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"Doctor" Valentino Rossi gewann bisher neunmal die Motorrad-WM © getty

Der Rekord-Weltmeister startet nach dem Reinfall bei Ducati einen Neustart. Mit Yamaha will er wieder um Siege fahren.

Doha - Valentino Rossi kann es noch. Daran besteht kein Zweifel.

Doch die Auferstehung des italienischen Motorrad-Superstars wird wohl etwas Zeit brauchen.

"Ich würde gerne aufs Podium fahren", sagt der 34-Jährige mit Blick auf den Saisonauftakt in Doha/Katar am Sonntag (Der Saisonstart ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) .

Der frühere Seriensieger ist bescheiden geworden.

Schlimmste Phase der Karriere

Verständlich, schließlich hat Rossi die schlimmste Phase seiner Karriere hinter sich.

Doch das unrühmliche Kapitel Ducati ist beendet, nach der Rückkehr zu Yamaha will sich der Nationalheld in der MotoGP Schritt für Schritt wieder ganz nach vorn arbeiten. Die 18. WM-Saison ist ein echter Neustart.

Rossi ist entsprechend heiß. "Ich kann kaum noch erwarten, dass es los geht", sagt der Meister aller Klassen.

Der neunmalige Champion, Titelhamster mit 125, 250 und 500ccm sowie in der MotoGP, will auf kurz oder lang wieder um Siege kämpfen und beweisen, dass er nicht zum alten Eisen gehört. (Alle Sendezeiten zum MotoGP-Auftakt bei SPORT1 auf einen Blick)

Wieder mit Teamkollege Lorenzo

Schnell hat sich Rossi bei seinem alten und neuen Team zurechtgefunden. Viel hat sich seit dem Abschied der berühmten Nummer 46 auch nicht getan.

Wie 2010, dem letzten seiner bislang sieben Jahre bei Yamaha, fährt der Rückkehrer an der Seite von Jorge Lorenzo. Damals wurde der Spanier Weltmeister, im vergangenen Jahr holte er erneut den Titel. Das Material stimmte und stimmt. (Diskutiert mit uns bei Facebook über Motorsport!).

Die Chemie zwischen Rossi und Lorenzo stimmte dagegen nicht immer, dennoch hat sich der Titelverteidiger über das Comeback des Stallrivalen gefreut. Und bei den Testfahrten gestaunt.

"Doctor" Rossi fegt Zweifel weg

"Valentino hat mich überrascht", sagte Lorenzo. Der 25-jährige Mallorquiner hätte nicht gedacht, dass Rossi schon in der Vorbereitung so gut mitmischt.

"The Doctor" war schnell unterwegs und deshalb "sehr, sehr erleichtert". Zumindest leichte Zweifel hatte Rossi anfangs gehabt, doch spätestens, als in Jerez sogar eine Tagesbestzeit gelang, waren diese weggefegt.

"Großartig" fand das Rossi, schließlich hatte er einen solchen Moment zuletzt im vergangenen Sommer beim Training zum Grand Prix in Silverstone erlebt.

"Siege wie eine Droge"

Aber das ist Rossi natürlich nicht genug. Die bis heute schillerndste Figur der Szene will endlich wieder gewinnen, denn Rossi ist süchtig.

"Siege sind wie eine Droge. Darum geht es im Rennsport", sagt der Lockenkopf: "Leider hält das nicht lange vor. Drei oder vier Stunden, vielleicht bis zum nächsten Tag. Man braucht immer mehr, das hört nie auf." (SERVICE: Der Rennkalender 2013).

Letzter Sieg 2010

Rossi ist schon eine halbe Ewigkeit auf Entzug, zum letzten Mal wurde die italienische Hymne für ihn am 10. Oktober 2010 in Malaysia gespielt, wenige Wochen vor seinem Abschied zu Ducati.

Damals hätte der erfolgsverwöhnte Rossi sich ganz sicher nicht träumen lassen, dass er so lange auf einen Sieg warten muss. Doch die vermeintliche italienische Traumehe wurde ein Reinfall.

Härtester Konkurrent Honda

Wenigstens das Schmerzensgeld hat gestimmt. Angeblich 13 Millionen Euro pro Jahr hat Rossi bei Ducati kassiert. Über die sportliche Enttäuschung - nicht selten verbunden mit Demütigungen - half das Geld nicht hinweg.

Bei Yamaha bekommt Rossi weniger, doch das Team kann ihm viel mehr bieten.

Die Maschine ist im Gegensatz zur Ducati stark genug, um auch in diesem Jahr dem großen Konkurrenten Honda mit seinen Spaniern Dani Pedrosa und Marc Marquez Paroli zu bieten.

Rossi vor Katar selbstbewusst

"Die M1 ist mein Bike", sagt Rossi. Er ist wieder da, wo er hingehört, und er bringt verlorenes Selbstvertrauen in die Wüste mit:

"Ich weiß nach den Tests, dass ich auf einigen Strecken konkurrenzfähig bin und auf anderen nicht. Aber das Wichtigste ist, dass ich mich auf der Maschine wohlfühle. Das hilft mir überall, auch in Katar."

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