhren wir über Genf nach Paris und schließlich durch den Eurotunnel nach London. Wir waren insgesamt vier Tage unterwegs und kamen erst am Dienstag zuhause an."

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