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Ralf Waldmann (l.) wurde 1996 und 1997 Vize-Weltmeister in der 250er Klasse © getty

Der zweimalige Vize-Weltmeister traut seinem Zögling Folger den Titel zu. Auch Waldmann selbst mischt noch in der MotoGP mit.

Von Tobias Wiltschek

München - Dem Geruch von Öl und Benzin kann er sich immer noch nicht entziehen.

Auch mehr als zehn Jahre nach dem Ende seiner aktiven Karriere mischt Ralf Waldmann kräftig mit in der Welt der Motorradsports.

Seit dieser Saison unterstützt der zweimalige Vize-Weltmeister in der 250er Klasse als Mechaniker das Ducati-Team von Max Neukirchner in der Superbike-WM.

Aber auch in der MotoGP (Saisonstart Do., ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) hat der mittlerweile 46-Jährige seine Hände immer noch im Spiel. Für die Moto3-Maschinen von Honda hat er ein Tuning-Kit für die neue Saison mitentwickelt, mit dem man die Leistung der Maschinen steigern kann.

Waldmanns Erinnerungen

Mit Jonas Folger kennt er auch einen Protagonisten der kleinsten Klasse sehr gut. "Als er acht Jahre alt war, habe ich Jonas in meinem Mini-Bike-Team betreut", erinnert sich Waldmann bei SPORT1.

Kein Wunder, dass er auf die jüngsten Erfolge des zweimaligen Grand-Prix-Siegers mächtig stolz ist. Ihm traut er in dieser Moto3-Saison den ganz großen Wurf zu: "Jonas ist meiner Meinung nach der Beste, den wir zurzeit haben. Ich glaube auch, dass er in diesem Jahr Weltmeister werden kann."

Er wäre dann der dritte deutsche Weltmeister im dritten Jahr in Folge - nach Stefan Bradl in der Moto2 2011 und Sandro Cortese in der Moto3 ein Jahr darauf (SERVICE: Der Rennkalender 2013).

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Zwei Wege zum Erfolg

Für Waldmann haben die Triumphe des Duos gezeigt, dass man auf ganz unterschiedliche Weise in der Motorrad-WM zum Erfolg kommen kann (Diskutiert mit uns bei Facebook über Motorsport!).

"Cortese ist den normalen Weg gegangen, ist als Kind schon Pocket-Bike und Mini-Bike gefahren", erklärt der gebürtige Hagener. "Bradl ist ein Späteinsteiger und hat damit gezeigt, dass man nicht schon als Achtjähriger Rennen fahren muss, um später Erfolg zu haben."

Was die großen Erfolge betrifft, ist aber eher Cortese der Spätstarter. Erst im siebten Jahr in der 125-ccm-Klasse, die später zur Moto3 wurde, holte er seinen ersten Rennsieg. Im achten Jahr feierte er dann den Weltmeister-Titel.

Warnung an Cortese

Für Waldmann eine ungewöhnlich lange Zeit. "Die Deutschen, die jetzt in dieser Klasse anfangen zu fahren, bekommen sicherlich nicht so viel Zeit und Kredit", meint er und schickt gleich eine Warnung an Cortese hinterher:

"Der Umstieg in die Moto2 ist schon sehr, sehr schwer. Wenn er so lange braucht wie bei den 125erm, dann funktioniert das nicht. Spätestens im zweiten Jahr muss er aufs Podium fahren. Er wird keine fünf, sechs Jahre kriegen."

Auch für Bradl werde es sehr schwer werden, sich in der MotoGP zu verbessern, meint Waldmann. "Er hat ja letztes Jahr schon super Leistungen gezeigt. Dieses Jahr müsste er eigentlich Richtung Podest unterwegs sein. Das ist sehr, sehr schwer."

Lob für Marquez

Vor allem Bradls altem und neuem Rivalen Marc Marquez traut er sehr viel zu. "Der hat bei den Tests alle in den Schatten gestellt."

Dass es bei ihm selbst nicht ganz zum WM-Titel gereicht hat, trägt Waldmann mit Fassung. Es hätte sein Leben nicht groß verändert, sagt er ohne Bedauern. Er wäre wohl auch als Weltmeister nach seiner Karriere den Bikes treu geblieben.

Vorfreude auf die Isle of Man

"Ich setzte mich immer noch häufig aufs Motorrad und bin letztes Jahr auch ein paar Runden auf dem Superbike gefahren", erzählt er und freut sich schon auf ein weiteres Highlight:

"In diesem Jahr werde ich auf die Isle of Man fahren und dort auf die schönen alten Ladepumpen-Rennmotorräder von Audi steigen".

An richtigen Rennen würde er aber nicht mehr teilnehmen. "Denn ich bin auch dicker und schwerer geworden."

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