vergrößernverkleinern
Stefan Bradlo ist beim Abschluss-GP in Valencia gestürzt © getty

Die überraschende Kündigung seines Hauptsponsors ist für Bradl ein Schock. Jetzt kann er aber in die 250er-Klasse aufsteigen.

München - Die überraschende Kündigung seines persönlichen Hauptsponsors war für Stefan Bradl ein Schock - kurioserweise könnte sie für ihn aber zur großen Chance werden.

Der angestrebte Aufstieg in die Klasse bis 250 ccm ist für Deutschlands größtes Motorrad-Talent plötzlich wahrscheinlich, nachdem der 18-Jährige diese Hoffnung in der vergangenen Woche schon öffentlich beendet hatte.

Doch die vorherigen Meinungsverschiedenheiten über die Zukunft des WM-Vierten bei den 125ern führten zum spontanen Ausstieg des Sponsors.

Wie der "sid" erfuhr, ist Bradls Aufstieg nun nahezu beschlossen. Der Rechtevermarkter Dorna hat trotz eigentlich abgelaufener Meldefrist bereits seine Zustimmung erteilt.

Wahrscheinlich ein Werksmotorrad

Der Bayer wird sehr wahrscheinlich ein Werksmotorrad erhalten, wenn auch nicht zwingend vom aktuellen Hersteller Aprilia. "Wir sind in Gesprächen. Es sieht gut aus", sagt auch Bradl. Entscheidend sind letztlich die Verhandlungen mit einem potenziellen Sponsor.

Dass es sich dabei um einen Hersteller von Energy Drinks (Red Bull) handelt, bei dem durch den Ausstieg von KTM aus der 250er-Klasse plötzlich Ressourcen frei wurden, ist nur eine kuriose Randnote.

Denn bei Bradls bisherigem Geldgeber (Grizzly) handelt es sich ebenfalls um ein österreichisches Unternehmen, das durch den 18-Jährigen seinen Energy Drink auf dem deutschen Markt positionieren wollte.

"Es geht hart zu"

"Eineinhalb Jahre haben wir sehr gut zusammengearbeitet", erzählt Bradl, nachdem das Unternehmen ihm nach seinem Rücktritt Anfang 2007 als Privatsponsor die Rückkehr in die WM ermöglichte, und ergänzt enttäuscht: "Dass und wie das Ganze nun beendet wurde, zeigt aber wieder einmal, dass es im Rennsport sehr hart zugeht - auf und neben der Strecke."

Ein Firmensprecher hatte "Meinungsverschiedenheiten" als Grund für die überraschende Trennung angegeben. Als er die Mail erhalten habe, sei das für ihn und alle im Kiefer-Team ein großer Schock gewesen, berichtet Bradl. Doch schnell wurde klar, dass dies eine große Chance war.

Denn trotz der verlockenden Perspektive, in der 125er-Klasse um den Titel zu kämpfen, will der Youngster unbedingt schnell aufsteigen.

250er werden in 600er umgewandelt

Hintergrund: Die Übergangsklasse der 250er wird 2011 in eine 600er-Klasse umgewandelt. Steigt Bradl erst im nächsten Jahr auf, hätte er nur ein Jahr Eingewöhnung und müsste sich dann mindestens wieder auf die 600er umstellen. Der Weg in die MotoGP würde sich wohl entsprechend vergrößern.

Auch Vater Helmut, 1991 Vize-Weltmeister, meint, dass "ein Wechsel für die Entwicklung sinnvoll wäre. Sonst verliert Stefan ein Jahr". Außerdem sei er "in der Beschleunigung sehr stark. Er würde optimal in diese Klasse passen."

Der bisherige Sponsor hatte dagegen offiziell erklärt, es sei "nicht sinnvoll, einen Rohdiamanten wie Stefan Bradl allzu schnell auf den Weg Richtung Königsklasse zu senden."

Cortese wechselt

In der 125er-Klasse könnte es im nächsten Jahr aber doch einen deutschen Titelkandidaten geben. Der ebenfalls 18 Jahre Sandro Cortese (Berkheim), in diesem Jahr WM-Achter, wird unter Betreuung seines bisherigen Teamchefs Daniel Epp ins Team des Finnen Aki Ajo wechseln.

Dieses hatte den Franzosen Mike di Meglio, 2007 noch WM-17., in diesem Jahr zum Weltmeister geformt.

"Ich freue mich sehr"

"Ich freue mich sehr", sagt Cortese: "Auf mich wartet fast die ganze Crew des jetzigen Weltmeisters. Im Winter werde ich sehr hart arbeiten, um 2009 konstant ganz vorne dabei zu sein."

Epp erklärt stolz, man habe schon seit langem ein Outsourcing geplant, und Sandro nun "im besten Team der 125er-Klasse untergebracht".

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel