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Gejagt: Der achtmalige Weltmeister und fünfmalige MotoGP-Champ Valentino Rossi © getty

Die Konkurrenz bläst vor der neuen MotoGP-Saison zum Angriff, doch Draufgänger Rossi will seinen Thron verteidigen.

Von Martin Hoffmann

München - Auf der Asphaltpiste bewegt Valentino Rossi sich traumwandlerisch sicher - die Herausforderungen der Haushaltsführung stellen ihn dagegen vor Probleme.

Italiens Motorrad-Megastar - Spitzname "The Doctor" - scheiterte in der Saisonvorbereitung beim Versuch, bei sich zu Hause die Vorhänge zuzuziehen.

Der MotoGP-Weltmeister fiel durch einen Glastisch und zog sich Stichwunden an der linken Hand und am Fuß zu.

An Rossis Image als cooler Draufgänger hat das Malheur etwas gekratzt - die Frage ist nur, ob der Titelverteidiger in der neuen, am 12. April in Doha startenden Saison auch auf der Piste Verwundbarkeit zeigen wird.

Rossi will Thron verteidigen

Der achtmalige Weltmeister und fünfmalige MotoGP-Champ wird seinen Thron mit Zähnen und Klauen verteidigen - hat er ihn doch eben erst in beeindruckender Manier zurückerobert.

Begünstigt von seinem Aufsehen erregenden Wechsel von Michelin- auf Bridgestone-Reifen und von ihm angestoßene technische Weiterentwicklungen bei seinem Yamaha-Rennstall beendete er seine Durststrecke von zwei Jahren ohne WM-Titel - und wie.

Um 93 Punkte hing er den vorherigen Champion Casey Stoner auf dessen Ducati ab - obwohl der die höchste Punktzahl einfuhr, die je von einem Zweiten erreicht wurde.

Konkurrenz bläst zum Gegenangriff

Doch jetzt bläst die Konkurrenz zum Gegenangriff. Neben Rossi und Stoner rechnen sich auch die beiden Spanier Dani Pedrosa und Jorge Lorenzo Chancen auf den Titel aus.

Der Vorjahres-Dritte Pedrosa stürzte allerdings bei einer Testfahrt mit seiner Repsol-Honda in Katar schwer und musste am Knie operiert werden. Ob er rechtzeitig zum Saisonstart fit ist, ist ungewiss.

Vielleicht die Chance für Lorenzo, nach dem vierten Platz in seiner Debüt-Saison in dieser Klasse weiter in der Hierarchie aufzusteigen.

Stoner macht auf sich aufmerksam

"Wenn ich verletzungsfrei bleibe und kein Pech habe, kann ich Rennen gewinnen - und nicht nur eins", tönt Rossis Yamaha-Kollege.

Die kräftigste Duftmarke hat bei den jüngsten Tests aber Stoner gesetzt.

Am Wochenende fuhr der 23-Jährige der Konkurrenz in Jerez auf und davon - und das obwohl seine Saisonvorbereitung von großen Sorgen begleitet war.

Wirtschaftskrise zeigt Auswirkungen

Stoner hatte sich einer Handgelenks-OP unterzogen, deren Heilung nicht nach Plan verlief.

Gerade rechtzeitig aber scheint Stoner jetzt beschwerdefrei zu sein - dem Titanenkampf mit Rossi scheint nichts im Wege zu stehen.

Den Vermarktern von MotoGP kann das nur recht sein, denn wie auch die Formel 1 wird der Motorradsport nicht von der Wirtschaftskrise verschont.

Neues Regelwerk

Auch MotoGP hat sich für die anstehende Saison ein neues Regelwerk verordnet, um Kosten einzusparen.

So dürfen in den letzten sieben der 17 Rennen nur noch fünf Motoren von einem Fahrer eingesetzt werden, die Wintertests nach der Saison werden auf acht Tage beschränkt.

Eine besonders einschneidende Neuerung: Alle Teams werden nun von Bridgestone beliefert, es gibt auch keine Extra-Reifen für das Qualifying mehr.

Rossi fürstlich entlohnt

Die Fahrer müssen mit denselben Pneus um die Startplätze kämpfen, mit denen sie dann auch ins Rennen gehen.

Einen berührt die Krise allerdings nicht. Mit 6,5 Millionen Euro Jahresverdienst wird Rossi immer noch fürstlich entlohnt.

Sein lakonischer Kommentar zum Sparkurs in der Rennserie: "Ich hatte ganz schönes Glück, dass ich meinen Vertrag schon im Juni unterschrieben habe."

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