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Der Spanier Jorge Lorenzo (r.) sicherte sich 2012 den WM-Titel in der MotoGP © getty

Neue Saison, neue Regeln: Für Pisten-Rambos wird es härter, für die Fans attraktiver. In den USA steigt ein drittes Rennen.

Von Tobias Wiltschek

München - Neue Saison, neue Regeln. Das gilt auch für die MotoGP 2013.

Wenn Stefan Bradl, Sandro Cortese und Co. am kommenden Donnerstag (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) in Katar zum ersten Mal auf die Rennstrecke gehen, müssen sie sich auf einige Änderungen einstellen (SERVICE: Der Rennkalender 2013).

Vor allem den Pisten-Rambos, die bei über 250 Kilometern pro Stunde ihre Gegner gefährlich attackieren, soll es an den Kragen gehen.

Außerdem wird das Qualifying der MotoGP durch ein neues Format attraktiver für die Zuschauer (Diskutiert mit uns bei Facebook über Motorsport!).

SPORT1 gibt einen Überblick über die wichtigsten Neuerungen zur anstehenden Saison:

STRAFEN

Mit einem neuen Strafpunkte-System - unabhängig von den WM-Punkten - reagieren die Veranstalter auf die zunehmende Kritik am Strafmaß in der MotoGP.

Vor allem die mangelnde Verhältnismäßigkeit der Bestrafungen ist immer wieder angeprangert worden. Besonders bei Moto2-Weltmeister Marc Marquez hätten die Regelhüter des Öfteren ein Auge zugedrückt.

Nach seiner gefährlichen Attacke gegen den Schweizer Thomas Lüthi in Katar kam der Spanier mit einer Verwarnung davon. In Barcelona wurde er nach einem Einspruch seines Teams letztendlich auch nicht bestraft, nachdem er von der Rennleitung zunächst als Verursacher des Sturzes von Pol Espargaro ausgemacht worden war.

Mit dem neuen Strafenkatalog kann ein Fahrer nun bis zu zehn Strafpunkte ansammeln. Überschreitet er eine festgesetzte Grenze, wird er entsprechend bestraft.

Bei vier Zählern muss er das Rennen vom Ende der Startaufstellung in Angriff nehmen, sieben ziehen einen Start aus der Boxengasse nach sich, und bei zehn Punkten wird der Pilot für das kommende Rennen gesperrt. Danach wird das Strafkonto wieder auf null gesetzt, am Saisonende werden alle Punkte gelöscht.

"Wir haben erkannt, dass wir uns mit dem Problem befassen mussten - mit den Fahrern, die ständig für die Gefährdung anderer Sportler verwarnt oder bestraft werden", heißt es in einer Mitteilung des Grand-Prix-Ausschusses. Die Strafen verhängt der Renndirektor.

Allerdings hat auch dieses System noch seine Lücken. Wie viele Punkte für die einzelnen Vergehen fällig werden, wurde nicht bekannt. Die Diskussionen um das richtige Strafmaß könnten also weitergehen.

Doch wenn die Piloten im Kampf um die besten Positionen nicht mehr ganz so aggressiv zu Werke gehen, hätte die Einführung des Strafenkatalogs schon ihren Sinn erfüllt.

QUALIFYING

Für die MotoGP-Piloten beginnt ab der neuen Saison die Qualifikation für die Startaufstellung schon mit dem ersten Training.

Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren gehen die Zeiten der ersten bis dritten Session schon in die Wertung für das Qualifying mit ein.

Die zehn schnellsten Piloten erreichen direkt das entscheidende Qualifying Q2.

Alle anderen Fahrer bestreiten das erste Qualifying Q1, bei dem sich die zwei schnellsten ebenfalls noch für Q2 qualifizieren können. Die übrigen Piloten nehmen gemäß ihrer Zeiten in Q1 die Startpositionen ab Platz 13 ein.

Im finalen Qualifying-Abschnitt fahren also zwölf Piloten die Pole-Position aus. Beide Qualifikationen dauern 15 Minuten.

Dieser neue Modus, der dem der Formel 1 ähnelt, kommt vor allem den Zuschauern entgegen. Die bekommen die Protagonisten nun auf jeden Fall in den Trainingssessions zu sehen.

Bislang hatten die Piloten bei schlechten Bedingungen im Training immer wieder auf Einsätze verzichtet.

Auch die Moto3 wartet mit einer Neuerung auf. Wie in der MotoGP und in der Moto2 schon üblich, wird nun auch in der kleinsten Klasse nach dem Qualifying ein Parc Ferme eingerichtet.

Das heißt, SPORT1 kann schon direkt nach den Qualifikationen vom deutschen Hoffnungsträger Jonas Folger die ersten Reaktionen einholen.

NEUE STRECKE

"Go West", heißt es für die MotoGP in diesem Jahr.

Nach Indianapolis und Laguna Seca steht mit dem neuen Kurs in Austin der dritte amerikanische Grand Prix im Rennkalender der Königsklasse.

Einige Piloten konnten auf dem "Circuit of the Americas" im März bereits testen. Neben den Werksfahrern von Honda und Yamaha nahm auch Stefan Bradl mit seiner LCR-Mannschaft an diesen Tests teil.

"Wir konnten einige Bereiche wie die Bremsstabilität verbessern und probierten verschiedene Reifen aus. Im Großen und Ganzen war es ein nützlicher Test für uns, und wir bekamen einen ersten Eindruck von dieser neuen Strecke", zog der Deutsche ein positives Fazit.

Das Rennen auf diesem Kurs, der in der vergangenen Saison schon seine Formel-1-Premiere gefeiert hatte, wird am 21. April ausgetragen.

Im portugiesischen Estoril wird in diesem Jahr dagegen wegen der nicht gesicherten Finanzierung kein Grand Prix stattfinden.

Der Große Preis von Deutschland gehört auch 2013 wieder zum Rennkalender und findet am 14. Juli statt, eine Woche später als im vergangenen Jahr.

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