vergrößernverkleinern
Macht Folger (l.) nach den Triumphen von Cortese (M.) und Bradl den Hattrick perfekt? © getty

Jonas Folger könnte in die Fußstapfen von zwei Weltmeistern treten. Bradl glaubt ans Premieren-Podium, Cortese hat es schwer.

Von Tobias Wiltschek

München - Deutschland ist Motorrad-Land.

In der MotoGP lockt der Sachsenring jährlich etwa 200.000 Fans an, die auch 2013 wieder zahlreiche deutsche Piloten bestaunen können (SERVICE: Der Rennkalender 2013).

Dazu fiebern an jedem der 18 Rennwochenenden hunderttausende Zuschauer vor den TV-Geräten bei den SPORT1-Übertragungen (Saisonstart ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) mit ihren rasenden Landsleuten mit.

Nach den WM-Triumphen von Stefan Bradl in der Moto2 2011 und Sandro Cortese ein Jahr später in der Moto3 könnte in dieser Saison ebenfalls ein Deutscher ganz weit vorne stehen.

(Alle Sendezeiten zum MotoGP-Auftakt bei SPORT1 auf einen Blick)

Folger neuer Weltmeister?

Jonas Folger werden gute Chancen eingeräumt, die direkte Nachfolge von Cortese in der kleinsten Klasse der Motorrad-Weltmeisterschaft anzutreten.

Der 19-Jährige hat im Hinblick auf die neue Saison genügend Vorschusslorbeeren bekommen (Diskutiert mit uns bei Facebook über Motorsport!).

"Ohne ihm zu viel Druck zu machen, gehört er für mich zu den Titelkandidaten", sagt etwa MotoGP-Pilot Bradl bei SPORT1 über seinen Landsmann.

Auch Ex-Rennfahrer Ralf Waldmann hält große Stücke auf den Mühldorfer, den er schon als Kind in seinem Minibike-Team betreut hatte: "Ich glaube, dass er in diesem Jahr Weltmeister werden kann."

Keine konkreten Ziele

Folger selbst möchte in seinem sechsten Jahr in der kleinsten Klasse nicht über konkrete Ziele sprechen. "Ich mach mir letztlich keinen großen Kopf darüber, welche Position wir einfahren, sondern wir müssen jetzt so weitermachen wie bisher", erklärt er bei SPORT1.

In den vergangenen beiden Jahren hat Folger jeweils einen Sieg feiern können. 2012 landete er auf Platz neun der Gesamtwertung. Dieses Ergebnis, so viel verrät er dann doch, möchte er verbessern.

Geht es nach den jüngsten Eindrücken, sollte sich der Oberbayer im Vergleich zur vergangenen Saison sogar deutlich steigern können. In den Wintertests platzierte er sich auf seiner neuen Kalex-KTM regelmäßig in der Spitzengruppe.

Von positiven Testfahrten spricht auch Toni Finsterbusch, der zweitbeste deutsche Pilot in der Moto3 nach Folger. Der selbstbewusste Sachse startet jetzt für das Team Kiefer Racing, mit dem Bradl 2011 Weltmeister wurde (BERICHT: Finsterbusch träumt vom Titel).

Für Philipp Öttl und Florian Alt wird es dagegen nur darum gehen, so viele Erfahrungen wie möglich zu sammeln.

Folgers Rivalen

Folgers größte Rivalen um den WM-Titel sind die Spanier Luis Salom und Maverick Vinales, die im vergangenen Jahr hinter Cortese die Plätze zwei und drei belegt hatten.

Die große Überraschung der Saison könnte Alex Marquez werden. Der erst 16-Jährige debütierte 2012 in der Moto3 und gilt als ähnlich talentiert wie sein älterer Bruder Marc.

Mit dem bekommt es Bradl in der MotoGP in diesem Jahr wieder zu tun, nachdem die beiden Rivalen schon vor zwei Jahren verbissen um den Titel in der Moto2 gekämpft haben und der Deutsche das Duell für sich entscheiden konnte.

In diesem Jahr aber sehen viele Experten den Spanier vor dem gebürtigen Augsburger, obwohl Marquez in der Königsklasse ein Debütant ist.

Marquez hält mit

Doch der 20-Jährige ist sofort beim Honda-Werksteam untergekommen und konnte bei den Testfahrten mit der MotoGP-Elite um Weltmeister Jorge Lorenzo und Rekord-Champion Valentino Rossi bereits locker mithalten.

Im Vorderfeld konnte sich auch Bradl schon in seiner Debüt-Saison etablieren. Der LCR-Honda-Pilot feierte 2012 beim Italien-GP in Mugello mit Platz vier sein bislang bestes Ergebnis in der MotoGP und beendete die Saison auf einem guten achten Platz.

Folglich muss es für ihn in dieser Saison darum gehen, zum ersten Mal aufs Podium zu fahren. "Das ist das primäre Ziel", sagt auch der 23-Jährige selbst. Die Voraussetzungen für eine weitere Steigerung sind gegeben. " Wir hatten gute Testfahrten. Ich konnte mich auch körperlich perfekt vorbereiten", fühlt sich Bradl bei SPORT1 gerüstet.

Der amtierende Moto3-Champion Cortese, der mit Marcel Schrötter die deutschen Fahnen in der Moto2 vertritt, steht von den drei deutschen Hoffnungsträgern wohl vor der schwersten Saison.

Hart umkämpfte Moto2

Die Umstellung auf die neue Klasse allein ist schon eine große Herausforderung für den Berkheimer. Dazu kommt, dass es sich bei der Moto2 um die am stärksten umkämpfte Klasse handelt.

Nachdem sich mit Marquez der Weltmeister und große Dominator von 2012 in Richtung MotoGP verabschiedet hat, buhlen mit Pol Espargaro, Julian Simon, Toni Elias und Nico Terol gleich vier Spanier um das Erbe ihres Landsmanns.

Auch der Brite Scott Reading könnte in den Titelkampf mit eingreifen und dürfte für Cortese in dessen Rookie-Jahr noch außer Reichweite sein.

Vorteile des Einzelkämpfers

Dass er in seinem IntactGP-Team keinen Stallkollegen hat, sieht Kalex-Pilot Cortese als Vorteil. "Jeder Fahrer hat andere Ansichten, wie man ein Motorrad abstimmen muss", erklärt der Sohn eines Italieners bei "motorsport-total.com": "Wenn sich alles auf einen Fahrer konzentriert, dann kommt man auch schneller zum Erfolg."

Was das für ihn in dieser Saison bedeuten würde, lässt auch er sich nicht entlocken. Er dürfte aber schon zufrieden sein, wenn er hier und da in die Top Ten fahren würde.

Am liebsten wohl auf dem Sachsenring am 14. Juli vor 200.000 deutschen Motorrad-Fans.

[kaltura id="0_vs5ju66p" class="full_size" title="MotoGP Eine Runde mit Bradls Bike"]

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel