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Nach seiner Formel-1-Karriere ist Michael Schumacher (r.) auf zwei Rädern unterwegs © imago

Nach seinem erneuten Sturz fordert die Motorsport-Szene Michael Schumacher auf, seine Motorrad-Karriere zu beenden.

München - Nach dem bisher schlimmsten Sturz von Michael Schumacher mit dem Motorrad fordern zahlreiche Fans, Medien und Motorsportler den Formel-1-Rekordweltmeister zur Aufgabe seines riskanten Hobbys auf.

Obwohl er auch beim erneuten Crash im spanischen Cartagena (Schumi nach Sturz im Krankenhaus) mit Prellungen und Schürfwunden davonkam, befürchten viele, "Schumi" riskiere auf zwei Rädern sein Leben.

"Wenn er Lust hat, sich mit 40 Jahren sein Genick zu brechen, dann soll er weitermachen", sagte der viermalige Motorrad-Weltmeister Max Biaggi.

Er betonte: "Motorradfahren ist ein gefährliches Hobby." Der "Berliner Kurier" forderte in dicken Lettern: "Schumi, lass den Scheiß!"

Risiko und Leichtsinn

Der ehemalige Formel-1-Pilot und heutige Experte Marc Surer vermutet bei Schumacher zu viel Risiko und Leichtsinn.

"Ich verstehe nicht, dass er jetzt mehr riskiert als zu seiner Zeit als Formel-1-Fahrer", sagte der Schweizer in einer Umfrage unter Motorsportlern. "Aber was wäre das Leben, wenn man nicht das machen kann, was einem Spaß macht?"

"Nichts Schwerwiegendes"

Trotz inzwischen fünf mehr oder minder heftigen Stürzen in seiner noch jungen Zweirad-Karriere schließt Schumachers Sprecherin Sabine Kehm ein Ende des Motorrad-Abenteuers nahezu aus.

"Ich glaube nicht, dass er deshalb damit aufhört. Es ist ja nichts Schwerwiegendes passiert", meinte Kehm und relativierte Berichte spanischer Medien, wonach der siebenmalige Weltmeister bewusstlos gewesen sei.

Schumi gibt Entwarnung

"Er war sicher etwas benommen, und für den direkten Moment nach dem Sturz kann niemand ausschließen, dass er nicht kurz bewusstlos war. Aber die Meldungen, er sei bewusstlos abtransportiert worden, gehen zu weit."

Schumacher selbst gab ebenfalls Entwarnung. Er sei "vielleicht nicht so gelenkig wie sonst, aber alle Checks haben ergeben, dass mir ansonsten nichts passiert ist", sagte "Schumi", der im Krankenhaus umgehend untersucht wurde, nach fünf Stunden aber bereits wieder zur Familie an den Genfer See zurückkehren durfte.

"Er weiß was er tut"

Sein Bruder Ralf war erleichtert. "Es ist ihm glücklicherweise nichts passiert. Ich habe mit ihm gesprochen. Es ist alles okay", sagte der DTM-Pilot.

Er macht sich keine großen Sorgen um den großen Bruder: "Ich bin sicher, Michael weiß, was er tut, wenn er einem Hobby frönt."

Auch Ex-Formel-1-Pilot und Kommentator Christian Danner vertraut dem Kerpener: "Es tut immer weh, wenn man runterfällt. Aber Michael ist nicht lebensmüde und weiß genau, was er zu tun hat. "

"Ich bin beeindruckt"

Helmut Bradl sieht sich durch Schumachers Stürze "bestätigt, dass Motorradfahren nicht so einfach ist. Ans Limit zu gehen, ist beim Motorradfahren eben schmerzhafter als in der Formel", sagte der frühere Motorrad-Vizeweltmeister und Vater des heute besten deutschen Fahrers Stefan Bradl.

"Aber ich bin beeindruckt, dass er trotzdem immer wieder ans Limit geht."

Ralf Waldmann hat den Unfall vor Ort gesehen. "Das war ein kleiner Ausrutscher", meinte der zweimalige Motorrad-Vizeweltmeister und glaubt nicht, dass Schumacher aufhören sollte.

"Er ist superschnell, und es ist gut für unseren Sport, dass er Motorrad fährt."

Fans schimpfen

Die Fans schwanken zwischen Respekt für Schumachers Ehrgeiz und Unverständnis für sein Risiko. "Er will einfach nicht auf seine Gesundheit achten!", schimpfte beispielsweise der User ugga_ugga bei Sport1.de.

"Wenn man jahrelang Fomel-1-Rennen gefahren ist und noch lebt, war der Schutzengel sehr stark gewesen. Wenn Schumacher so weiter macht, wird es ihn irgendwann noch erwischen."

Der Rekordweltmeister war bei Testfahrten für das IDM-Team Holzhauer Racing mit einer bis zu 260 km/h schnellen Honda Fireblade beim Anbremsen von der Strecke abgekommen und in einen Reifenstapel gekracht.

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