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MotoGP-Sieger Casey Stoner fuhr mit einem Tomizawa-Aufkleber © getty

Fahrlässige Tötung? Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Alex de Angelis und Scott Redding, die in Misano Tomizawa überrollten.

Alcaniz/München - Valentino Rossi verbarg seine geröteten Augen hinter einer dicken Sonnenbrille, viele Kollegen weinten hemmungslos, die Welt schien für eine Minute stillzustehen:

Der Sport spielte in der Motorrad-WM am Sonntag nur eine Nebenrolle, Tränen und Trauer bestimmten die Gefühlswelt beim Großen Preis von Aragon.

Zwei Wochen nach dem tödlichen Unfall von Shoya Tomizawa gedachten Piloten und Crew-Mitglieder dem verstorbenen Japaner (VIDEO).

Sie versammelten sich an der Start- und Ziellinie hinter Tomizawas Maschine mit der Nummer 48 zu einer Gedenkminute. Auch Spaniens König Juan Carlos wohnte dem stillen Andenken bei (VIDEO: Die Reaktionen).

"Shoya wird man nie vergessen"

"Wir wollten Shoya zeigen, dass wir ihn vermissen", sagte Deutschlands Spitzenfahrer Sandro Cortese mit leiser Stimme: "Man kann ja nicht einfach weitermachen, als wäre nichts passiert."

Auch Stefan Bradl war tief bewegt: "Das Leben geht weiter, der Sport geht weiter, aber Shoya wird man nie vergessen."

Ein Weg, Tomizawa zu würdigen

Der neunmalige Weltmeister Rossi trug das Gesicht des im Fahrerlager sehr beliebten Tomizawa als Aufkleber an seiner Maschine. "Sein Bild auf der Rennbahn zu tragen, ist der beste Weg, ihn zu würdigen", sagte der 31-Jährige ungewohnt in sich gekehrt.

Tomizawas Teamkollege Dominique Aegerter hielt ein Plakat mit der Aufschrift "Ich werde dich nie vergessen" in Händen (EINWURF: Zur falschen Zeit am falschen Ort).

Cortese verpasst Podest

Die deutschen Piloten fuhren bei der Premiere auf dem für den Balatonring ins Programm gerutschten Kurs in Spanien ordentliche Ergebnisse ein.

Der WM-Fünfte Cortese (Berkheim/Derbi) verpasste trotz Startplatz zwei eine erneute Podiumsplatzierung, wurde aber trotz Reifenproblemen Fünfter.

Der 20-Jährige wird wohl auch 2011 in der 125er-Klasse fahren. "Eine Einigung für das nächste Jahr steht bevor", sagte er: "Und die 125er-Klasse ist deutlich wahrscheinlicher als die Moto2."

Jonas Folger (Schwindegg/Aprilia) erzielte als Achter sein fünftes Top-10-Resultat des Jahres, Marcel Schrötter (Vilgertshofen/Honda) holte als 14. zwei WM-Punkte.

[kaltura id="0_homtpmj1" class="full_size" title="Shoya Tomizawa stirbt nach Horror Crash"]

Wieder in den Top Ten

In der Moto2 scheint Bradl (Zahling/Suter) zu Konstanz gefunden zu haben und platzierte sich als Neunter zum vierten Mal in den letzten fünf Rennen in den Top 10.

Das Rennen in Alcaniz gewann der Italiener Andrea Iannone (Speed up), der sich mit 144 Punkten auf Rang drei der WM-Wertung verbesserte.

Die führt der Spanier Toni Elias mit 76 Punkten Vorsprung auf Landsmann Julian Simon (Suter) weiter souverän an.

In Aragon beeindruckte der Moriwaki-Pilot nach verkorkster Quali mit einer Aufholjagd von Platz zwölf auf Rang vier.

Espargaro gewinnt bei 125ern

Bei den 125ern übernahm der Spanier Nicolas Terol (Aprilia/208) durch seinen zweiten Platz und das frühe Aus des bisherigen Spitzenreiters Marc Marquez (Spanien/Derbi/197) in der ersten Kurve die Führung.

Das Rennen gewann in dem von deutschen Teamchef Harald Eckl betreuten Pol Espargaro (Derbi) ein weiterer Spanier, er verbesserte sich in der Gesamtwertung dadurch auf Rang zwei (202).

Pedrosa macht Boden gut

In der MotoGP feierte Ex-Weltmeister Casey Stoner (Australien/Ducati) seinen ersten Saisonsieg.

Der Spanier Jorge Lorenzo (Yamaha) führt die Gesamtwertung nach Rang vier in Alcaniz weiter souverän an. Verfolger Dani Pedrosa machte als Zweiter sieben Punkte gut.

Lorenzos Teamkollege Rossi belegte in Spanien Rang sechs.

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