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Die beiden Freunde Sandro Cortese (l.) und Stefan Bradl fahren seit 2005 um WM-Punkte © imago

Bei der Abschluss-Gala werden der Moto3-Champion und der MotoGP-Neuling geehrt. Teenager Alt steht vor einer großen Zukunft.

Valencia/München - Zur Abschlussfeier hatte sich die Klasse von 2012 schwer in Schale geworfen.

Im feinem Zwirn statt in der Rennkombi präsentierten sich die Motorrad-Piloten bei der traditionellen MotoGP-Gala nach dem Saisonfinale in Valencia.

In Sandro Cortese, Stefan Bradl und Florian Alt wurden diesmal gleich drei deutsche Fahrer auf der Bühne geehrt. Ein bemerkenswertes WM-Jahr ist zu Ende.

Im schwarzen Anzug, mit weißem Hemd und Fliege nahm Cortese die Glückwünsche entgegen (DATENCENTER: Endstand in der Moto3).

"Es war wie ein Traum"

Den feierlichen Schlusspunkt genoss der 22-Jährige sichtlich. "Es war wie ein Traum. Als wir das Projekt gestartet haben, hätte ich nicht mit so einer Saison gerechnet", sagte der neue Weltmeister.

Gleich zwei Preise räumte Cortese im Auditori Mar Rojo de L Oceanografic ab. Natürlich gab es die Urkunde für den überlegenen Titelgewinn in der Moto3, den ersten seiner Karriere.

Dazu wurde der Schwabe für seine acht Pole-Positions als Bester im Kampf gegen die Uhr geehrt. Keinen Preis gab es dagegen für seine 15 Podiumsplätze in 17 Rennen. Rekord in der leichtesten Klasse.

Im kommenden Jahr steigt der KTM-Pilot in die Moto2 auf. Kumpel Stefan Bradl, der im vergangenen Jahr in dieser Klasse den Titel gewonnen hatte, kommt er damit wieder einen Schritt näher. Denn der fährt weiter in der Königsklasse MotoGP, nach seinem gelungenen Debütjahr soll der nächste Schritt folgen.

Bradl holt 135 WM-Punkte

"Ich freue mich auf eine großartige Saison im nächsten Jahr", sagte der Zahlinger. Als "Rookie des Jahres", also bester Neuling bei den Großen, wurde Bradl in Valencia geehrt. Für Platz acht im Klassement und beachtliche 135 WM-Punkte.

Bradl hat auf ganzer Linie überzeugt, völlig zufrieden war der 22-Jährige aber nicht. Vor allem das letzte Rennen nagte am Newcomer. "Es war eine meiner größten Enttäuschungen", sagte Bradl nach seinem Sturz auf nasser Strecke: "Weil ich gesehen habe, was möglich gewesen wäre."

Auf dem dritten Platz liegend war der Honda-Pilot zu Boden gegangen, eine weitere Chance auf den erträumten ersten Podiumsplatz war dahin.

Podium oft knapp verpasst

Gleich mehrfach stand Bradl in diesem Jahr ganz kurz davor, als erster deutscher Fahrer seit fast 40 Jahren in der schwersten Klasse unter die ersten Drei zu fahren. Doch immer kam etwas dazwischen. Entweder ein Sturz oder Probleme an der Maschine, wie in Misano.

Das "Lehrjahr" lief dennoch besser als erwartet. Viermal schied Bradl aus, bei den übrigen 14 Rennen war er immer in den Top Ten.

In der WM-Wertung ließ er in Nicky Hayden (USA/Ducati) sogar einen ehemaligen MotoGP-Champion hinter sich. Das Highlight des Premierenjahres war aber zweifellos der vierte Platz beim Heimrennen seines Teams in Italien.

Bradl hat sich schnell etabliert, andere deutsche Piloten wollen das auch bald schaffen. Florian Alt wurde in Valencia für seinen Titelgewinn bei den Red Bull Rookies ausgezeichnet.

Alt vor Moto3-Debüt

Der 16 Jahre alte Teenager aus Nürnbrecht sah im Anzug ein wenig wie ein Konfirmant aus, im kommenden Jahr mischt er in der Moto3 für das Kiefer Racing Team im WM-Zirkus mit.

Doch es kommt noch mehr nach. Der gleichaltrige Philipp Öttl (Ainring) fuhr am Sonntag bei seinem Debüt direkt auf den elften Platz. Im kommenden Jahr ist er Fixstarter für das TT-Motion-Events-Team.

Zweimal nacheinander ging ein WM-Titel nach Deutschland, zuletzt hatte so eine Serie Toni Mang vor genau 30 Jahren hingelegt. Der Inninger war von 1980 bis 1982 Weltmeister.

Blendende Aussichten

Ein erneuter Hattrick, wenn auch durch verschiedene Fahrer, ist nicht ausgeschlossen, denn auch die Aussichten für die kommende Saison sind blendend. Die besten Chancen auf den Titel hat einer, der bei der Abschlussgala nicht auftrat. Jonas Folger (Schwindegg) gehört nach Corteses Abschied zu den Titelfavoriten in der Moto3.

Der 19-Jährige fährt weiter für das starke Aspar-Team, zu dem er erst Mitte der Saison gewechselt war. Anschließend holte Folger einen Sieg und drei dritte Plätze. Der Oberbayer sollte sich schon einmal nach passender Kleidung für den kommenden Spätherbst umsehen. In Valencia trägt man Anzug.

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