Vor dem MotoGP-Auftakt spricht Stefan Bradl bei SPORT1 über sein zweites Jahr, Marquez und Spontanität im Straßenverkehr.

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Von Moritz Blume

München - Stefan Bradl hat Blut geleckt vor seiner zweiten MotoGP-Saison. Nach Platz acht im Vorjahr will der Deutsche nun mehr.

Dass das zweite Jahr für einen Aufsteiger das schwerste ist, bezweifelt der Moto2-Weltmeister von 2011, auch wenn er mit Marc Marquez einen Konkurrenten mehr hat, den er hinter sich lassen muss. (Diskutiert mit uns bei Facebook über Motorsport!)

Dass der Spanier - 2011 schärfster Widersacher Bradls - als Rookie im Gegensatz zu ihm schon in einem Werksteam fahren darf, lässt den 23-Jährigen kalt. Bradl fühlt sich auf seiner LCR-Honda bestens gewappnet. (SERVICE: Der Rennkalender 2013)

Im SPORT1-Interview spricht der Bayer über den bevorstehenden Saisonstart (Do., ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1), Durchstarter Marquez und Spontanität im Straßenverkehr.

SPORT1: Herr Bradl, Sie gehen in Ihre zweite MotoGP-Saison. Sind Sie noch so aufgeregt wie vor der Premiere?

Stefan Bradl: Nein. Ich freue mich darauf. Im letzten Jahr war die Aufregung viel größer. Da habe ich über den Winter gar nicht so richtig abschalten können. In diesem Jahr ist mir das gut gelungen. Ich konnte mich auch körperlich perfekt vorbereiten. Wir hatten gute Testfahrten. Die Freude ist viel größer als die Anspannung. Deshalb kann ich alles lockerer angehen und auch meine Leistung besser einschätzen.

SPORT1: In welchen Bereichen unterscheidet sich das neue vom alten Bike?

Bradl: Da gibt es gar keinen so großen Unterschied. Ich bin ja das 2013er Moped schon in Valencia 2012 gefahren. Da sind wir auf einer relativ guten Basis unterwegs. Ich fühle mich jedenfalls wohl auf dem Motorrad. Allerdings werden wir im Laufe des Jahres neue Updates bekommen.

SPORT1: Entwickeln Sie im Team die neuen Teile auch selbst?

Bradl: Nein, das wird alles bei Honda gemacht. HRC (Rennabteilung von Honda, Anm. d. Red.) sammelt die Daten aller Honda-Fahrer und wertet das aus. Daraufhin wird entschieden, welche neuen Teile kommen.

SPORT1: Wo liegt der Unterschied zu den Werksfahrern?

Bradl: Das Material wird während der Saison leistungsbezogen aufgeteilt. Diejenigen, die weiter vorne sind, bekommen die Teile auch früher. Da wir aber "nur" vier Honda-Fahrer sind, wird man da nie einen großen Nachteil haben. Sollte ich also vor meinen Markenkollegen liegen, sollte ich auch die besten Teile bekommen.

SPORT1: Welche Aussagekraft haben Ihrer Meinung nach die Ergebnisse bei den Testfahrten?

Bradl: Ich glaube schon, dass viel gepokert wird. Die Tests sind Anhaltspunkte, dürfen aber nicht überbewertet werden. Erst jetzt beim ersten Rennen geht es darum, das Maximum herauszuholen. Da wird jeder die Karten auf den Tisch legen. Aber auch da könnte es Überraschungen geben.

SPORT1: Zu den Überraschungen bei den Tests gehörte Marc Marquez. Meinen Sie, er hat auf seinem neuen Bike vor seiner Premieren-Saison in der MotoGP schon alles gezeigt?

Bradl: Ich glaube schon, dass er von Beginn an zu den besten Rennfahrern gehören wird. Er ist brutal schnell unterwegs und hat auch das Potenzial, schon im ersten Rennen aufs Podium zu fahren. Casey Stoner wurde von Marquez sehr gut ersetzt. Er hat einen unheimlichen Grundspeed und fährt mit viel Risiko, das er meistens im Griff hat. Aber er muss auch noch einige Dinge lernen.

SPORT1: Ärgert Sie es, dass Marquez als Rookie schon in einem Werksteam fahren darf? Sie hatten diese Möglichkeit vor einem Jahr nicht.

Bradl: Darüber mache ich mir gar nicht viel Gedanken. In Spanien ist die Medien- und Sponsorenlandschaft eine ganz andere. Das kann man mit Deutschland gar nicht vergleichen. Wir haben mit Repsol einen spanischen Hauptsponsor. Für den ist es natürlich interessant, auch einen spanischen Fahrer zu haben. Dazu kommt, dass Marquez auch aufregende Rennen geboten hat. Ich muss einfach schauen, dass ich mit meinem Paket das Beste heraushole. Ich brauche jetzt nicht zu weinen. Meine Voraussetzungen sind auch nicht schlecht.

SPORT1: Und wie schaut es abseits der Pisten aus? Michael Schumacher hat mal, als er einen Flug zu verpassen drohte, einen Taxifahrer überredet, den Fahrersitz für ihn zu räumen. Was macht Stefan Bradl, wenn er privat in Zeitnot gerät?

Bradl: Das wird wahrscheinlich die Situation ergeben. Was dann möglich ist, kann ich so salopp gar nicht beantworten.

SPORT1: Sind Sie im Auto genauso schnell unterwegs wie auf dem Motorrad?

Bradl: Ich kann nicht schlecht Auto fahren. Aber das ist nicht zu vergleichen mit Michael Schumacher. Und im Straßenverkehr ist das ja auch wieder ein anderes Thema. Da muss man eben spontan sein, und das bin ich.

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