Marc Marquez wird zum jüngsten MotoGp-Sieger und erntet Lob von prominenter Stelle. In Spanien wird er schon zur Legende erklärt.

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Austin/München - Freddie Spencer meldete sich ganz schnell zu Wort. "Ich freue mich für Marc! Eine großartige Leistung von Marquez, als jüngster Fahrer aller Zeiten ein MotoGP-Rennen zu gewinnen. Wirklich ein unglaublicher Moment", schrieb der dreimalige Motorrad-Weltmeister kurz nach dem Rennende bei "Twitter".

Der mittlerweile 51-jährige US-Amerikaner war kein bisschen traurig, dass ihn das Wunderkind aus Spanien in seiner Heimat nach über 30 Jahren abgelöst hatte.

Spencer hatte es eilig, so wie früher auf der Strecke, war aber beileibe nicht der erste Gratulant. Schon unmittelbar nach der Zieldurchfahrt auf dem neuen Circuit of the Americas in Austin/Texas hatte der italienische Superstar Valentino Rossi Premierensieger Marc Marquez im Vorbeifahren anerkennend die Hand geschüttelt.

Ergebnisse "so nicht erwartet"

Im Fahrerlager warteten bereits die Schulterklopfer. "Das Podium in Katar und jetzt der Sieg in Austin habe ich so natürlich nicht erwartet. Natürlich wussten wir, dass uns diese Strecke ganz gut liegt, aber die Tests im Winter sind immer etwas ganz anderes als ein Rennen", sagte der Rookie bei SPORT1.

Im Alter von 20 Jahren und 63 Tagen löste das Ausnahmetalent Marquez den alten "Rekordhalter" Spencer (20 Jahre und 196 Tage) ab, der 1982 in Spa/Belgien das Rennen der damaligen Königsklasse (500ccm) gewonnen hatte.

Führung im WM-Klassement

Mit 41 Zählern führt Honda-Werksfahrer Marquez jetzt sogar das WM-Klassement an, vor dem punktgleichen Weltmeister Jorge Lorenzo. Der Titelverteidiger wurde beim spanischen Dreifachsieg hinter Marquez' Teamkollegen Dani Pedrosa Dritter, zeigte sich zwei Wochen nach dem Auftaktsieg in Doha aber als fairer Verlierer.

"Gratulation an Marc, den jüngsten MotoGP-Sieger der Geschichte - er ist wirklich ein Phänomen", sagte der Spanier.(SERVICE: Der Rennkalender 2013)

Spanische Medien begeistert

Doch nicht nur im fernen Texas war Marquez der Mann des Tages, auch in der Heimat wurde der Moto2-Weltmeister überschwänglich gefeiert. "Die Marquez-Legende beginnt", schrieb die Sporttageszeitung "Marca", "der Spanier ist schon eine Legende. Und er ist nur ein Kind", hieß es bei "El Mundo Deportivo".

Und die "As" titelte: "Marquez fuhr das Rennen mit der Entschlossenheit, Abgebrühtheit und Erfahrung eines alten Hasen."

Tatsächlich zeigte der Neuling eine beeindruckende Vorstellung - am ganzen Wochenende. Schon mit der Fahrt auf die Pole Position hatte er Spencer in der Liste der jüngsten Fahrer von Platz eins verdrängt.

Sturz kann Marquez nicht stoppen

Selbst ein schwerer Sturz, der seine Maschine in einen Schrotthaufen verwandelte, konnte ihn auf dem Weg zur Bestzeit nicht aus dem Konzept bringen. Marquez schüttelte sich kurz, stieg auf sein Ersatzmotorrad und haute die nächste Topzeit auf den Asphalt.

Auch Pedrosa, der schon im achten Jahr MotoGP fährt, konnte mit dem Youngster nicht mithalten. Marquez' Ergebnisse sind beinahe beängstigend, er selbst analysiert seine Leistung bei SPORT1 aber ganz sachlich.

"Das Rennen selbst war sehr anspruchsvoll und auch körperlich besonders anstrengend. Als ich hinter Dani (Dani Pedrosa, Anm. d. Red.) war, habe ich zwar gesehen, dass er in manchen Punkten stärker ist, dennoch gab es auch ein paar Ecken, wo ich mich besser gefühlt habe und dann auch vorbeigehen konnte."

Dominator Marquez?

Nicht wenige glauben nun, dass der 1,68 Meter kleine Katalane Marquez die WM schon bald dominieren könnte.

Der Überflieger aus Cervera, dessen jüngerer Bruder Alex in der Moto3 fährt, ist ein Vollblut-Rennfahrer. Marquez kennt auf der Strecke keine Freunde und geht kompromisslos zur Sache, oftmals hatte das früher Ausflüge ins Kiesbett zur Folge. Doch ganz oben, in der MotoGP, ist er bislang praktisch fehlerfrei unterwegs.

Spektakulärer Fahrstil

Marquez fliegt über die Strecke, kein anderer Fahrer geht mit so viel Schräglage zur Sache. In den Kurven schleifen selbst die Ellbogen auf dem Boden.

Auch der frühere MotoGP-Fahrer und heutige SPORT1-Kommentator Alex Hofmann schüttelte beim Anblick der Bilder immer wieder mit dem Kopf: "Bald liegt auch der Hintern auf der Strecke."

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