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Der WM-Leader baut durch den Sieg seine Führung aus. Er profitiert vom Missgeschick seines spanischen Landsmannes Dani Pedrosa.

Laguna Seca/München - Im silbernen Astronautenanzug stapfte Jorge Lorenzo ganz langsam durch das Kiesbett, rammte seine Fahne in den Boden und grüßte militärisch ab.

Nach der eindrucksvollen Vorstellung beim Großen Preis der USA hat der spanische Motorrad-Pilot den Sieg mit einer seiner berühmten Choreographien gefeiert und die Zuschauer auch nach dem Rennen bestens unterhalten.

Passend zum Austragungsort stellte der WM-Spitzenreiter die Mondlandung nach und erklärte Laguna Seca kurzerhand zu "Lorenzos Land".

So stand es jedenfalls auf seiner Flagge.

Deutlicher Vorsprung

Lorenzos Triumph war zwar kein großer Schritt für die Menschheit, aber für den Spanier ganz sicher ein großer Schritt Richtung Titelgewinn.

Sechs von neun Rennen hat der Vizeweltmeister gewonnen, darüber hinaus war er dreimal Zweiter.

Lorenzo dominiert die MotoGP in diesem Jahr nach Belieben und hat zur Halbzeit der Saison 72 Punkte Vorsprung auf seinen Landsmann Dani Pedrosa, der beim US-Grand-Prix in Führung liegend ausschied.

Pedrosa zum Fehler gepusht

"Es ist schade, dass er gestürzt ist, aber danach war es sehr einfach für mich", sagte Lorenzo, der zum ersten Mal in seiner Karriere ein US-Rennen gewann. "Dani hat ganz schön gepusht. Ich wusste, wenn ich genauso pushe, macht er vielleicht einen Fehler", erklärte der Yamaha-Pilot nach dem Rennen.

Lorenzos Konzept ging auf, in der elften Runde verabschiedete sich Pedrosa ins Kiesbett und verpasste es, seinem Erfolg vom vergangenen Sonntag am Sachsenring einen weiteren Sieg folgen zu lassen.

Rossi meldet sich auf dem Podest zurück

Vom Sieg war Valentino Rossi weit entfernt, doch auf seinem Weg zurück zu alter Stärke hat der neunmalige Weltmeister den nächsten Schritt gemacht.

Der italienische Superstar wurde in den USA hinter Casey Stoner (Australien) Dritter. Damit holte er nach seiner sechswöchigen Verletzungspause im zweiten Anlauf den ersten Podiumsplatz, nachdem es beim Deutschland-GP nur zu Platz vier gereicht hatte.

Schwerer als erwartet

"Ich fühle mich großartig. Es war sehr wichtig, es schnell wieder auf das Podium zu schaffen", sagte der Yamaha-Pilot. "Es war schwerer, als wir erwartet hatten. Die Strecke ist für den Körper eine der härtesten", erklärte der 31-Jährige, der weiter an den Folgen eines offenen Schienbeinbruchs laboriert.

Die Veranstalter hatten Rossi scheinbar mehr zugetraut. Bei der Siegerehrung kam statt der spanischen die italienische Hymne vom Band und sorgte bei den bestens gelaunten Piloten für zusätzliche Erheiterung.

Lorenzo denkt noch nicht an Titel

Nach wenigen Sekunden wurde der Fehler korrigiert, Lorenzo nahm es gewohnt locker.

An den WM-Titel denkt der 23-Jährige trotz seiner komfortablen WM-Führung noch lange nicht:

"Rennsport ist Rennsport, und es kann viel passieren. Dir kann der Motor kaputtgehen oder du stürzt zwei-, dreimal. Wir müssen geduldig sein."

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