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Neunfacher Weltmeister auf Krücken: Valentino Rossi © getty

An Krücken auf die Maschine: Rossis spektakuläres Comeback fast aufs Podium verzückt die MotoGP-Welt beim Rennen am Sachsenring.

Hohenstein-Ernstthal - An Krücken kam er in die Box, hievte sich auf seine Höllenmaschine, fuhr wie der Teufel - und humpelte an Krücken wieder von dannen.

Nur wenige Meter hatten Valentino Rossi zu einem Podiumsplatz gefehlt, es wäre die Krönung seines spektakulären Comebacks gewesen.

Erst in der letzten Kurve verlor Italiens Superstar das packende Duell mit Casey Stoner. (VIDEO: Das Rennen am Sachsenring)

Jeder andere hätte sich wohl über den undankbaren vierten Platz geärgert, doch Rossi war der glücklichste Mensch am Sachsenring.

"Rossi ist wiedergeboren"

"Valentino Rossi, der Mann der Wunder. Rossi ist wiedergeboren", schrieb die italienische Sporttagezeitung "Gazzetta dello Sport" zum Comeback des Nationalhelden.

Der hatte vor sechs Wochen bei einem schweren Trainingssturz in Mugello einen offenen Schienbeinbruch erlitten.

Nach zwei Operationen legte "The Doctor" dann als Patient ein Tempo vor, das neue Maßstäbe setzt.

Italiens Presse jubelt

"Er geht noch an Krücken, doch auf dem Motorrad fliegt er", schrieb der "Corriere dello Sport" über Rossi, der weiterhin auf Gehhilfen angewiesen ist und diese nur zur Seite legt, wenn er auf seine Maschine steigt.

Es ist ein seltsames Bild, wenn sich Rossi in der Box auf seinen Einsatz vorbereitet.

Hat er aber erstmal Platz genommen, legt der Italiener los, als sei nichts passiert.

"Damit hätte ich nicht gerechnet"

Als Rossi am Sachsenring die Zielflagge passiert hatte, war er von sich selbst überrascht.

"Damit hätte ich nicht gerechnet", sagte der 31-Jährige nach dem Husarenritt, der seiner ungeheuren Popularität und der Aufmerksamkeit für die Motorrad-WM einen weiteren Schub versetzt haben dürfte.

"Mit Rossi ist endlich die Show zurück", schrieb "Tuttosport", "Valentino ist ein Elektroschock für die ganze WM", befand der "Corriere della Sera".

Stoner vermasselt perfektes Schlussbild

Leider mussten die fast 100.000 Fans beim Deutschland-GP in der Nähe von Hohenstein-Ernstthal auf das perfekte Schlussbild einer rundum gelungenen Veranstaltung verzichten.

Zu gern hätten die Zuschauer einen Rossi an Krücken auf dem Podium gefeiert, doch Stoner hatte etwas dagegen.

Rossi nahm es gewohnt locker. "Ich habe den Fight wirklich genossen, es war großartig", sagte er. "Es war ein fantastisches Ergebnis nach vier verpassten Rennen."

Ziel: Topform für San Marino

Die Pläne für die kommenden Wochen hat Rossi natürlich längst fertig.

Am Samstag soll beim US-Grand-Prix in Laguna Seca ein Podiumsplatz her, und endgültig in Topform will sich der Yamaha-Pilot am 5. September in San Marino präsentieren.

"Ich bauche noch einige Kilometer mehr, um das Gefühl für das Motorrad wieder völlig zurückzugewinnen", sagt Rossi.

Großer Rückstand, aber...

Trotz 111 Punkten Rückstand auf seinen spanischen Teamkollegen Jorge Lorenzo hofft der Ausnahmefahrer weiterhin auf die erfolgreiche Titelverteidigung.

Die Konkurrenz ist jedenfalls gewarnt.

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